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S&P senkt Einstufung: Frankreich drohen höhere Zinszahlungen

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Weiteres Alarmzeichen für Frankreichs Regierung: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Landes von "AA-" auf "A+" abgestuft. Obwohl zuletzt ein Entwurf für den Haushalt eingebracht wurde, bleibe die Unsicherheit bestehen, begründete S&P den Schritt vom Freitagabend. Durch die schlechtere Bewertung kann die Zinslast bei neu auszugebenden Staatsanleihen steigen.

Finanzminister Roland Lescure interpretiert die Ratingentscheidung als "Aufruf zur Klarheit, zur Verantwortung", wie er dem Radiosender Franceinfo sagte. "Es ist ein Aufruf zur Ernsthaftigkeit", fügte er mit Blick auf die öffentlichen Finanzen Frankreichs hinzu. "Wir können diese Wolke nicht ignorieren, die zu einem Wetterbericht hinzukommt, der ohnehin schon ziemlich düster ist."

Bei S&P hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone jetzt die gleiche Note wie Portugal und Spanien. Die S&P-Experten rechnen nach wie vor mit einer hohen Neuverschuldung des Landes von mehr als fünf Prozent, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die neu formierte Regierung des Landes um Premierminister Sébastien hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Wert im kommenden Jahr von den für 2025 erwarteten 5,4 Prozent auf 4,7 Prozent zu drücken. Bis 2029 soll die Neuverschuldung auf 3 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden.

Mit der überraschenden Abstufung durch S&P hat Frankreich bei zwei der drei größten Ratingagenturen die Doppel-A-Einstufung verloren. Erst im September hatte Fitch die Note für die Kreditwürdigkeit des Landes von "AA-" auf "A+" reduziert. Am Freitag kommender Woche steht die Entscheidung von Moody's an. Diese stuft das Land derzeit noch mit "Aa3" ein./zb/kf

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