Merz ruft Bundeswehr-Führung zu mehr Tempo und Mut auf

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Berlin (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der Bundeswehrtagung zu einem radikalen Mentalitätswechsel und mehr Tempo bei der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit aufgerufen.

"Wir müssen schnellstmöglich verteidigungsfähig werden", sagte er bei der Bundeswehrtagung in einer Videobotschaft an die militärischen Führungskräfte in Berlin. Er ermunterte die Offiziere zu mehr Tempo. "Den Bedrohungen von heute können wir nicht mit den Verwaltungsvorschriften von gestern begegnen." Das Gebot der Stunde laute "Möglich machen". Die Bundeswehr müsse schnell wachsen. "Aber nicht Schiffe, nicht Panzer, nicht Flugzeuge machen unser Land verteidigungsfähig. Es braucht vor allem Soldatinnen und Soldaten." Verteidigungsminister Boris Pistorius verwies auf den gestiegenen Rückhalt der Truppe. "Sie hat diesen Rückhalt, sie hat ihn wieder." Dies zeigten Umfragen und Bewerberzahlen.

Die Bundeswehr soll angesichts der russischen Bedrohung von derzeit etwa 182.000 Soldaten und 100.000 Reservisten bis Mitte der 30er Jahre auf rund 460.000 wachsen. Kernelement dafür soll ein neues Wehrdienstgesetz sein, um das derzeit zwischen Regierung und Parlament gerugen wird.

In der Debatte über die künftige Ausrüstung der Streitkräfte warnte Pistorius, sich auf allein auf Drohnen zu konzentrieren. Man brauche Großgerät wie Panzer, Schiffe und Flugzeuge genauso wie innovative Technologien. "Diejenigen, die heute wortreich erklären, wir brauchen in Zukunft nur noch Drohnen, die machen es sich zu leicht", sagte der Minister.

Generalinspekteur Carsten Breuer sagte, man werde die in der Ukraine gewonnenen Erfahrung nutzen und daraus eigene Konzepte entwickeln. "Denn der Krieg in der Ukraine ist unser Lehrmeister." Allerdings habe Russland sich in der Hoffnung auf einen schnellen Sieg verschätzt. "Wir müssen verhindern, dass Russland erneut zu einer solchen Fehleinschätzung kommt", warnte er. "Russland darf niemals annehmen, dass es einen Krieg mit der Nato gewinnen kann, auch nicht mit einem einzelnen Nato-Staat." Das gelte 2029, wenn das, was bereits begonnen wurde, wirke. "Und das gilt 2039, wenn wir unsere Streitkräfte neu aufgestellt und unsere Fähigkeiten verbunden und zur Wirkung bringen können."

(Bericht von: Markus Wacket; redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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