
Zunehmende Vorsicht der Anleger hat den Dax am Dienstag auf das tiefste Niveau seit Juni zurückgeworfen. Die am Donnerstag erwarteten US-Arbeitsmarktzahlen werfen dabei weiter ihre Schatten voraus - verbunden mit der Sorge, dass die US-Notenbank die Zinsen im Dezember nicht weiter senken wird. Ebenso angespannt sind die Anleger vor dem Quartalsbericht von Nvidia am Mittwochabend. Dieser wird die Ertragskraft des Boomthemas Künstliche Intelligenz erneut auf die Probe stellen.
Der Dax sackte am Dienstag im frühen Handel bis auf 23.227 Punkte ab. Gut eine Stunde nach Handelsstart war sein Minus dann mit 23.290 Punkten 1,3 Prozent groß.
Der MDax sank sogar noch etwas stärker um 1,2 Prozent auf 28.742 Zähler.
Der EuroStoxx büßte etwa 0,7 Prozent auf 5.573 Punkte ein.
Erstmals seit April rutschte der Dax wieder unter seine 200-Tage-Durchschnittslinie. Der Chartexperte Martin Utschneider vom Broker Robomarkets glaubt, dass deren nachhaltiges Unterschreiten dem übergeordneten, seit Frühling geltenden Seitwärtstrend gefährlich werden könnte. In der Vorwoche hatte es noch so ausgesehen, als ob eine Jahresendrally möglich ist, die den Dax wieder in Richtung Oktober-Rekord von 24.771 Punkten treiben könnte.
Fraport-Gewinnmitnahmen: Goldman streicht jahrelange Empfehlung
Im schwachen Marktumfeld nehmen die Anleger am Dienstag auch bei Fraport Gewinne mit. Die Aktien der Frankfurter rutschten knapp eine Stunde nach Handelsbeginn auf der Handelsplattform Tradegate um circa 4,6 Prozent auf 72,45 Euro. Damit würden sie im regulären Handel wieder unter ihre 50-Tage-Linie fallen in Richtung Chartunterstützung bei 72 Euro. Auf Xetra verzeichneten die Wertpapiere ein Minus von etwa 5,6 Prozent.
Analyst Patrick Creuset von Goldman Sachs gab am Morgen seine Kaufempfehlung auf, die er im April 2022 ausgerufen hatte. Sein Kursziel kappte er auf 86 Euro. Creuset begründete dies mit den überdurchschnittlichen Kursgewinnen der Aktien. Er hob aber auch das Risiko steigender Investitionen und einer wieder etwas geringeren Kapitaldisziplin hervor.
Fraport-Aktien hatten am 11. November nach den Neunmonatszahlen mit über 81 Euro den höchsten Stand seit 2018 erreicht und damit mehr gekostet als vor der so belastenden Corona-Pandemie. Mit einem Kursplus von 39 Prozent hatten sie den MDax klar hinter sich gelassen. Creuset verwies zudem auf den guten Lauf im Vergleich mit anderen Werten aus dem europäischen Bereich Transport und Infrastruktur seit seiner Kaufempfehlung vor dreieinhalb Jahren.
(mit Material von dpa-AFX)

