
Jahresendrally bei Gold: Das gelbe Edelmetall hat an Heiligabend weitere Gewinne verbucht und ist erstmals über die Marke von 4.500 Dollar geklettert. In der Spitze stieg der Preis bis auf 4.525 US-Dollar, wenngleich es anschließend wieder nach unten ging. Zuletzt kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) 4.488 Dollar und damit 0,32 Prozent weniger. In Euro ging es ebenfalls moderat abwärts.
Aktuell profitiert Gold von geopolitischen Unsicherheiten, wie etwa dem aufkochenden Konflikt zwischen den USA und Venezuela. US-Präsident Donald Trump hat eine Blockade der Tankerflotte des Landes, welches die größten Erdölreserven weltweit hat, angeordnet.
Zudem spekuliert der Markt auf weitere Zinssenkungen in den USA. Dort hatte die Notenbank Federal Reserve zuletzt drei Mal in Folge die Zinsen gedrückt. Jüngste Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaften zeigten ein gemischtes Bild. Einerseits stockt es am Arbeitsmarkt, auf der anderen Seite fiel die Inflation zuletzt überraschend deutlich.
Das könnte die Fed zu weiteren Zinssenkungen bewegen. Gold, als zinslose Anlageklasse, profitiert davon. Allerdings äußerten Analysten Zweifel an der jüngsten Lesung zur Inflation, die durch den rekordlangen Regierungsstillstand in den USA beeinträchtigt wurde. Die Teuerung könnte also höher als ausgewiesen sein.
Beste Jahresentwicklung seit fast fünf Jahrzehnten
In jedem Fall blicken Gold-Käufer in diesem Jahr auf eine hervorragende Entwicklung zurück. Der Kurs stieg seit Jahresanfang um rund 70 Prozent, Silber sogar um 150 Prozent. Laut Bloomberg steuern die Edelmetalle damit auf ihr bestes Jahr seit 1979 zu. Gold stellte in diesem Jahr bislang 64 Mal neue Bestmarken auf.
Vor allem die Nachfrage der Investoren nach einem "sicheren Hafen" trieb Gold in diesem Jahr. Mit seinen Zöllen im Frühjahr löste Trump heftige Turbulenzen an den Börsen aus. Zudem belastet seine erratische Politik den Dollar. US-Verbraucher haben daher weniger Kaufkraft bei Importen und im Ausland - was ebenso ein Faktor für eine höhere Gold-Nachfrage sein könnte.
Sichtbar wird diese Nachfrage unter anderem an Gold-besicherten ETFs. Bis auf den Monat Mai sei jeden Monat weiteres Kapital in diese Vehikel geflossen, so Bloomberg. Darüber hinaus, erklärt die Finanznachrichtenagentur, hätten Notenbanken in diesem Jahr verstärkt Gold gekauft.



