Drohung gegen Fed-Chef Powell belastet Dollar und Aktienkurse

Reuters · Uhr
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Singapur, 12. Jan (Reuters) - Die Drohung der US-Regierung mit einer Anklage gegen Notenbankchef Jerome Powell hat am Montag die Finanzmärkte verunsichert.

Der Dollar ⁠und die US-Aktienfutures ‍gaben nach, da sich Anleger besorgt über die Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) zeigten. Der Vorgang ist eine dramatische ‌Eskalation im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Fed-Vorsitzenden.

Die S&P-500-Futures fielen im asiatischen ‍Handel um 0,5 Prozent. Der Dollar gab gegenüber den meisten wichtigen Währungen um rund 0,2 Prozent nach und fiel auf unter 158 Yen sowie 1,1660 Dollar je Euro. Der Goldpreis erreichte ein Rekordhoch von mehr als 4.600 Dollar je ‍Feinunze. Gestützt wurde der Preis auch durch ⁠die Unruhen im Iran, die zudem den Ölpreis antrieben.

"Trump zerrt an den losen Fäden der Unabhängigkeit der Zentralbank", sagte Andrew Lilley, Chef-Anlagestratege ‍bei der Investmentbank Barrenjoey in Sydney. Trump unternehme diese Schritte nur, weil er wisse, dass ⁠er die Kontrolle über die Fed nicht übernehmen könne. Daher wolle er so viel unzulässigen Druck wie möglich ausüben. "Dieser offene Krieg zwischen der Fed und der US-Regierung ... ‍schadet offensichtlich dem US-Dollar", sagte ‌Ray Attrill, Leiter der Devisenstrategie bei der National Australia Bank.

Powell hatte am Sonntag erklärt, die Regierung von Präsident Donald Trump habe ihm mit einer strafrechtlichen Anklage gedroht. Dies sei ein "Vorwand", um die Zentralbank zu Zinssenkungen zu drängen. Im weiteren Verlauf der Woche warten die Anleger auf die Veröffentlichung von US-Inflationsdaten, Handelszahlen aus China und eine Reihe von Bilanzen von US-Unternehmen.

(Bericht von ⁠Tom Westbrook, geschrieben von Sabrina Frangos. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‍Märkte).)