Börse am Morgen 20.01.2026

US-Zollkonflikt belastet den Dax weiter - BMW und Mercedes steigen

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Dax als Wort auf Chart
Quelle: Adobe Stock/Mediaparts

Der deutsche Aktienmarkt bleibt durch die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen auch am Dienstag angeschlagen. Für den Dax, der zum Wochenauftakt wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter.

Der deutsche Leitindex sank etwa eine Stunde nach Handelsstart um circa 0,9 Prozent auf rund 24.725 Punkte. In der Vorwoche hatte er noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank am Dienstag um knapp 1,1 Prozent auf 31.040 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 moderatere 0,6 Prozent verlor. Er hatte in der Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielt.

US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische Nato-Länder, darunter auch Deutschland.

Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne. Manthey strich daher ihre Präferenz für Aktien Kontinentaleuropas und schätzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein - erstmals seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne Branchen ist sie nun besonders skeptisch für Auto- und Chemiekonzerne. Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung für besonders schwierig.

Optimistischer äußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen, sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.

Autowerte uneinheitlich: BMW und Mercedes steigen, VW fällt

Zunächst besonders gelitten hatten am Montag europaweit Autowerte und Technologiewerte. Der Branchenindex war zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. BMW verzeichnete jedoch gut eine Stunde nach Handelsbeginn ein Plus von etwa 0,3 Prozent. Die Mercedes-Aktie stieg ebenso um knapp 0,2 Prozent. Der VW-Kurs fiel hingegen um etwa 0,6 Prozent.

FMC legt trotz gestrichener Kaufempfehlung zu

FMC fiel zwischenzeitlich wieder auf das tiefste Niveau seit Herbst 2024 zurück. Der Dialysekonzern bekommt 2026 aus einigen Richtungen Gegenwind, schrieb Richard Felton von Goldman Sachs und strich seine Kaufempfehlung. Gut eine Stunde nach Handelsbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von circa 1,9 Prozent.

Hypoport-Aktie bricht zweistellig ein

Hypoport fiel im SDax um fast 11,7 Prozent zurück Richtung November-Zwischentief. Beim Finanzdienstleister ist die Nachfrage nach Immobilienkrediten im vierten Quartal nach einem bis dahin starken Jahr leicht zurückgegangen.

(mit Material von dpa-AFX)

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