Henry Philippson

Ethereum, die nach der Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung nach dem Bitcoin, befindet sich seit dem Vorjahreshoch des vergangenen Sommers knapp unterhalb der 5.000 Dollar-Marke weiterhin in einem intakten Bärenmarkt. Der EMA200 (braune Linie) im Tageschart von Ethereum spielt dabei eine zentrale Rolle aus charttechnischer Sicht.
Der EMA200 (Exponential Moving Average, 200 Perioden) ist ein gleitender Durchschnitt, der den Schlusskurs der letzten 200 Kerzen gewichtet, wobei neuere Kurse stärker berücksichtigt werden. Er gilt als einer der wichtigsten Indikatoren im Trading, weil er langfristige Trends zeigt und als dynamische Unterstützung oder Widerstand fungieren kann. Trader nutzen ihn, um die Marktstimmung zu erkennen: Liegt der Kurs über dem EMA200, deutet dies auf einen langfristigen Aufwärtstrend hin, darunter auf einen Abwärtstrend. Viele setzen ihn auch zur Trendbestätigung ein, für Einstiegs- oder Ausstiegspunkte, und kombinieren ihn mit kürzeren EMAs für Cross-Signale. Er ist besonders beliebt, weil er klar und zuverlässig Orientierung bietet.
Der viel beachtete gleitende Durchschnitt fungierte noch im Oktober als Unterstützungszone. Seit dem dynamischen Unterschreiten dieser Unterstützungszone Anfang November fungiert der EMA200 im Tageschart nun jedoch als entscheidende Widerstandszone auf der Oberseite (türkis im Chart unten). Mehrfach war dieser gleitende Durchschnitt in den vergangenen Wochen Endstation für die Käuferseite.
Ethereum ist eine dezentrale Plattform auf Basis der Blockchain-Technologie, die nicht nur digitale Währungen wie Ether ermöglicht, sondern auch sogenannte „Smart Contracts“ ausführt – selbstausführende Verträge ohne Mittelsmann. Besonders ist, dass Entwickler darauf eigene Anwendungen (DApps) bauen können, die transparent, unveränderlich und global zugänglich sind. Während Bitcoin vor allem als digitales Geld dient, ist Ethereum ein flexibles Ökosystem für Finanztransaktionen, Spiele, NFTs und mehr. Seine Fähigkeit, programmierbare Verträge auszuführen, macht es zu einer Grundlage für viele Innovationen im Bereich Dezentralisierung und Web3.
Nun bricht die Kryptowährung aus der mehrmonatigen Dreieckskonsolidierung (grau) unterhalb des EMA200 gen Süden hin aus und generiert damit ein neues prozyklisches Verkaufssignal. Aus charttechnischer Sicht ist daher für die kommenden Tage und Wochen tendenziell mit einem weiteren Rücksetzer in den Bereich 2.400 bis 2.600 Dollar zu rechnen.
Kaufsignale entstehen ohnehin erst bei einem nachhaltigen Ausbruch über den angesprochenen EMA200 im Tageschart bei aktuell 3.325 Dollar. Bis dahin dominieren weiter die Abwärtsrisiken bei Ethereum.

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