Henry Philippson

Die Gründe für den kräftigen Abverkauf seit dem Allzeithoch im Bitcoin aus dem Vorjahr sind vielschichtig. Nach dem starken Anstieg kam es zunächst zu Gewinnmitnahmen institutioneller und privater Anleger, was Verkaufsdruck auslöste. Gleichzeitig sorgten straffere geldpolitische Signale der US-Notenbank (länger hohe Zinsen, verzögerte Zinssenkungen) für eine geringere Risikobereitschaft am Krypto-Markt. Hinzu kamen Abflüsse aus Bitcoin-ETFs, die zuvor maßgeblich zur Rally beigetragen hatten.
Speziell in den vergangenen beiden Handelswochen hat sich der Ausverkauf bei Bitcoin, Ethereum & Co. noch einmal dramatisch beschleunigt. Das Kursziel auf der Unterseite aus der jüngsten Ethereum-Analyse vom 22. Januar wurde am Ende sogar noch deutlich unterboten.
Zur Erinnerung: Noch Anfang Oktober hatte die älteste und wichtigste Kryptowährung ein neues Rekordhoch im Bereich um 125.000 Dollar markiert. Seitdem hat der Bitcoin nun allerdings schon wieder gut 40 (!) Prozent an Wert verloren. Nun hat der Bitcoin-Kurs allerdings ein Level erreicht, an dem zunächst mit technischem Kaufinteresse zu rechnen ist.
Wochenchart: Unterstützung im Fokus
Gestern Abend fiel der Bitcoin-Kurs kurzzeitig in den Bereich um 73.000 Dollar (Linie grau im Wochenchart unten). Dieser Preisbereich fungierte in den vergangenen Jahren mehrfach als Widerstands- beziehungsweise Unterstützungszone.
Ausgehend von dieser Marke gab es gestern Abend starkes Kaufinteresse und der Kursstieg innerhalb von 120 Minuten um gut 3.000 Dollar - die 73.000er-Marke wurde somit - zumindest gestern - ihrer Funktion als wichtige (Horizontal-) Unterstützung recht eindrucksvoll gerecht.
Der übergeordnete Trend ist zwar kurz- und mittelfristig vorerst weiter klar abwärts, so lange die 73.000 Dollar-Marke allerdings nicht per Tagesschluss unterboten wird, dürfen die Bitcoin-Bullen zumindest auf eine technische Reaktion zurück über 80.000 Dollar und höher hoffen.





