
Am deutschen Aktienmarkt bleibt der Dax am Donnerstag vorerst weiter auf Abstand zur runden 25.000-Punkte-Marke. Eine Stunde nach Handelsstart notierte der Index 0,42 Prozent im Minus bei 24.499 Punkten.
Anleger gehen vorsichtig in den Tag, während die Lage an den Edelmetallmärkten nach langer Rally und anschließender scharfer Korrektur angespannt bleibt. Jochen Stanzl, Marktanalyst bei der Consorsbank, sprach vom Edelmetall-Blues. Die Angst vor einer Silber-Schockwelle kehre zurück. Auch im Techsektor sind keine Zeichen der Entlastung zu sehen. Hier hinterfragen Anleger zunehmend die hohen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz. Jüngstes Beispiel ist die Google-Mutter Alphabet, die im Wettlauf der KI-Entwickler die Ausgaben drastisch hochschraubt.
Hierzulande hat die Berichtssaison am Donnerstag Geschäftszahlen von Unternehmen aus dem Dax und den Reihen dahinter zu bieten. Am Nachmittag steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Währungshüter die Leitzinsen erneut stabil halten.
Kurserholung von Hannover Rück stockt nach Quartalszahlen
Nach zuletzt starken Kursgewinnen sind die Aktien der Hannover Rück am Donnerstag trotz durchaus überzeugende Geschäftszahlen unter Druck geraten. Im frühen Xetra-Handel sank der Kurs um fast zwei Prozent auf 243 Euro. Nach bis zu 7,5 Prozent Plus in den vergangenen Tagen half es nicht weiter, dass der weltweit drittgrößte Rückversicherer trotz der verheerenden Waldbrände in Kalifornien 2025 einen weiteren Rekordgewinn einfahren konnte.
Vor der jüngsten Erholung hatten sinkende Preise bei der Vertragserneuerungsrunde zum Jahreswechsel den europäischen Versicherungssektor insgesamt deutlich unter Druck gesetzt. Nun gab es dazu Details von dem deutschen Rückversicherer, die laut dem RBC-Experten Ben Cohen insgesamt im Erwartungsrahmen lagen. Er erwähnte allerdings, dass das Volumen knapp unter seinen Erwartungen liege.
Am Vortag hätten die Papiere der Hannoveraner noch positiv auf Zahlen des französischen Versicherers Scor reagiert und so dürfte die Entwicklung am Donnerstag eher gedämpfter sein, erwähnte der Experte von der kanadischen Bank. Für ihn bietet Hannover Rück unter den europäischen Rückversicherern die beste Qualität. Er bleibt aber aufgrund der hohen Bewertung und eines etwas nachlassenden Ergebniswachstums je Aktie vorsichtig. Ihr Rekordhoch hatten die Papiere im Mai des vergangenen Jahres erreicht mit 292,60 Euro. Der danach einsetzende Abwärtstrend ist weiter intakt und könnte erst wieder auf dem Niveau von 263 bis 264 Euro gebrochen werden.
Rüstungswerte wie Rheinmetall gaben unter dem Eindruck fortdauernder Ukraine-Gespräche nach. Bei Rheinmetall machen sich Anleger aber vor allem Sorgen, dass die Erwartungen an 2026 zu hoch sein könnten. Die Anteile sackten am Dax-Ende um mehr als 5 Prozent ab.
Rational sprangen im MDax um 11 Prozent hoch. Der Großküchenausstatter übertraf mit Geschäftszahlen die Erwartungen. Das Schlussquartal verlief stark. Die Aktien des Anlagenbauers Gea Group legten nach einer Kaufempfehlung der Berenberg Bank um 1,5 Prozent zu, die des Energiekonzerns Eon verloren nach einer Abstufung durch die Bank of America 2,2 Prozent. (mit Material von dpa-AFX)



