
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen. Der maßgebliche Einlagenzinssatz beträgt somit weiterhin 2,0 Prozent. Zuletzt hatte die EZB den Zins im Juni 2025 auf ebendieses Niveau gesenkt. Während der Hochinflationsphase 2022/2023 hatte der Zins in der Spitze 4,0 Prozent erreicht. Auch die übrigen Zinssätze verblieben auf den bestehenden Niveaus.
Aktuell hat die EZB keinen Grund, die Zinsen zu senken. Die Inflation lag zuletzt etwas, aber nicht zu weit unter der Zielmarke von zwei Prozent. Im Januar lagen die Verbraucherpreise im Euroraum nach einer ersten Eurostat-Schätzung um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Für Handlungsdruck bei der EZB könnte das Erstarken des Euro sorgen, der jüngst erstmals seit 2021 die Marke von 1,20 Dollar übersprang. Dies verteuert Exporte europäischer Unternehmen auf den Weltmärkten. Zugleich verbilligt der starke Euro Importe, die in Dollar gehandelt werden. Das dämpft die Inflation, die 2026 das mittelfristige EZB-Ziel weiter unterschreiten könnte. Daher sehen erste Notenbanker bei einer weiteren Euro-Aufwertung Handlungsdruck.
Der Markt reagierte kaum auf den erwarteten Zinsentscheid. Der Dax hatte kurz vor der Bekanntgabe ein Tagestief markiert und notierte zuletzt noch 0,7 Prozent niedriger. Der Euro pendelte um die Nulllinie, nachdem er zeitweise bis auf 1,178 Dollar gefallen war.
(mit Material von dpa-AFX)


