Leitindex dreht ins Plus – Bayer nach Vergleich bester Wert

Der Dax hat sich am Dienstag nach einem durchwachsenen Morgen noch ins Plus abgesetzt. Der Leitindex kam am Nachmittag in Schwung, als die zunächst noch schwach gestarteten New Yorker Börsen mehr oder weniger ihre Verluste aufholten.
Knapp ins Plus schafften es dort zuletzt die Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500, in denen mehr Standardwerte vertreten sind. Der Dax legte letztlich um 0,8 Prozent auf 24.998 Punkte zu. Er begab sich in seiner Schlussrally wieder zeitweise über die 25.000-Punkte-Marke, die schon den ganzen Februar hart umkämpft ist.
Charttechnisch sendete der deutsche Leitindex ein positives Signal, indem er sich von seinem 21-Tage-Durchschnitt nach oben absetzte. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten kam am Dienstag mit 31.444 Punkten auf ein Plus von 0,25 Prozent.
Anleger schüttelten es am Dienstag ab, dass die vom ZEW-Institut ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland im Februar ein tristes Bild abgaben. Im Fokus blieb weiterhin die Frage, in welchem Maße die Künstliche Intelligenz ganze Branchen durchrütteln kann.
Bayer-Aktie nach Monsanto-Vergleich nahe der 50-Euro-Marke
Am späten Nachmittag stieg im Dax der Aktienkurs von Bayer stark an. Mit in der Spitze 49,78 Euro kosteten die Aktien 8,4 Prozent mehr als zum Schlusskurs des Vortags und notierten nahe der 50-Euro-Marke. Zuletzt war der Kurs im November 2023 so hoch gewesen. Den Xetra-Handel beendete die Aktie schließlich mit einem Kurs von 49,32 Euro.
Hintergrund des jüngsten Kursanstiegs ist eine mögliche Initiative zur Beilegung jahrelanger Rechtsstreitigkeiten, über die zunächst die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte. Bayer gab dann bekannt, dass die US-Tochter Monsanto einen Sammelvergleich geschlossen habe, der maximal 7,25 Milliarden Dollar kosten werde.
Bayer erwarte unter Berücksichtigung einer ersten Einschätzung sämtlicher Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von circa fünf Milliarden Euro für 2026 einen negativen Free Cashflow. Der Konzern verschob im Zuge dessen die Veröffentlichung von Zahlen fürs Jahr 2025 vom 25. Februar auf den 4. März.
Immobilien-Aktien steigen stark
Auch Immobilienwerte waren am Dienstag gefragt. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Real Estate stieg auf das höchste Niveau seit Herbst 2024. Dazu passt, dass die Zinsen am deutschen Anleihemarkt weiter deutlich fallen. Der Bund-Future ist auf ein Jahreshoch geklettert.
Er zeigt die Entwicklung der Kurse deutscher Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit und verläuft so spiegelbildlich zu den Zinsen. Damit ist er ein wichtiger Signalgeber für die Refinanzierungskosten der Immobilienbranche.
Besonders auffällig waren die Aktien von MDax-Wert Aroundtown. Sie stiegen um bis zu 16 Prozent auf 3,25 Euro. Im Tagesverlauf verringerten sich die Gewinne allerdings deutlich. Letztlich beendeten Aroundtown-Aktien den Handel bei 2,94 Euro – immerhin noch fünf Prozent über dem Schlusskurs vom Montag.
Auslöser der Rally war eine Einschätzung der als Leerverkäufer bekannten Firma Viceroy Research. Sie hatte die Aktien des Spezialisten für Gewerbeimmobilien empfohlen. "Viceroy ist long, während der Markt schläft", schrieb Viceroy über Aroundtown. Man habe das Unternehmen von seiner Liste der Leerverkaufs-Kandidaten gestrichen und stattdessen gekauft.
(mit Material von dpa-AFX)
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