Dax geht schwer angeschlagen aus dem großen Verfallstag – Henkel charttechnisch unter Druck, Brenntag oben auf, Curevac mit Erholung

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Dax geht schwer angeschlagen aus dem großen Verfallstag – Henkel charttechnisch unter Druck, Brenntag oben auf, Curevac mit Erholung

Die mit einem Rekordhoch des Dax begonnene Börsenwoche hat am Freitag mit Ernüchterung geendet. Gegen Mittag und somit pünktlich zum sogenannten großen Verfall an der Terminbörse Eurex gerieten die Kurse unter Druck und weiteten die Verluste immer mehr aus. Am Ende stand für den deutschen Leitindex ein Verlust von 1,78 Prozent auf 15 448,04 Punkte zu Buche. Die Wochenbilanz fiel mit minus 1,6 Prozent ebenfalls enttäuschend aus. Der MDax, der im frühen Handel sogar noch auf ein Rekordhoch geklettert war, hielt sich mit minus 0,58 Prozent auf 34 022,52 Zähler immerhin besser als der Dax.

Zu dem alle drei Monate stattfindenden großen Verfall von Terminkontrakten und Optionen auf den Dax versuchen die Investoren, die Kurse in die für sie günstige Richtung zu bewegen. Nach dem Verfall hatten die Pessimisten am Markt offenbar die Oberhand über die Optimisten gewonnen. „Oftmals sind genau diese großen Verfallstermine der Dreh- und Angelpunkt im Aktienhandel“, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Auch im New Yorker Handel ging es zum Verfall mit den Kursen abwärts.

Marktteilnehmer begründeten den Verkaufsdruck auch mit Aussagen des Fed-Gouverneurs James Bullard. Dieser hatte in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC eine Zinserhöhung bereits Ende 2022 ins Spiel gebracht. Am Markt hatte man nach der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch erst 2023 mit steigenden Leitzinsen gerechnet. „Das hat den Märkten heute Nachmittag einen weiteren Schlag versetzt“, schrieb Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets.

Die nächste rund Marke von 16 000 Zählern liegt für den Dax zwar noch immer in Reichweite. Auch zeigt der langfristige Trend weiter klar aufwärts, seit Jahresbeginn hat der Dax um fast 13 Prozent zugelegt. Doch gerade hierin sehen Experten eine Gefahr. „Innerhalb eines stark ausgeprägten Bullenmarktes werden Risiken ausgeblendet“, warnte Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Die Kurse spiegelten mittlerweile sehr hohe Erwartungen wider, die Relation von Chancen zu Risiken sei nicht länger attraktiv.

Am Ende des Dax büßten die Papiere des Konsumgüterkonzerns Henkel 5,5 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit Mitte März. Analyst Iain Simpson von der britischen Investmentbank Barclays senkte die Schätzung für das Ergebnis je Aktie im laufenden Jahr wegen des Kostendrucks durch benötigte Rohstoffe.

Für die im MDax gelisteten Papiere von Brenntag ging es in dem schwachen Marktumfeld um 1,3 Prozent nach oben. Der Chemikalienhändler rechnet für das laufende Jahr mit mehr Gewinn als bisher. Brenntag verspüre weiter eine rege Nachfrage und das Preisumfeld in der Branche bleibe vorteilhaft, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan.

Auch die großen europäischen Börsen mussten am Freitag Verluste hinnehmen. Der EuroStoxx 50 fiel um 1,80 Prozent auf 4083,37 Punkte. Der Pariser Cac 40 Index gab etwas weniger stark nach und für den Londoner FTSE 100 ging es um fast zwei Prozent abwärts. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit gut einem Prozent im Minus.

Der Euro weitete die am Mittwoch begonnenen Verluste aus und fiel auf 1,1867 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1898 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,28 Prozent am Vortag auf minus 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 144,73 Punkte. Der Bund-Future stieg am Abend um 0,05 Prozent auf 172,61 Punkte nach.

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