Siemens: Der Wandel zum Digitalisierungsmotor zeigt langsam Wirkung – Umsatz und Gewinn sollen kräftig wachsen – sind die Analysten überzeugt?

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Der Technologiekonzern Siemens steuert derzeit robust durch die Corona-Krise. Dabei gehört das Geschäft mit der Digitalisierung zu den Treibern des Wachstums. Der jahrelange Konzernumbau trägt Früchte. Was bei Siemens los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht:

Siemens: Der Wandel zum Digitalisierungsmotor zeigt langsam Wirkung – Umsatz und Gewinn sollen kräftig wachsen – sind die Analysten überzeugt?

So ist die Lage des Unternehmens

Software, Automatisierung in der Industrie und intelligente Infrastruktur – die Digitalisierung sorgt derzeit für gute Geschäfte. Bereits zum Jahresauftakt des neuen Geschäftsjahres 2020/21 (Ende September), verlief die Entwicklung besser als erwartet. Anfang Februar hob Siemens daher bereits seine Jahresprognose an. So erwartet das Unternehmen nun einen deutlichen Gewinnanstieg, auch das Umsatzwachstum aus eigener Kraft soll höher ausfallen als zunächst geplant.

2020/21 soll der Umsatz auf vergleichbarer Basis nun im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Den Gewinn nach Steuern sieht das Management in einer Bandbreite von 5 bis 5,5 Milliarden Euro, nach 4,2 Milliarden im Vorjahr. Zuvor war der Konzern bei den beiden Kennziffern von einem jeweils moderaten Anstieg ausgegangen. Gegenwind erwartet Siemens dabei weiter von der Währungsseite. Für Umsatz und Ergebnismarge der Digitalisierungssparte zeigte sich Siemens ebenfalls optimistischer. Auch das Geschäft mit intelligenter Infrastruktur soll eine höhere Rendite liefern als bisher geplant.

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Dabei setzt der neue Vorstandsvorsitzende Roland Busch voraus, dass sich die Verbesserung des Umfelds in den kommenden Quartalen fortsetzt, speziell in den kurzzyklischen Geschäften. Zwar bleibt der Manager, der nach der Hauptversammlung Anfang Februar den langjährigen Konzernchef Joe Kaeser abgelöst hatte, mit Blick auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vorsichtig. Für ein „Strohfeuer“ hält er die jüngst gute Entwicklung jedoch nicht.

Im ersten Quartal hatte das Unternehmen von einer starken operativen Entwicklung seiner Automatisierungs- und Softwaregeschäfte sowie dem Bereich Intelligente Infrastruktur profitiert. So wirkte sich im Automatisierungsgeschäft ein Nachholbedarf der Kunden positiv aus. Zudem füllten Vertriebspartner ihre Lagerbestände auf.

Die jahrelange Neuausrichtung hin zum Kerngeschäft Digitalisierung trägt damit Früchte. Sie fand im vergangenen September mit der Abspaltung des Energiegeschäfts Siemens Energy vorläufig ihren Abschluss. Siemens wird künftig noch stärker auf das Geschäft mit Automatisierung und Software sowie intelligenter Infrastruktur setzen, von dem sich die Münchner große Wachstumschancen versprechen. Busch steht nun vor der Aufgabe, das Geschäft mit der digitalen Technik weiterzuentwickeln und einen schlagkräftigen Konzern zu formen.

So sehen die Analysten die Aktie

Experten sind positiv gestimmt. Die strategische Neuausrichtung des Industriekonzerns rücke die Aktien in ein attraktives Licht, schrieb Analyst Mark Fielding vom Bankhaus RBC. Die Bewertungslücke zum Sektor könnte bald geschlossen werden, zeigte er sich zuversichtlich. Die konjunkturzyklische Erholung und die Trends zur Elektrifizierung und Automation spielten Siemens dabei in die Hände, schätzt Philip Buller von der Privatbank Berenberg.

Was die Entwicklung im zweiten Quartal angeht, herrscht ebenfalls Optimismus. Rizk Maidi vom Analysehaus Jefferies geht davon aus, dass die am Freitag anstehenden Zahlen die Markterwartungen übertreffen dürften. JPMorgan-Analyst Andreas Willi ist dabei sowohl für Siemens als auch für die europäische Investitionsgüterbranche insgesamt optimistisch und rechnet mit einer zyklischen Konjunkturerholung. Damit dürften sich dann auch Sorgen von Investoren verflüchtigen, dass das starke erste Quartal von Siemens der Höhepunkt der geschäftlichen Entwicklung gewesen sein könnte, so der Experte.

Die kurzfristige Erholung der Nachfrage dürfte sich fortgesetzt haben, schätzt auch Barclays-Analyst Shane McKenna. Diese habe vor einem Jahr in China die Talsohle erreicht. In Europa und Nordamerika hingegen habe die Nachfrage im zweiten Quartal 2020 noch unter pandemiebedingten Restriktionen gelitten.

Daniela Costa von der US-Bank Goldman Sachs geht davon aus, dass sich die Aussichten für die Digitalsparte des Industriekonzerns zusehends verbesserten, vor allem in den Bereichen Software und Automation. Sie verwies darauf, dass die Digitalsparte Marktanteile in China gewinne und die Schwächen im Bereich Mobilität mehr als ausgleichen dürfte.

So läuft die Aktie

Der Anteilschein hat in diesem Jahr bislang einen guten Lauf. Bis in den April hinein hangelte sich das Papier von Rekord zu Rekord. Die guten operativen Zahlen zum Jahresauftakt ließen „die neue Siemens“ danach auch erstmals die Marke von 130 Euro knacken. Doch damit war noch lange nicht Schluss. Mitte April erreichte das Papier sogar einen Wert von fast 146 Euro. Danach war die Luft zunächst aber etwas raus, die Aktie verlor danach wieder an Boden. Aktuell notiert das Papier bei 140 Euro.

Mit Blick auf die jüngsten Kursziele der im dpa-AFX Analyser erfassten Experten ist jedoch noch ordentlich Luft nach oben. So haben etwa Goldman Sachs oder Jefferies ein Kursziel von 170 Euro aufgerufen, womit sie zu den größten Optimisten gehören. Bei der schweizerischen UBS sind es immerhin noch 155 Euro.

Den Corona-Crash im März vergangenen Jahres hat Siemens damit schon lange hinter sich gelassen – die Kursverluste konnten die Münchner schon wenige Monate später ausgleichen. Von rund 103 Euro Ende Januar 2020 war es damals bis auf Kurse von rund 53 Euro zurückgegangen.

In diesem Jahr hat die Aktie fast ein Fünftel dazugewonnen. In den vergangenen 12 Monaten betrug das Plus mehr als 80 Prozent. Und auch langfristig sind die Papiere eine gute Partie: Blickt man 5 Jahre zurück, liegt das Kursplus bei rund 67 Prozent.

Mit einer Marktkapitalisierung von gut 110 Milliarden Euro gehört Siemens zu den Schwergewichten im Dax. Nur der Softwarekonzern SAP, der Gasekonzern Linde sowie der Autobauer VW sind aktuell mehr wert als die Münchner.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Robert Fruehauf / Shutterstock.com

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