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Fed-Chef Jerome Powell: US-Wirtschaft "sehr stark" - Weg frei für weitere Zinserhöhungen

onvista · Uhr
Quelle: MDart10/Shutterstock.com

Die US-Wirtschaft ist nach Ansicht des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, "sehr stark" und kann die Erhöhungen des Leitzinses wegstecken. Die Priorität der Zentralbank sei es, die hohe Inflationsrate wieder einzufangen, weswegen es weiter "raschen Fortschritt" hin zu einem höheren Leitzins geben werde, sagte Powell am Mittwoch vor einem Ausschuss des US-Senats. "Wir müssen Preisstabilität wieder herstellen", betonte Powell. Die US-Wirtschaft befinde sich "in einer guten Position", um den höheren Leitzins zu verkraften.

Die Fed hatte den Leitzins für die weltgrößte Volkswirtschaft vergangene Woche stark um 0,75 Prozentpunkte auf 1,5 bis 1,75 Prozent erhöht. Gleichzeitig stellte die Zentralbank schon für Ende Juli eine erneute Anhebung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte in Aussicht. Für die Fed ist es nun ein Drahtseilakt, die steigende Inflation zu stoppen und gleichzeitig die Wirtschaft nicht zu sehr auszubremsen. Sollten Konjunktur und Arbeitsmarkt einbrechen, könnte eine Rezession drohen.

"Die Verschärfung der Finanzbedingungen, die wir in den jüngsten Monaten beobachtet haben, sollte das Wachstum weiter mäßigen und dabei helfen, die Nachfrage in ein besseres Gleichgewicht mit dem Angebot zu bringen", sagte Powell. Es gehe der Notenbank darum, das Wachstum der Nachfrage zu drosseln, nicht aber die Nachfrage an sich auszubremsen, was zu einer Rezession führen würde, sagte Powell.

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Nach einem leichten Einbruch im ersten Quartal sei die Wirtschaft im zweiten Quartal ersten Indikatoren zufolge wieder gewachsen, sagte Powell. Auf die Frage, ob zu hohe Zinsen zu einer Rezession führen könnten, sagte Powell: "Das ist sicher eine Möglichkeit. Das ist nicht unser gewünschtes Ergebnis, aber es ist sicherlich eine Möglichkeit."

Die US-Inflationsrate liegt seit vielen Monaten deutlich über dem Ziel der Fed von mittelfristig zwei Prozent. Im Mai etwa stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei sehr niedrigen 3,6 Prozent.

Senator John Kennedy aus dem Bundesstaat Louisiana sagte, die rasanten Preissteigerungen träfen die Menschen hart. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage müsse die Notenbank handeln, sagte er an Powell gerichtet. "Jetzt im Moment sind Sie der mächtigste Mann in den Vereinigten Staaten; vielleicht der ganzen Welt", sagte er.

dpa-AFX

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