Dax Tagesrückblick

Dax im leichten Minus – Aber unter 15.100 Punkte

onvista · Uhr
Quelle: Aleksandra Gigowska/Shutterstock.com

Die Unsicherheit vieler Anleger über die anstehende Berichtssaison der Unternehmen hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag gebremst. Der Dax verlor 0,07 Prozent auf 15.093,11 Punkte. Er bekam damit nach seiner starken Jahresauftakt-Rallye einen weiteren kleinen Dämpfer. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,44 Prozent auf 28.567,00 Zähler abwärts.

Frische Konjunkturdaten lieferten ein durchwachsenes Bild: Während sich das Konsumklima in Deutschland im Januar leicht aufhellte, verschlechterte sich allerdings die Industriestimmung. "Die Phase von schwer einzuschätzenden Konjunkturentwicklungen hält an und zeigt sich verstärkt auch in einzelnen Branchen", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow.

Vor den anstehenden US-Unternehmenszahlen will sich laut Lipkow derzeit niemand "in das falsche Nest setzen". Nach der Schlussglocke an den US-Börsen legt das Technologie-Schwergewicht Microsoft seine Quartalszahlen vor und dürfte dem Aktienmarkt dann neue Impulse geben. An der Wall Street trat der Dow Jones Industrial am Dienstag denn auch mehr oder weniger auf der Stelle.

Daimler Truck erklimmt Dax-Spitze

Die Daimler-Truck-Aktie hat am Dienstagnachmittag einigen Rückenwind aus den USA bekommen. Resultate des US-Nutzfahrzeugbauers Paccar galten Händlern zufolge als Treiber dafür, dass die Titel des deutschen Konzerns mitzogen. Zuletzt setzten sie sich mit einem Plus von 2,6 Prozent an die Spitze des Dax, womit sie an den Rückversicherern Hannover Rück und Munich Re als vorherige Spitzenreiter vorbeizogen. 30,50 Euro bedeuteten im Verlauf bei Daimler Truck ein Hoch seit Mitte Dezember.

Das US-Unternehmen Paccar berichtete am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit von einem Gewinnanstieg im vierten Quartal, der die Erwartungen laut dem Evercore-ISI-Experten David Raso deutlich übertraf. Die Auslieferungen, aber auch die Margen von Paccar hätten den Konsens weit in den Schatten gestellt, betonte der Experte. Die von den Amerikanern erzielte Bruttomarge sei die höchste gewesen sei dem dritten Quartal 1999, hob er hervor. Diese positiven Erkenntnisse kamen auch bei den Paccar-Anlegern gut an, wie die Kursreaktion in New York mit einem Anstieg um 3,5 Prozent zeigt

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben am Dienstag nachgegeben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 87,06 US-Dollar. Das waren 1,15 Dollar weniger als am Tag zuvor. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 97 Cent auf 80,65 Dollar.

Nach den jüngsten Kursgewinnen setzte eine Gegenbewegung ein. Starke Impulse blieben aus. Im asiatischen Raum wird weiterhin das chinesische Neujahrsfest gefeiert. Die kräftigen Verluste der ersten Januar-Woche wurden zuletzt mehr als aufgeholt. Für Zuversicht sorgt vor allem der weniger strenge Corona-Kurs in China. Er weckt Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung und eine höhere Energienachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Devisen: Euro gibt zum US-Dollar etwas nach

Der Eurokurs hat am Dienstag etwas nachgegeben. Zuletzt kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,0864 US-Dollar. Am Morgen hatte er noch knapp unter der Marke von 1,09 Dollar notiert. Der Euro hat so seinen jüngsten Aufwärtstrend unterbrochen. Am Montag war er noch erstmals seit April 2022 über 1,09 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0858 (Montag: 1,0871) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9210 (0,9199) Euro.

Konjunkturdaten fielen aus der Eurozone zwar besser aus als erwartet, gaben dem Euro aber keinen Auftrieb. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global stieg im Januar erstmals seit einem halben Jahr wieder in den Wachstumsbereich. Die Aussichten für die Konjunktur haben sich also aufgehellt. Einige Bankvolkswirte warnten allerdings, dass die Gefahr einer Rezession noch nicht gebannt sei. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, nannte etwa die noch nicht voll wirksamen Zinsanhebungen der Notenbanken als Belastungsfaktor.

Der entsprechende Indikator für die USA hellte sich auch etwas auf. Er signalisiert im Januar aber weiter eine Schrumpfung der Wirtschaft. Dieser Indikator wird jedoch weniger beachtet, als die entsprechenden europäischen Daten. In den Vereinigten Staaten gilt der ISM-Index als der entscheidende Frühindikator.

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