Commerzbank am Dax-Ende

Zinswende beschert Commerzbank Gewinnsprung - Aktie sackt ab

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Quelle: Lurchimbach/Shutterstock.com

Beflügelt von der Zinswende strebt die Commerzbank mit großen Schritten in Richtung Gewinnplus 2023. In den ersten drei Monaten verdiente der Konzern mit 580 Millionen Euro unter dem Strich fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr strebt der Vorstand einen Überschuss „deutlich über dem von 2022 an“, wie das vor Kurzem in den Dax zurückgekehrte Geldhaus am Mittwoch bekräftigte. An der Börse wurden die Nachrichten jedoch mit einem Kursrutsch quittiert.

Die Commerzbank-Aktie verlor am Morgen rund sieben Prozent an Wert und war damit größter Verlierer im Dax. Zugleich wurde sie nur noch rund vier Prozent teurer gehandelt als zum Jahreswechsel.

Analysten zeigten sich von den Quartalszahlen zwar positiv überrascht. Allerdings bleibe der Vorstand mit seiner angehobenen Prognose für den Zinsüberschuss in diesem Jahr immer noch hinter den Erwartungen am Markt zurück, analysierte etwa Branchenexperte Amit Goel von der britischen Bank Barclays.

Die Commerzbank-Führung zeigte sich indes in ihren Plänen bestätigt. „Wir sind mit viel Schwung ins Jahr gestartet und knüpfen damit nahtlos an das starke Vorjahr an“, bilanzierte der Vorstandsvorsitzende Manfred Knof. „Wir sind voll auf Kurs, unsere Ziele für 2023 inklusive einer Ausschüttungsquote von 50 Prozent zu erreichen.“ Der Überschuss im ersten Quartal fiel um rund 100 Millionen höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

Nach 1,4 Milliarden Euro Überschuss im Gesamtjahr 2022 hatte Knof bereits zur Bilanzvorlage im Februar für das laufende Jahr „ein deutlich höheres Konzernergebnis“ in Aussicht gestellt. Schon der Gewinn 2022 hätte erheblich höher ausfallen können, wären nicht mehr als eine Milliarde Euro Belastungen durch die polnische Tochter mBank unter anderem im Zusammenhang mit Schweizer-Franken-Krediten gewesen.

Die Probleme bei der mBank machten sich im Auftaktquartal 2023 erneut bemerkbar und könnten auch im Gesamtjahr eine Belastung für die Commerzbank bleiben: 173 Millionen zusätzliche Vorsorge für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Schweizer-Franken-Krediten fielen in Polen an. Das schmälerte auch die Erträge der Commerzbank: Ihre gesamten Einnahmen lagen im ersten Quartal mit knapp 2,7 Milliarden Euro um 4,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Erkennbar profitiert hat die Commerzbank in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres von den gestiegenen Zinsen. Der Zinsüberschuss stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 39 Prozent auf rund 1,95 Milliarden Euro. Zugleich lag die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle im ersten Quartal mit 68 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 464 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand nun mit einem Anstieg des Zinsüberschusses auf rund 7 Milliarden Euro – „mit einem zusätzlichen Aufwärtspotenzial“. Bisher hatte er hier 6,5 Milliarden angepeilt. Analysten gingen im Schnitt jedoch schon von knapp 7,4 Milliarden Euro aus.

Zusätzlichen Rückenwind erwartet die Commerzbank durch die Rückkehr in die erste deutsche Börsenliga: Seit dem 27. Februar ist die Commerzbank-Aktie wieder im Deutschen Aktienindex gelistet.

Für Aktionäre des Geldhauses sollen wieder bessere Zeiten anbrechen: Die Hauptversammlung am 31. Mai wird über die Ausschüttung einer Dividende von 20 Cent je Aktie abstimmen. Diese dritte Gewinnausschüttung des bis heute teilverstaatlichten Instituts seit der Rettung mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2008/2009 soll nach dem Willen des Vorstandes erst der Anfang sein.

„Unser Spielraum, Kapital an unsere Aktionäre auszuschütten, vergrößert sich weiter“, bekräftigte Finanzchefin Bettina Orlopp. Ein erstes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 122 Millionen Euro ist nach Angaben der Bank mittlerweile von den Aufsichtsbehörden genehmigt. Somit werde die Commerzbank insgesamt 30 Prozent ihres letztjährigen Konzernergebnisses an die Anteilseigner ausschütten.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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