
Die Aussicht auf eine Wirtschaftsbelebung hierzulande im frisch angelaufenen Jahr sowie ein Rekordhoch an den US-Börsen hat am Montag auch dem Dax neue Bestmarken beschert. Mit plus 1,34 Prozent auf 24.868,69 Punkte verabschiedete sich das Börsenbarometer aus dem Handel. Sein letztes Rekordhoch hatte der deutsche Leitindex im Oktober markiert.
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 1,53 Prozent auf 31.454,32 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, tat es Dax und Dow gleich und setzte seinen Rekordkurs ebenfalls fort. Mit Gewinnen ging außerhalb der Euroregion zudem der britische FTSE 100 aus dem Tag, während der Schweizer SMI an seinem ersten Handelstag im neuen Jahr moderat nachgab.
Bereits gegen Ende 2025 hatten Anleger am deutschen Aktienmarkt zunehmend auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft durch die schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung sowie durch weniger Bürokratie gesetzt.
"Anleger scheinen fest entschlossen zu sein, die fundamentale Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft - getragen von den Reformhoffnungen unter der Regierung Merz - in die Kurse einzupreisen", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades. Dennoch bleibe die Marktdynamik vorerst fragil, da das Handelsvolumen nach den Feiertagen erst allmählich wieder anziehe.
Rüstungswerte gefragt
Am Montag griffen die Anleger insbesondere bei Rüstungsaktien zu. So schnellten Rheinmetall an der Dax-Spitze um knapp zehn Prozent in die Höhe. Unter den besten Werten im MDax zogen die Aktien des Panzergetriebeherstellers Renk und die des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt um jeweils rund acht Prozent an.
Damit holten die Rüstungswerte ihre Verluste des vierten Quartals weiter auf. Da hatten viele Anleger die zuvor bärenstarken Kursentwicklungen genutzt, um Kasse zu machen - auch in der Hoffnung auf ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Rüstungswerte profitieren nun davon, dass es nach wie vor keine Lösung für den Ukraine-Krieg gibt. Hinzu kommt die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Venezuela. Zudem drohte nach dem Angriff auf Venezuela US-Präsident Donald Trump jetzt auch Kolumbien.
"Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit", fuhr Sohlleder fort. Da Venezuela über signifikante Ölreserven verfüge, beobachteten Marktteilnehmer die Reaktion der Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationserwartungen mit Argusaugen. Sollte die geopolitische Instabilität zunehmen, könnte dies den Risikoappetit der Anleger kurzfristig bremsen. (mit Material von dpa-AFX).



