Dax Tagesrückblick

Dax über 16.200 Punkte: Rally geht weiter – Markt rechnet mit Zinssenkung

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Quelle: H-AB Photography/Shutterstock.com

Angetrieben von der Hoffnung auf baldige Zinssenkungen hat der Dax am Donnerstag den stärksten Börsenmonat in diesem Jahr vollendet. Er setzte seine Jahresendrally mit einer Annäherung an sein Rekordniveau fort. Im Tageshoch fehlten ihm nur noch 266 Punkte zur Bestmarke, die bislang mit knapp 16.529 Zählern von Ende Juli stammt.

Letztlich legte der Dax am Donnerstag um 0,30 Prozent auf 16.215 Punkte zu. Damit hat er im November mit 9,5 Prozent mehr gewonnen als in allen anderen Monaten des laufenden Jahres. Andere deutsche Indizes aus der zweiten und dritten Reihe gaben hingegen nach. So verlor der MDax 0,50 Prozent auf 26.183,42 Zähler. 

Inflation sinkt - Hoffnung auf Zinssenkung steigt

Inflationsdaten aus der Eurozone untermauerten das, was am Vortag aus Deutschland vermeldet wurde: Die Teuerung sinkt kräftiger als erwartet. Sie nähert sich allmählich der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Als frische Inflationsdaten aus den USA in etwa die Erwartungen erfüllten und so keine positiven Überraschungen mit sich brachten, kamen die Indizes in Frankfurt etwas von ihren Tageshochs zurück. 

Die Inflation in der Eurozone hat sich im November deutlich auf 2,4 Prozent abgeschwächt. Weil das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent näher rückt, verstärkt sich die Diskussion über den Zeitpunkt einer ersten Zinssenkung. Wie es hieß, werde am Markt mittlerweile schon eine erste Senkung im April eingepreist. In den USA fielen aktuelle Konsum- und Preisdaten dagegen wie erwartet aus. 

Einzelwerte im Überblick - Brenntag an Dax-Spitze

Unter den Einzelwerten hievte ein Anstieg um 2,6 Prozent die Aktien von Brenntag an die Dax-Spitze. Analyst Dominic Edridge von der Deutschen Bank ist inzwischen noch etwas positiver für den Chemikalienhändler gestimmt. Er hob das Kursziel auf 88,90 Euro an, was etwa 12 Prozent an Potenzial entspricht. Branchendaten aus Deutschland und den USA zeigten eine Stabilisierung im Chemikalienhandel, schrieb er. 

Die Papiere der Deutschen Bank gewannen 1,4 Prozent. Die Analysten von JPMorgan setzten die Papiere des größten deutschen Finanzinstituts auf die Favoritenliste für 2024 - unter anderem in Erwartung verbesserter Ertragsperspektiven im Investmentbanking. 

Im MDax sackten K+S um minus fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren ab. Als Anlass galt, dass Analyst Rikin Patel von der französischen Investmentbank Exane BNP die Aktie des Düngerkonzerns auf "Underperform" abgestuft hatte. Überangebote auf den Märkten wirkten als "struktureller Gegenwind", argumentierte er. 

Im SDax büßten Siltronic knapp sechs Prozent ein. Die zum Kapitalmarkttag bekannt gegebenen längerfristigen Wachstumsziele des Waferherstellers enttäuschten. Auf der anderen Seite setzte sich dort die Erholungsrally bei Morphosys mit viel neuem Schwung um fast 22 Prozent fort. Die Aktie des Biotechunternehmens erreichte wieder das Niveau vor einem herben Rückschlag mit dem Hoffnungsträger-Medikament Pelabresib.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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