Dax schließt leicht im Minus – EU-Kommission ermittelt gegen SAP

Nach den leichten Gewinnen am Vortag ist der Dax am Donnerstag wieder gefallen. Als Belastung für die hiesigen Börsen erwiesen sich zeitweise vor allem die Kursverluste bei Schwergewicht SAP und Aktien aus der Siemens-Familie. Auch Werte aus der Medizintechnik standen unter Druck.
Nach dem Auftakt an den US-Börsen konnte der deutsche Leitindex Dax ab dem Nachmittag seine Verluste aber deutlich reduzieren. Das Börsenbarometer schloss letztlich am Abend mit 0,56 Prozent im Minus bei 23.535 Punkten. Damit beendete der Dax den Handel rund 150 Zähler über seinem Tagestief. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,9 Prozent auf 30.035 Punkte.
Seit nun schon rund einem Monat ist der Dax auf Richtungssuche. Laut Börsenkennern blieben am Donnerstag viele Anleger auch in Haltestellung, da in den USA vor dem Wochenende wichtige Inflationsdaten erwartet werden. Marktbeobachter Andreas Lipkow sprach deshalb von einem eher dünnen Handelsvolumen. "Die Richtungssuche geht weiter", konstatierte derweil Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. Solange nicht klar sei, wohin die Reise gehe, hielten sich Käufer und Verkäufer zurück. Auch in den USA notierten die wichtigsten Indizes zum hiesigen Handelsschluss leicht im Minus.
EU-Komission ermittelt gegen SAP
Am deutschen Markt im Fokus stand am Donnerstag die Aktie von SAP. Die EU-Kommission ermittelt gegen den Softwarekonzern wegen möglicher Wettbewerbsverstöße. Der Konzern steht im Verdacht, den Wettbewerb bei Wartungs- und Supportdienstleistungen verzerrt zu haben, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. An der Börse wurde die Nachricht mit einem Kursrutsch quittiert.
Die SAP-Aktie sackte zunächst um bis zu 2,6 Prozent ins Minus. Zum Handelsschluss gehörte sie mit einem Abschlag von 1,2 Prozent auf 225,20 Euro zu den schwächeren Titeln im Dax. Seit dem Jahreswechsel hat sie damit rund fünf Prozent eingebüßt.
Konkret geht es laut EU-Kommission um die Frage, ob konkurrierende Unternehmen, die ebenfalls Wartungen für die Software zur Unternehmenssteuerung (ERP) des deutschen Konzerns anbieten, wettbewerbswidrig benachteiligt werden. Auch Kunden könnten dadurch finanzielle Nachteile haben, vermutet die EU-Kommission.
Evonik senkt Prognose
Im MDax sorgte der Chemiekonzern Evonik für schlechte Nachrichten. Er senkte wegen der schwachen Nachfrage seine Prognose für das laufende Jahr. Umsatz und Gewinn für das dritte Quartal dürften deutlich sinken, teilte der Spezialchemie-Konzern am Donnerstag in Essen mit. Anfang August war Evonik noch von einer leichten wirtschaftlichen Belebung für die zweite Jahreshälfte ausgegangen. Diese sei jedoch bislang ausgeblieben, die Kunden hielten sich zurück.
So rechnet Evonik für 2025 mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von etwa 1,9 Milliarden Euro, nach knapp 2,1 Milliarden im Vorjahr. Zuvor war das Unternehmen bereits nach dem zweiten Quartal vorsichtiger geworden und hatte das untere Ende der erwarteten Bandbreite von 2,0 bis 2,3 Milliarden in Aussicht gestellt. Analysten hatten ein Senkung bereits antizipiert - sie gehen im Konsens von 1,96 Milliarden Euro aus.
Die Aktie verlor am Mittag zunächst knapp drei Prozent, konnte das Minus zum Handelsende aber auf etwa 1,5 Prozent eingrenzen.
(mit Material von dpa-AFX)
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