Dax Tagesrückblick 11.11.2025

Dax erholt sich weiter und schließt über 24.000 Punkten

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Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Der Dax hat am Dienstag an die starken Gewinne des Wochenauftakts angeknüpft. Eine durchwachsene Wall Street trübte die Stimmung in Frankfurt nicht, sodass der Leitindex nach Gewinnen im späten Handel 0,53 Prozent höher bei 24.088 Punkten schloss. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte um 0,22 Prozent auf 29.2024 Zähler vor. Der Euro Stoxx 50 gewann sogar um mehr als ein Prozent hinzu.

Für ein nachhaltiges Überspringen der 24.000 Punkte im Dax braucht es laut Portfoliomananger Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners allerdings "vor allem langfristig orientierte Käufer". Zuletzt seien diese überwiegend bei fallenden Kursen in den Markt gekommen.

Christine Romar, Head of Europe bei CMC Markets, sagte: "Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen auf dem aktuellen Niveau ist weiterhin hoch, während die für eine Jahresendrally notwendigen Anschlusskäufe ausbleiben." Was die insgesamt bereits monatelange Richtungslosigkeit im Dax beenden könnte, sei derzeit noch unklar. Möglicherweise hätten die nachgereichten US-Konjunkturdaten das Potenzial dazu, denn diese dürften nach dem Ende des Shutdowns "wohl in hoher Dosis die Märkte erreichen".

Dass in den USA ein Ende des Teilstillstands der Regierungsgeschäfte (Shutdown) immer wahrscheinlicher wird, lockte Anleger kaum noch aus der Reserve. Die Mehrheit des US-Senats hat einen Übergangshaushalt beschlossen. Damit steht der bislang längste Shutdown in der US-Geschichte vor einem Ende. Für ein Inkrafttreten fehlen nun noch die Zustimmung durch das Repräsentantenhaus sowie anschließend die Unterschrift von Präsident Donald Trump. Bereits am Vortag hatten die Anleger auf eine Einigung gesetzt.

Für Anleger sei es gleichwohl wichtig, dass es dann wieder einen regelmäßigen Fluss an Konjunkturdaten gibt, um daraus Rückschlüsse für Anlageentscheidungen zu ziehen, schrieb der Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Sollten dann alle Daten in den kommenden Tagen und Wochen nachgereicht werden, ist für Volatilität am Aktienmarkt gesorgt."

Rüstungswerte werden abverkauft - Hensoldt enttäuscht mit Prognose

In der Berichtssaison ging es weiter mit Quartalszahlen der Munich Re und der Porsche Holding aus dem Dax sowie weiteren Bilanzen von Unternehmen aus dem MDax und SDax. Dem Rückversicherer Munich Re gelang nach einem katastrophenarmen Sommer ein Gewinnsprung im dritten Quartal. Die Erwartungen an die Einnahmen mussten jedoch ein weiteres Mal gekappt werden. Die Aktien machten ihre frühen Verluste wett und notierten zum Handelsschluss praktisch unverändert. Für das Gesamtjahr peilt Munich Re weiter einen Gewinn von rund sechs Milliarden Euro an.

Rüstungswerte verloren insgesamt deutlich, nachdem Hensoldt mit den eigenen Ansprüchen bis 2027 die Anleger nicht begeistern konnte. Die Papiere des Radar-Spezialisten verloren 8,5 Prozent. Renk sanken um 3,0 Prozent. Rheinmetall verloren hinten im Dax 2,9 Prozent. Vorne im Leitindex kamen Heidelberg Materials mit plus 1,6 Prozent wieder etwas näher an ihr im August erreichtes Rekordhoch.

Fraport sprangen um 7,3 Prozent hoch. Ein etwas geringeres Jahresziel für die Passagierzahlen als bisher störte die Anleger nicht. Dies entspräche den Schätzungen, hieß es von Analysten. Die operativen Resultate für das dritte Quartal wurden einhellig gelobt.

Die Papiere von Ströer rutschten nach Quartalszahlen auf den tiefsten Stand seit 2015 und verloren zuletzt über sechs Prozent. Der Werbevermarkter litt auch im dritten Quartal unter der mauen Konjunktur. Umsatz und Gewinn gingen zurück. Ströer habe die Erwartungen ein wenig verfehlt, hieß es von der Citigroup. Dies gelte auch für den Ausblick.

Ionos bleiben auf Talfahrt

Die seit Wochen sehr schwachen Ionos-Papiere setzten ihre Talfahrt mit minus 8,2 Prozent fort. Das vorgelegte Zahlenwerk kam nicht gut an. Zudem sind Anleger skeptisch angesichts des überraschend angekündigten Verkaufsplans für Adtech, der Geschäftssparte mit Werbetechnologie.

Der Immobilienkonzern Patrizia erhöhte die Prognose, woraufhin sich die Titel zuletzt um 1,5 Prozent verteuerten. Auch TAG Immobilien wird für die weitere Geschäftsentwicklung optimistischer, die TAG-Anteile zogen um 3,6 Prozent an.

Redcare Pharmacy gewannen rund sieben Prozent. Die UBS gab ihre Verkaufsempfehlung auf und votiert mit "Neutral". Bei der Online-Apothekenkette gibt es zudem Veränderungen im Vorstand: Hendrik Krampe soll mit Wirkung zum 1. Dezember Finanzvorstand werden.

Euro deutlich stärker, Gold etwas schwächer

Der Euro legte merklich zu. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1606 US-Dollar. Dies ist der höchste Stand seit Ende Oktober. Am Morgen hatte der Euro rund einen halben Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1575 (Montag: 1,1571) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8639 (0,8642) Euro.

Besser als erwartet ausgefallene Daten aus den USA belasteten den Dollar. In der Privatwirtschaft war die Zahl der Arbeitsplätze in den vier Wochen bis zum 25. Oktober um durchschnittlich 11.250 pro Woche gesunken. Derzeit gibt es wegen des sogenannten Shutdowns einen Mangel an Konjunkturdaten in den USA. Daher werden privat erhobene Konjunkturdaten stärker beachtet. Eine wöchentliche Veröffentlichung der ADP-Daten gibt es erst seit Ende Oktober.

Unterdessen gab Gold leicht nach. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) verbilligte sich um 0,15 Prozent auf 4.113 US-Dollar. In Euro gerechnet ging es mit minus 0,5 Prozent etwas stärker bergab, was am heute starken Euro liegen dürfte. Trotz der heutigen Entwicklung hat sich der Goldpreis zuletzt wieder etwas verbessert, nachdem der Kurs des Edelmetalls nach einem Rekord bei knapp 4.400 US-Dollar stark zurückgekommen war und zeitweise unter 4.000 US-Dollar fiel.

(mit Material von dpa-AFX)

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