
Der Dax hat am Dienstag seine Erholung vom November-Tief fortgesetzt. Einen Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed gingen die Anleger aber nur noch gemäßigt ins Risiko. "Wir sehen eine Aktienrally mit angezogener Handbremse", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank das Geschehen.
Am Ende legte der Dax am Dienstag um 0,5 Prozent auf 24.163 Punkte zu. Er setzte sich damit weiter von der 24.000-Punkte-Marke ab in Richtung oberes Ende der November-Spanne, die Mitte des vergangenen Monats von einem mehrtägigen Kursrutsch aufgerissen worden war. Von seinem Tief am 21. November hat sich der deutsche Leitindex mittlerweile wieder um mehr als fünf Prozent nach oben gearbeitet.
Der MDax schaffte es am Dienstag im Schlepptau des Dax auch mit 0,2 Prozent ins Plus. Der Index mit den mittelgroßen Werten schloss bei 29.729 Zählern.
Wenn die Fed am Mittwochabend ihre Leitzins-Entscheidung bekannt gibt, gilt eine kleine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte bereits als eingepreist. Laut Stanzl agieren die Anleger davor "ohne große Überzeugung". Er geht davon aus, dass sie größere Neupositionierungen erst danach oder vielleicht auch erst im neuen Jahr eingehen werden.
Rüstungswerte wieder gefragt
Bei den Einzelwerten blieben am Dienstag deutsche Rüstungswerte gefragt. Der Aktienkurs von Rheinmetall zum Beispiel ist inzwischen wieder an seine einfache 200-Tage-Durchschnittslinie zurückgekehrt, die als Barometer für den langfristigen Trend gilt. Vom Tief seit Ende April, auf das er am 1. Dezember mit 1.410 Euro gefallen war, hat er sich inzwischen wieder um etwa 18 Prozent erholt.
Der Druck durch die neue US-Initiative für ein Kriegsende in der Ukraine ist zunächst einmal verflogen. Eine überarbeitete Version des US-Plans soll nach Angaben der Staatsführung in Kiew an diesem Dienstag an Washington übermittelt werden - und deutlich veränderte Züge tragen.
Der von der US-Regierung ausgearbeitete Plan sei inzwischen von 28 auf 20 Punkte gekürzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj ukrainischen Journalisten mit. Außenminister Johann Wadephul äußerte sich derweil skeptisch zu den Erfolgsaussichten angesichts der russischen Forderungen nach Gebietsabtretungen durch die Ukrainer.
Mit 1,3 Prozent Plus befanden sich die Aktien am Dienstag unter den besseren Dax-Titeln, die Aktien von Rüstungskonzern Hensoldt führten mit knapp viereinhalb Prozent Plus den MDax sogar an.
Jost Werke an SDax-Spitze
Im SDax ging der Spitzenplatz an die Aktien der Jost Werke. Sie haben am Dienstag nach einem sehr schwachen Start zugelegt. Eine Aktienplatzierung durch den Großaktionär Peter Möhrle Holding sorgte zum Handelsstart zunächst für ein Absacken des Kurses auf 49,70 Euro. Danach ging es allerdings rasch wieder aufwärts – und zwar bis auf den höchsten Stand seit fast einem Monat.
Die Experten der Bank Oddo BHF sprachen von einer Kaufgelegenheit. Bis zum Handelsschluss auf Xetra stieg die Aktie des hessischen Zulieferers für die Nutzfahrzeug-Industrie um knapp sechs Prozent auf 51,80 Euro. Der Kurs liegt damit im bisherigen Jahresverlauf rund 14 Prozent im Plus. Der Nebenwerte-Index SDax stieg in derselben Zeit um knapp 23 Prozent.
(mit Material von dpa-AFX)
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