Dax verbucht moderates Plus - gute Stimmung dank TSMC-Prognose

Der Dax hat am Donnerstag nach einem lange richtungslosen Handel doch noch die Kurve nach oben gekriegt. Angetrieben von höheren Kursen an der Wall Street schloss der deutsche Leitindex 0,26 Prozent höher bei 25.452 Punkten. Die US-Börsen selbst profitierten dabei von einem äußerst optimistischen Ausblick des weltgrößten Chipfertigers TSMC. Starke Quartalszahlen großer US-Investmentbanken brachten zusätzlichen Auftrieb für die Märkte.
Der Dax hält sich damit in Schlagdistanz zum jüngsten Allzeithoch bei gut 25.500 Zählern. Am Dienstag hatte der Dax in einer siebentägigen Rekordjagd erstmals in seiner Geschichte den Sprung über die Schwelle von 25.500 Punkten geschafft. Am Mittwoch dann hatte er moderat nachgegeben. Der MDax, der Index der mittelgroßen Börsenwerte, schloss am Donnerstag mit 0,53 Prozent im Plus bei 31.943 Punkten. Er war am Dienstag auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren gestiegen. Für den Euro Stoxx 50 ging es um 0,6 Prozent nach oben.
Der Rücksetzer des Dax vom Mittwoch habe deutlich gemacht, "dass die Luft jenseits der 25.500 Punkte dünner wird", resümierte Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades. Nach einer beeindruckenden Serie von acht gewinnbringenden Handelstagen in Folge habe zuletzt wieder die "Schwerkraft" Einzug gehalten.
RWE überspringen 15 Jahre alte Kursmarke
Im Dax mischten sich RWE unter die Spitzenwerte und übersprangen erstmals seit rund 15 Jahren mit letztlich 2,9 Prozent Plus wieder die 50-Euro-Schwelle. Das Papier des Energieversorgers profitierte weiter vom Erfolg bei der Offshore-Wind-Auktion in Großbritannien und die strategische Partnerschaft mit der Beteiligungsgesellschaft KKR. Die Bank of America setzte ihr Kursziel für die Aktie auf 59 Euro hoch und bekräftigte ihre Kaufempfehlung.
Adidas legten nach einem Rückschlag zum Jahresbeginn um 1,6 Prozent zu. Ein positiver Kommentar zum Sportartikelhersteller der Bank Santander, in dem die Bewertung der Aktie mit "Outperform" aufgenommen wurde, gab Auftrieb.
Die Vorzugsaktie von Henkel fiel unterdessen im Dax zurück und gab um 0,3 Prozent nach. Konkurrent H.B. Fuller hatte tags zuvor mit seinem Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026 die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt. Die Zahlen des US-Klebstoffherstellers für das vierte Quartal 2025 waren zudem durchwachsen ausgefallen.
Aktien aus der Halbleiterbranche wurden von TSMC beflügelt, denn der weltweit führende taiwanesische Auftragsfertiger von Chips übertraf mit einem starken Gewinnwachstum im Schlussquartal 2025 die Erwartungen. Zugleich zeigte er sich auch optimistisch für das erste Quartal und erwartet 2026 hohe Investitionen. All das bestätige die optimistischen Signale von Chipdesignern hinsichtlich der Nachfrage nach KI-Hardware, hieß es am Markt. Infineon gewannen 0,9 Prozent, Aixtron stiegen um 6,0 Prozent und Süss sogar um fast elf Prozent.
Drägerwerk legten nach Eckdaten für 2025 und einem Ausblick des Medizin- und Sicherheitstechnik-Unternehmens auf 2026 um rund acht Prozent zu.
Gold etwas teurer, Silber gibt nach
Robuste US-Konjunkturdaten drückten den Euro indes auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember. Die Gemeinschaftswährung war im Handelsverlauf bis auf 1,1593 US-Dollar abgerutscht und hatte damit wieder an ihren Abwärtstrend seit Ende letzten Jahres angeknüpft. Am späten Nachmittag kostete ein Euro etwas mehr als 1,16 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1624 (Mittwoch: 1,1651) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8603 (0,8582) Euro.
In der vergangenen Woche wurden auf dem US-Jobmarkt überraschend weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Zudem fielen von regionalen US-Notenbanken erhobene Daten besser aus als gedacht: Sowohl die Industriestimmung im Bundesstaat New York als auch das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hellten sich unerwartet deutlich auf.
Gold verzeichnete Gewinne und knüpfte damit an die starken Vortage an. Am späten Donnerstagnachmittag kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) 4.624 US-Dollar und damit 0,16 Prozent mehr als am Vortag. In Euro gerechnet ging es um gut ein halbes Prozent nach oben. Etwas schwächer zeigte sich indes der "kleine Bruder" Silber, der je Unze 0,63 Prozent auf 91,62 US-Dollar verlor. Gleichwohl rangieren beide Edelmetalle damit auf rekordhohen Niveaus. In den vorigen Tagen hatte die geopolitische Unsicherheit um den Iran die Preise von Gold und Silber auf neue Bestmarken getrieben.
(mit Material von dpa-AFX)



