Dax Tagesrückblick 18.03.2026

Leitindex im Minus - Ölpreis steigt wieder

onvista · Uhr
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Dax ausgeschrieben vor leuchtendem Hintergrund
Quelle: Сake78 (3D & photo)

Der erneut gestiegene Ölpreis hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder verschreckt. Der Leitindex Dax brach im Handelsverlauf am Mittwoch einen Erholungsversuch ab und büßte am Ende 0,96 Prozent auf 23.502 Punkte ein, nachdem der Iran neue Angriffe auf Teile seiner Gasindustrie gemeldet hatte.

Der MDax, der mittelgroße Werte beinhaltet, rettete nach einem zwischenzeitlichen Plus von fast zwei Prozent einen Gewinn von 0,13 Prozent auf 29.519 Punkte ins Ziel. Am Morgen noch hatten die Börsen weltweit positiv darauf reagiert, dass der Irak ein Pipeline-Abkommen zum Ölexport über die Türkei geschlossen hatte.

Mit wachsender Nervosität wird zudem auf die am Abend anstehende Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank Fed gewartet. Im stark verunsicherten Umfeld dürfte die Fed zwar kaum die Zinsen senken, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.

Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist, sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen. Daher sind nach den Worten der Experten der Landesbank Hessen-Thüringen die Prognosen der Fed zu Wachstum und Inflation wesentlich.

Unicredit wünscht direkten Dialog mit Commerzbank

Unicredit-Chef Andrea Orcel will mit seinem Übernahmeangebot für die Commerzbank die festgefahrene Lage zwischen den beiden Parteien brechen. "Ziel ist es, die Patt-Situation zu überwinden", sagte Orcel auf einer Finanzkonferenz der US-Bank Morgan Stanley. Nötig sei ein "konstruktiver Dialog von Angesicht zu Angesicht" mit allen Beteiligten. In den vergangenen 18 Monaten habe man das versucht, es sei aber nicht gelungen.

Orcel betonte, dass das Angebot auf alle Commerzbank-Anteile ziele. "Das Angebot ist für 100 Prozent." Nun habe man ein Fenster von zwölf Wochen geschaffen für Gespräche. Ziel sei ein offenerer Dialog mit der Commerzbank, um Wertpotenziale zu heben. Er sei aber auch offen für andere Szenarien, wenn die Gespräche sich entsprechend entwickelten. "Wie auch immer es ausgeht, es wird eine Win-Win-Situation sein", zeigte sich Orcel überzeugt.

Die Unicredit, die direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente knapp 30 Prozent der Commerzbank kontrolliert, hatte am Montag ein freiwilliges Übernahmeangebot für den Frankfurter Dax-Konzern angekündigt. 

Dabei will die italienische Großbank für sämtliche Commerzbank-Aktien je 0,485 neue Unicredit-Papiere bieten. Das entspricht einem Preis von 30,80 Euro je Commerzbank-Anteil oder einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs von vergangenem Freitag. Damit bewertet die Unicredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Final soll das Angebot aber erst im Mai vorgelegt werden. Vorher sollen die Aktionäre der Unicredit der nötigen Kapitalerhöhung zustimmen.

Knapp 31 Euro je Aktie
Commerzbank-Übernahme: Wieso Unicredit nur so wenig bietet17.03.2026 · 08:43 Uhr · onvista
Commerzbank-Übernahme: Wieso Unicredit nur so wenig bietet

Die Commerzbank besteht auf ihrer Eigenständigkeit und bekommt Unterstützung von der Bundesregierung. Der deutsche Staat hält noch rund zwölf Prozent an der Commerzbank. Vorstandschefin Bettina Orlopp fordert ein konkretes Angebot der Italiener. Sie kritisierte jüngst, die Unicredit lasse im Unklaren, wie eine wertstiftende Transaktion aussehen solle. Orlopp hatte das Vorgehen der Unicredit als "taktisches Manöver" bezeichnet, auch weil der angebotene Aufschlag gemessen am Marktwert der Commerzbank nur gering und die Kommunikation der Italiener widersprüchlich sei.

Aumovio-Aktie erholt sich

Unternehmensseitig liegt das Hauptaugenmerk hierzulande erneut auf Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Im MDax erholte sich die Aumovio-Aktie mit plus 3,2 Prozent, auch wenn die Zahlen und Jahresprognose des Autozulieferers nur den Erwartungen entsprochen hatten. Analysten lobten jedoch unisono den starken freien Barmittelzufluss.

Für TAG Immobilien ging es um etwa 2,5 Prozent nach oben. Der Immobilienkonzern profitierte im vergangenen Jahr weiter von einer hohen Nachfrage nach Wohnungen und übertraf seine im November höher gesteckten Gewinnziele.

Schwacher Ausblick: Hellofresh stürzt ab

Im SDax sackten unterdessen die Aktie des Kochboxenversenders Hellofresh auf ein Rekordtief unter vier Euro und gab zuletzt um circa 14,9 Prozent nach. Das Management erwartet im laufenden Jahr weitere Rückgänge bei Umsatz und operativem Ergebnis und unterbot damit die bereits bescheidenen Analystenschätzungen.

Heidelberg Materials und Fielmann im Plus

Ansonsten bewegten vor allem Umstufungen. So hob die US-Bank Morgan Stanley Heidelberg Materials um gleich zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight", was der Aktie des Baustoffherstellers im Dax ein Plus von etwa 2,5 Prozent bescherte.

Fielmann verzeichneten ein Plus von knapp 4,1 Prozent. Laut der Bank of America sind die Risiken für einen Aktienkauf gesunken. Das hohe Umsatzziel für 2030 sei noch nicht im Kurs eingepreist und zudem beschleunige sich das Wachstum der Optikerkette in den USA.

(mit Material von dpa-AFX)

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