Dax dank starker Quartalsberichte stabil – Inflationsangst in den USA bremst die Märkte – Bayer an der Spitze, Commerzbank punktet mit schwarzen Zahlen, Zooplus und Süss Microtec unter Druck

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Dax dank starker Quartalsberichte stabil – Inflationsangst in den USA bremst die Märkte – Bayer an der Spitze, Commerzbank punktet mit schwarzen Zahlen, Zooplus und Süss Microtec unter Druck

Gut aufgenommene Quartalsberichte mehrerer Dax-Konzerne haben dem deutschen Leitindex am Mittwoch zu einer moderaten Erholung verholfen. Nach dem starken Rückschlag vom Vortag legte der Dax um 0,20 Prozent auf 15 150,22 Punkte zu. Höhere Kursgewinne verhinderte jedoch eine überraschend starke Inflation der Verbraucherpreise in den USA. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel verlor 0,45 Prozent auf 31 638,68 Zähler.

Deutsche Telekom und Bayer konnten die Anleger mit ihren Geschäftszahlen überzeugen. Bayer-Aktien stiegen kräftig und auf den höchsten Stand seit September vergangenen Jahres. Auch die Papiere von Allianz legten nach dem Quartalsbericht des Versicherers zu.

Das beherrschende Thema blieb zur Wochenmitte die Inflation und die damit verbundene Gefahr steigender Zinsen. Die Teuerung in den USA überschritt im April die Marke von vier Prozent. Das dürfte nach Einschätzung des Helaba-Experten Ralf Umlauf die Zinsdebatte noch anheizen. Die Renditen im US-Anleihehandel stiegen kräftig. Unter Druck gerieten dagegen die Aktienkurse zinssensibler Titel wie die der Versorger und Immobiliengesellschaften.

Bayer an der Dax-Spitze

In Deutschland ging es vor dem Feiertag Christi Himmelfahrt in Sachen Quartalsberichte noch einmal richtig zur Sache. Sehr positiv war das Feedback vor allem für Bayer mit einem Kurssprung von 7,2 Prozent. Die starke Nachfrage nach Agrarprodukten bescherte dem Chemie- und Pharmakonzern einen überraschend guten Jahresauftakt. Analyst Thorsten Strauß von der Landesbank NordLB sah zudem die endgültige Beilegung der Rechtsstreitigkeiten in den USA in greifbarer Nähe gerückt.

Telekom stark

Die Aktien von Deutsche Telekom stiegen um 2,2 Prozent. Die Bonner punkteten im ersten Quartal mit hohen Barmitteln. Nach dem guten Jahresstart schraubten sie zudem die Prognose für 2021 leicht hoch. Allianz legten um 1,2 Prozent zu, die Münchener machten im ersten Quartal mehr Gewinn als erwartet. Der Kurs von RWE schloss dagegen nach Quartalszahlen leicht im Minus.

Merck im Minus

Die Papiere von Merck KGaA verloren 2,3 Prozent nach den endgültigen Quartalszahlen des Chemie- und Pharmakonzerns. Sie hatten im April bei gut 150 Euro ein Rekordhoch erreicht, seitdem ist die Luft raus. Das Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Delivery Hero, die ihre jüngste Talfahrt um 6,2 Prozent ausweiteten. Der Essenslieferdienst strebt rund zwei Jahre nach dem Ausstieg zurück an den deutschen Markt. Ab August will er dort unter der Marke Foodpanda wieder auftreten.

Commerzbank punktet mit schwarzen Zahlen

Im MDax taten sich die Papiere der Commerzbank mit einem Kurssprung um 8,6 Prozent positiv hervor. Das Bankhaus schrieb trotz erheblicher Kosten für den Umbau zu Jahresbeginn überraschend schwarze Zahlen und erhöhte die Ertragsprognose. Aktien von Varta stiegen um 3,9 Prozent. Der Batteriehersteller vermeldete einen ersten Kunden aus der Automobilindustrie für seine auf Elektroautos ausgerichteten Hochleistungszellen.

Zooplus und Süss Microtec unter Druck

Im SDax erwischte es die Papiere von Zooplus und Süss Microtec nach deren Quartalszahlen mit Abschlägen von 3,7 beziehungsweise 5,9 Prozent. Patrizia-Aktien gewannen dagegen 3,9 Prozent. Die Immobiliengesellschaft hatte Aktienrückkäufe angekündigt.

Europaweit stabilisierten sich am Mittwoch die Börsenkurse. Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 schloss 0,03 Prozent höher auf 3947,43 Punkte. Der Pariser Cac 40 legte noch etwas mehr zu. Der Londoner FTSE 100 brachte es auf ein Plus von knapp einem Prozent. Der US-Leitindex Dow lag zum europäischen Handelsschluss hingegen mit knapp einem Prozent im Minus.

Der Euro gab nach und notierte am frühen Abend mit 1,2075 US-Dollar. Der Dollar profitierte vom US-Inflationsanstieg. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2118 (Dienstag: 1,2170) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8252 (0,8217) Euro.

Am Rentenmarkt gaben die Kurse überwiegend nach, die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen stieg im Gegenzug von minus 0,25 Prozent auf minus 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,01 Prozent auf 144,14 Punkte zu. Der Bund-Future verlor am Abend 0,28 Prozent auf 168,99 Punkte vor.

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onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Imagentle / Shutterstock.com

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