Depot-Vergleich: So finden Sie den besten Broker 2020

Bei der Wahl des passenden Wertpapierdepots sollten Sie nichts dem Zufall überlassen. Schon allein wegen der Kosten macht ein Depot-Vergleich Sinn. 

Eightshot Studio

Was ist ein Depot und wie funktioniert es? Wir beantworten Ihre Fragen rund um den Wertpapierhandel.

Im Überblick:

  • Das Wichtigste zum Depot in Kürze
  • Schritt-für-Schritt: Welches Depot eignet sich für mich am besten?
  • Sind Sparpläne über das Depot möglich?
  • Wertpapierhandel: Was ist besser – börslich oder außerbörslich?
  • Wie eröffne ich ein Wertpapierdepot?
  • Kann ich ein Aktiendepot von einem Broker zu einem anderen übertragen?
  • Depot und Steuern: Welche steuerlichen Aspekte muss ich beim Depot berücksichtigen?
  • Wie sicher ist ein Depot?
  • Sonstige Fragen und Antworten rund ums Depot

Das Wichtigste zum Depot in Kürze

  • Wer Geld in Wertpapieren wie Aktien, ETFs, Fonds oder Zertifikaten anlegen oder ansparen will, braucht ein Depot.
  • Ein Aktiendepot kann bei einer Bank oder Sparkasse, einer Online-Bank oder Direktbank einem Broker (Online-Broker) oder einem Online-Vermögensverwalter ( Robo-Advisor) eröffnet und geführt werden. 
  • Die besten Wertpapierdepots (Aktiendepots) zeichnen sich durch eine kostenlose Depotführung und möglichst geringe Ordergebühren aus.
  • Gute Online-Depots überzeugen außerdem durch eine hohe Servicequalität sowie nützliche Zusatzfeatures wie Depotstatistiken oder kostenlose Echtzeit-Kurse ( Realtime).
  • Wo es die besten Depots gibt, zeigt der Depot-Vergleich von Onvista.
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Schritt-für-Schritt: Welches Depot eignet sich für mich am besten?

Die Auswahl an Aktien- und Wertpapierdepots ist groß und oft ist es nicht einfach, aus der Fülle an Angeboten die passende Bank bzw. Broker finden. Das hat zum einen damit zu tun, dass viele Anbieter, bei ihren Depots unterschiedliche Anlageschwerpunkte setzen. Bei dem einen steht der Wertpapierhandel mit Aktien im Vordergrund (Aktiendepot). Bei anderen sind es Exchange Traded Funds (ETFs). So bestehen beispielsweise die Depots von digitalen Vermögensverwaltern – auch als Robo-Advisor bezeichnet – in den meisten Fällen ausschließlich aus ETFs. Wieder andere Broker haben sich auf den Handel mit Währungen spezialisiert (Forex-Broker bzw. FX-Broker). Auch kann sich ein Depot an einen bestimmten Anlegertyp wenden. So sind die Anforderungen an ein Depot bei einem Trader andere als bei einem eher passiven Anleger.

Die Wahl des geeigneten Depots fällt auch oft deshalb nicht leicht, weil die Kosten beziehungsweise die Gebührenmodelle für die Depotführung und den Wertpapierhandel von Anbieter zu Anbieter zum Teil stark variieren. Bei dem einem Depot zahlen Sie zum Beispiel nur eine geringe oder gar keine Grundgebühr (Depotgebühr), dafür aber relativ hohe Ordergebühren. Bei anderen Depots ist die Grundgebühr preiswert, dafür sind die An- und Verkäufe von Wertpapieren vergleichsweise teuer.

Ein weiteres Auswahlkriterium können die die angebotenen Handelsplätze und Serviceleistungen darstellen. Besteht zum Beispiel Zugang zu Auslandsbörsen? Ist ein außerbörslicher Handel möglich? Gibt es Preisaktionen für den Handel mit bestimmten Wertpapierarten? Ist der Handel auch mobil über eine App möglich? Welche Handelszeiten sind gültig? Gibt es einen persönlichen Kundenservice, der für Fragen zur Verfügung steht?

Wer das passende Depot finden will, muss also mehrere Kriterien berücksichtigen. Umso wichtiger ist es, sich vorab zu überlegen, welche Aspekte für Sie wichtig sind. Nachdem dies erledigt ist, gilt es, über einen Depotvergleich, dass für Sie beste Depot zu finden. Tipp: Einen kostenlosen Depot-Vergleich mit zahlreichen bei der Auswahl hilfreichen Features gibt es auf Onvista.

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Schritt 1: Welcher Anlegertyp bin ich?

Um die Auswahl bei den Depotangeboten einzugrenzen, sollten Sie sich zunächst Gedanken über ihr Anlageverhalten und ihre Anlageziele machen. Wollen Sie viel mit Wertpapieren handeln, also auch kurzfristig Kurschancen durch entsprechende Wertpapierkäufe und -verkäufe nutzen. Dann sind Sie ein Trader, also jemand, der sehr aktiv am Börsengeschehen teilnimmt. In diesem Fall wird Ihr Depot eine hohe Orderhäufigkeit aufweisen. Oder steht bei Ihnen die langfristige Vermögensanlage beziehungsweise der stetige Vermögensaufbau im Vordergrund? Dann sind Sie ein klassischer Wertpapieranleger, dessen Depot von deutlich weniger Transaktionen und Umschichtungen gekennzeichnet sein wird.

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Die Tabelle zeigt die idealtypischen Ausprägungen des jeweiligen Anlegertyps. In der Praxis kommt es häufig zu Überlagerungen. So können auch klassische Wertpapieranleger kurzfristig auf bestimmte Kurstrends setzen. Auf der anderen Seite halten viele Trader bestimmte Positionen auch länger im Depot. Wichtig bei der Auswahl des Depots ist es, dass Sie generell einschätzen können, welchem der beiden Typen Sie sich eher zuordnen würden. Denn dadurch haben Sie einen ersten Anhaltspunkt, welches Depot unter dem Aspekt Kosten das Beste für sie ist.

Unter anderem führt Stiftung Warentest (Finanztest) hin und wieder Depot-Vergleiche durch. In der letzten Untersuchung vom September 2019 wurden 34 Filial- und Direktbanken getestet. Der günstigste Anbieter in dieser Gruppe in der Kategorie „Mittleres Depot“ (50.000 Euro mit 13 Positionen und 12 Order pro Jahr) war damals die Onvista Bank (Festpreis Depot), gefolgt von Flatex und der DKB. 

Tipp: Solche Depottests können lediglich einen ersten Anhaltspunkt liefern, welches Depot für Sie das Beste ist. Da sich Depottests allerdings immer auf einem bestimmten Zeitpunkt beziehen und sich die Konditionen im Zeitverlauf ändern können und darüber hinaus in der Regel nicht alle Anbieter in den Test mit einbezogen werden, sollten Sie selbst prüfen, welches Depot das günstigste ist bzw. am besten zu Ihren Anforderungen passt. Das geht zum Beispiel mit dem kostenlosen Online-Depot-Vergleich von Onvista.

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Schritt 2: Welche Kosten entstehen bei einem Wertpapierdepot?

Bei einem Depotkonto, zum Beispiel für ein Aktiendepot, können verschiedenen Kosten entstehen. Ob und in welcher Höhe Gebühren erhoben werden, hängt von der depotführenden Bank beziehungsweise vom Broker ab. Achten Sie beim Depot-Vergleich unbedingt auf diesen Punkt, denn entstehende Kosten können Sie nur über eine bessere Performance wieder ausgleichen. Die wichtigsten Kostenarten sind:

Gebühren für die Depotführung: 
Die Depotführungsgebühr ist eine Art Grundgebühr, die von vielen Banken und Brokern für die Verwahrung und Verwaltung der Wertpapiere in Rechnung gestellt wird. Dabei kann es sich um einen bestimmten Prozentsatz auf das Depotvolumen handeln, zum Beispiel 0,1 Prozent pro Jahr, oder sie wird als fixe Pauschalgebühr belastet, zum Beispiel 5,00 Euro im Monat. Manche Banken und Broker verzichten auf diese Grundgebühr und bieten eine kostenlose Depotführung an. Häufig ist dieser Verzicht jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Eine Vorgabe kann beispielsweise so aussehen, dass in einem vorgegebenen Zeitraum (z. B. ein Monat) eine gewisse Zahl an Transaktionen (z. B. 3 ausgeführte Order) erfolgt. Fällt die Orderzahl geringer aus, wird für den betreffenden Zeitraum die Depotgebühr belastet. In bestimmten Fällen verzichten Banken und Broker auf eine Depotgebühr, wenn der Kunde bei der Bank noch bestimmte andere Services nutzt, wie etwa die Führung eines aktiven Girokontos oder das regelmäßige Sparen über einen Wertpapiersparplan. Als Kombiangebote werden solche Pakete bezeichnet. Im Idealfall ist die Depotführung kostenlos und an keine Bedingung geknüpft. Wie die Praxis zeigt, ist das bei Online-Brokern am ehesten der Fall. 

Ordergebühren:
Die Ordergebühren werden von der Bank oder dem Broker für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie Aktien erhoben. Wie aus Depottests hervorgeht, können die Kostenmodelle der Banken und Broker hier sehr unterschiedlich sein. Einige bieten pauschale Festbeträge je Order (z. B. 10 Euro) an, unabhängig vom Ordervolumen. Als Flatfee wird eine solche fixe Ordergebühr bezeichnet. Andere Institute stellen einen bestimmten Prozentsatz vom Auftragswert der Transaktion als Orderprovision (z. B. 0,25 Prozent) in Rechnung. Häufig zu finden sind auch Kombinationen aus einer reduzierten Festgebühr zuzüglich einer prozentualen Orderprovision (zum Beispiel. 3,50 Euro Pauschalgebühr plus 0,1 Prozent Orderprovision). In der Praxis häufig zu finden sind auch Angebote, bei denen die Ordergebühr von der Orderhäufigkeit abhängt. Wer viel handelt, erhält dann einen Rabatt (Vieltrader-Rabatt). 

Als Faustformel gilt: Bei Transaktionen mit hohem Ordervolumen kann es ein Nachteil sein, wenn die Kosten prozentual pro Order abgerechnet werden. Möglicherweise ist eine feste Pauschale dann die bessere Alternative für den An- und Verkauf von Wertpapieren. Im nachfolgenden Beispiel wäre eine Festgebühr ab einem Orderwert von 2.000 Euro vorteilhafter. Bei einem Auftragswert unter 2.000 Euro wäre dagegen ein prozentuale Orderprovision mit weniger Kosten verbunden. Anleger sollten diesen Punkt beim Depot-Vergleich im Blick haben. Hier eine Beispielberechnung:

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Zu beachten in diesem Zusammenhang sind Mindestordergebühren. Das heißt, liegt das Ordervolumen unter einer bestimmten Summe greift ein Mindestsatz (zum Beispiel 9,90 Euro). Umgekehrt sind die Ordergebühren oftmals auch auf einen Höchstbetrag, also auf eine maximale Gebühr pro Order (zum Beispiel 50 Euro) gedeckelt. 

Börsen- oder Handelsplatzgebühren:
In der Regel werden Wertpapiere wie Aktien oder ETFs an regulierten Wertpapierbörsen wie der Frankfurter Wertpapierbörse oder der elektronischen Handelsplattform Xetra ge- und verkauft. Für die Nutzung des Handelsplatzes verlangen die Börsen Gebühren in Form von Handelsentgelten, die jedoch in der Regel sehr gering sind. So liegt zum Beispiel das Handelsentgelt der elektronischen Handelsplattform Xetra für den Kauf oder Verkauf eines DAX-ETFs im Orderwert von 10.000 Euro bei rund 2,50 Euro. Banken und Broker reichen diese Kosten unterschiedlich an ihre Kunden weiter. Während sie die einen in die Bankspesen je Order vollständig integrieren, weisen die anderen das Handelsentgelt separat als Börsenplatzgebühr aus oder erheben eine vom tatsächlichen Handelsentgelt unabhängige Provision, die sie als Börsenplatzgebühr bezeichnen. 

Wertpapiere wie Aktien, Zertifikate oder Optionsscheine können auch außerbörslich und damit ohne Börsenentgelte und Maklercourtage gehandelt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Depotbank bzw. der Broker einen solchen außerbörslichen Handel anbietet. Außerbörslich bedeutet, dass die Wertpapiere nicht über eine Börse ge- oder verkauft werden, sondern über einem Handelspartner des Depotbank. Bei Zertifikaten und Optionsscheinen sind das in der Regel die Emittenten, also die Banken, die die Produkte ausgegeben haben, wie zum Beispiel die Deutsche Bank (X-Markets), die Citi (CitiFirst) oder die HypoVereinsbank (HVB onemarkets). Auf Aktien wiederum bieten Wertpapierhandelshäuser wie Lang & Schwarz oder die Baader Bank einen außerbörslichen Handel an. 

Extra-Kosten:
Die weiteren Kosten, die bei einem Depotkonto anfallen können, sind in der Regel sehr spezifisch. Zu den bekanntesten Extra-Kosten zählen die Limit-Gebühren. Bei einem Limit beauftragt der Anleger den Broker, die betreffenden Wertpapiere nur zu einem festgelegten oder besseren Preis zu kaufen und verkaufen. Das erhöht die Kalkulationssicherheit. Aber: Wird die Limit-Vorgabe nicht erfüllt, verfällt die Order nach einer bestimmten Frist, die Gebühr wird jedoch trotzdem abgerechnet. Weitere Extra-Kosten können für die Einlösung fälliger Wertpapiere beim Handel mit ausländischen Papieren entstehen. Ebenfalls in diesem Zusammenhang zu beachten: Wer ein Online-Depot besitzt, Aufträge aber auf andere Weise, zum Beispiel telefonisch, übermittelt, muss dafür über eine gesonderte Bearbeitungsgebühr oft tief in die Tasche greifen. 

Schritt 3: So finden Sie das günstigste Depot

Grundsätzlich gilt: Wer häufig beziehungsweise sehr oft mit Aktien, ETFs, Derivaten oder sonstigen Wertpapieren handelt, sollte beim Depot zunächst auf möglichst niedrige Ordergebühren achten. Dann kann die Depotgebühr als weiteres Entscheidungskriterium mit einbezogen werden. Erfolgen Wertpapiertransaktionen dagegen eher selten, dann sollte umgekehrt die Gebühr für die Depotführung im Vordergrund stehen, und die Ordergebühren das zweitrangige Kriterium darstellen. Der nachfolgende Vergleich zeigt, dass Anleger oft enorme Summen sparen können, wenn sie sich für das passenden Gebührenmodell entscheiden.

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Schritt 4: Worauf es beim Vergleich noch ankommt

Die Kosten sind ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des passenden Depots. Das heißt aber nicht, dass das günstigste Depot tatsächlich auch das beste Depot für Sie ist. So geht der Preisvorteil ins Leere, wenn über das betreffende Depot nicht die von Ihnen gewünschten Wertpapiere gekauft werden können. Es stellt sich also die Frage, welche Wertpapiere bei welchem Broker gehandelt werden können. In diesem Zusammenhang spielt auch die Frage nach den Handelsplätzen eine Rolle. So bieten zum Beispiel nicht alle Broker einen Zugang zu ausländischen Börsen oder zu Terminbörsen an. Eingeschränkt ist oftmals auch die Auswahl an ETFs. Last, but not least können auch bestimmte Serviceleistungen entscheidend für die Auswahl sein, wie zum Beispiel das mobile Handeln (mobiles Trading) per App bzw. die Funktionalität der App oder der Wunsch nach einem jederzeit erreichbaren Kundenservice.

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Schritt 5: Der Depot- und Broker-Vergleich von Onvista

Mit dem kostenlosen Online-Depot-Vergleich von Onvista haben Sie die Möglichkeit auf einfache Weise mit wenigen Mausklicks das für Sie passende Depot zu finden. Sie können zum Beispiel, die verschiedenen Angebote nach Kosten oder Benotung zu sortieren. Um den Vergleich mit Ihren persönlichen Bedürfnissen an ein Depot auf eine Linie zu bringen, stehen darüber hinaus interaktive Eingabefeder, wie zum Beispiel das durchschnittliche Ordervolumen und die Orderzahl pro Jahr zur Verfügung. Auch haben Sie die Möglichkeit, selbst zu steuern, welche Relevanz für Sie zum Beispiel niedrige Kosten oder Service haben. Durch die Justierung der Schieberegler und der Auswahl der Börsen sowie die Bestimmung der Order, berechnet der Vergleich die anfallenden Kosten. Beispielhaft finden sich auf jeder Produktseite auch die Berechnung für drei verschiedene Anlegertypen. Der Depotvergleich von Onvista ist kostenlos und unabhängig. Die Depot-Datenbank wird ständig aktualisiert. Damit sind die Bestenlisten immer auf dem neuesten Stand. Auf diese Weise erhalten Sie eine schnelle Antwort auf die Frage: Wer ist der beste Broker für mich?

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Sind Sparpläne über das Depot möglich?

Sie wollen über einen Sparplan in Wertpapiere investieren und langfristig Vermögen aufbauen? Das geht zum Beispiel über ETF-Sparpläne. Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Aktienindex (nahezu) eins zu eins abbilden. ETFs sind nicht nur transparent, sondern auch deutlich preiswerter als herkömmliche Investmentfonds. Sie eignen sich daher sehr gut für den langfristigen Vermögensaufbau. Die Stiftung Warentest empfiehlt zum Beispiel ETF-Sparpläne auf den weltweiten Aktienindex MSCI World, der mehr als 1.600 Aktien aus 23 Ländern enthält.

Wer sich für ETF-Sparpläne interessiert, sollte bei der Wahl des Depots besonders stark auf die dafür anfallenden Kosten achten. Denn je höher die Gebühren, umso weniger bleibt von der Rendite, desto langsamer geht der Vermögensaufbau voran. Im Idealfall ist sowohl der monatliche Kauf der ETF-Anteile als auch die Depotführung kostenlos. Außerdem sollte ein ETF-Sparplan auch mit kleinen Beträgen möglich sein. Schließlich gilt es auch darauf zu achten, ob die Sparrate flexibel und möglichst ohne Berechnung von Gebühren vom Anleger angepasst oder ausgesetzt werden kann.

Neben ETF-Sparpläne bieten Direktbanken in der Regel auch klassische Fondssparpläne oder spezifische Aktiensparpläne an. Auch hier gilt es zu vergleichen, welche Gebühren und Kosten mit dem Sparplan verbunden sind.

Tipp: 
Viele Banken und Broker bieten ETF-Sparpläne auf ausgewählte ETFs von bestimmten ETF-Gesellschaften zu stark vergünstigten Preisen an. Dazu ein Beispiel: Bei Comdirect können Anleger derzeit aus 135 ETFs wählen, bei denen im Rahmen eines Sparplans kein Orderentgelt erhoben wird. Außerdem entfällt die Gebühr für die Depotführung, wenn im abzurechnenden Quartal mindestens eine Sparplanausführung erfolgt. Anleger zahlen für Sparpläne auf diese Top-Preis ETFs also weder Order- noch Depotgebühren. Wenn Sie sich für einen ETF-Sparplan interessieren, prüfen Sie, ob Ihr Broker entsprechende Top-Konditionen bietet oder führen Sie einen Kostenvergleich über den Depot-Vergleich von Onvista durch. Es zahlt sich aus!

Wertpapierhandel: Was ist besser – börslich oder außerbörslich?

Wertpapiere wie Aktien, Zertifikate oder Optionsscheine müssen nicht zwangsläufig an einer Börse ge- und verkauft werden. Die meisten Online-Banken und -Broker bieten auch einen außerbörslichen Handel (Direkthandel) an. Beim außerbörslichen Handel stellen Sie über eine spezielle Ordermaske eine Preisanfrage für ein bestimmtes Wertpapier. Der jeweilige Handelspartner des Online-Brokers teilt Ihnen dann einen unverbindlichen Preis mit. Innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne (von Sekunden) können Sie sich für oder gegen die Order entscheiden. Falls sie dem Preis zustimmen, wird die Order sofort zum vereinbarten Preis ausgeführt.

Beim außerbörslichen Handel spart sich der Anleger das Handelsentgelt der Börse. Außerdem bieten Online-Broker den außerbörslichen Handel mit gewissen Handelspartnern zu vergünstigten Ordergebühren an. Ein weiterer Vorzug gegenüber dem Börsenhandel: Wertpapiergeschäfte können auch außerhalb der offiziellen Börsenhandelszeiten getätigt werden. Welche Handelszeiten konkret für welche Wertpapiere gelten, hängt vom Handelspartner des Brokers ab. Der Nachteil des außerbörslichen Handels liegt darin, dass es keine Börsenaufsicht gibt, die die Transaktionen überwacht. Da Anleger zudem keine Möglichkeit haben in das Orderbuch einzusehen, ist der außerbörsliche Handel weniger transparent.

Wie eröffne ich ein Wertpapierdepot?

Schritt 1: Auswahl des individuell passenden Brokers
Vor jeder Depoteröffnung sollte zunächst ein Depot-Vergleich durchgeführt werden. Nur so lässt sich erkennen, wer hinsichtlich verschiedener Kriterien wie Kosten, Handelsmöglichkeiten und Serviceleistungen der am Besten passende Broker ist. Direktbanken und Online-Brokern bieten die Depoteröffnung im Online-Verfahren an. Neben den persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Meldeanschrift, Kontaktdaten (Telefonnummer, Mail) und Steuer-ID werden hier gegebenenfalls auch Angaben zur Einkommens- und Vermögenssituation verlangt. Außerdem wird ein Referenzkonto benötigt, über das die Wertpapiertransaktionen abgewickelt werden.

Schritt 2: Erfahrung zum Wertpapierhandel mitteilen
Ein weiterer Punkt: Seit 2018 muss jeder Neukunde in einer mehrstufigen Befragung Angaben über seine bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse mit Wertpapieren machen. Das dient dem Verbraucherschutz. Denn auf diese Weise kann die Depotbank den Anleger warnen, wenn dieser besonders riskante Wertpapiere, wie etwa Derivate, erwerben möchte. Abschließend müssen noch einige Angaben zu rechtlichen Hinweisen (z. B. Geldwäschegesetz) getätigt werden. Ist das alles erledigt, erscheint eine Übersicht, in dem alle Daten noch einmal angezeigt und geprüft werden können. 

Schritt 3: Legitimation per Post- oder VideoIdent
Abschließend prüft die Direktbank die Identität des Kunden. Die Legitimationsprüfung kann auf zweierlei Art erfolgen: über das PostIdent-Verfahren oder über das VideoIdent-Verfahren. Beim PostIdent-Verfahren weist sich der Kunde mit einem gültigen Ausweisdokument (Personalausweis/Reisepass) gegenüber einem Mitarbeiter einer Postfiliale aus. Der bestätigt seine Identität gegenüber der Bank. Einige Tage später erhalten die Kunden per Post alle Dokumente und Daten fürs Online-Depot zugesandt. Beim VideoIdent-Verfahren erfolgt die Legitimation per Webcam gegenüber einem geschulten Mitarbeiter. Das dauert oft nur wenige Minuten. Voraussetzung dafür ist ein internetfähiges Gerät (Smartphone, Laptop, PC) mit Webcam, Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung.

Tipp: 
Wer beim Wertpapierhandel Neuland betritt, sollte zunächst bei einer Bank oder einem Broker ein kostenloses Musterdepot eröffnen. Damit können fiktive Wertpapierkäufe und -verkäufe getätigt werden, ohne dass Sie ein echtes Risiko eingehen. Hier auf onvista können Sie solch ein kostenloses Musterdepot unkompliziert eröffnen.

Zum kostenlosen Musterdepot

Warum ein Depot eröffnen?

Auf klassische Bankeinlagen wie Festgelder oder Sparkonten herrscht schon seit geraumer Zeit akuter Zinsnotstand. Und daran dürfte sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Wer eine angemessene Rendite erzielen will oder vorhat per Sparplan langfristig Vermögen anzusammeln, muss sich nach chancenreicheren Anlagealternativen umsehen. In Vergangenheit überzeugten vor allem Aktien mit überdurchschnittlichen Wertzuwächsen. Wer Aktien, Fonds oder ETFs kaufen oder damit handeln will, benötigt ein Wertpapierdepot. Denn Privatpersonen ist es im Normalfall nicht gestattet, persönlich und direkt an der Börse aktiv zu werden. Über das Depotkonto werden Wertpapierorders (Kauf, Verkauf, Übertragung) abgewickelt und Wertpapierbestände verbucht und verwahrt. 

Wo bekomme ich ein Depot?

Depotkonten dürfen in Deutschland nur von zugelassenen Kreditinstituten oder Finanzdienstleistungsinstituten angeboten werden, sofern diese das Depotgeschäft, die Abschlussvermittlung oder eine Finanzportfolioverwaltung betreiben. Dazu zählen neben Filialbanken auch Online-Banken (Direktbanken), Broker, digitale Vermögensverwalter sowie Fondsgesellschaften.

Filialdepot versus Online-Depot 
Depots bei Filialbanken sind in der Regel vergleichsweise teuer, dafür kann sich der Kunde bei Anlageentscheidungen persönlich bei einem Vermögensberater über die Chancen und Risiken eines Investments informieren. Eine Garantie, dass die Beratung sich auch in steigenden Kursen niederschlägt, gibt es indes nicht. Wer dagegen beim Wertpapierkauf auf die persönliche Beratung seiner Hausbank verzichten kann, sollte ein Depot bei einer Direktbank oder einen Online-Broker eröffnen. Der Kunde ist in diesen Fällen für sein Online-Aktiendepot selbstverantwortlich und tätigt Wertpapiertransaktionen in Eigenregie per Mausklick. Der Vorteil von Online-Depots liegt in den zum Teil deutlich günstigeren Depotkosten. 

Direktbank versus Online-Broker 
Die Begriffe Online-Bank (Direktbank) und Online-Broker werden häufig synonym verwendet. Ganz richtig ist das eigentlich nicht. Denn während Online-Banken auch klassische Bankdienstleistungen wie Girokonten, Kreditkarten oder Festgelder anbieten, haben sich Online-Broker häufig auf den Wertpapierhandel spezialisiert. Dadurch können sie mitunter besonders günstige Konditionen etwa in Form einer preiswerten Flatfee (= pauschale Ordergebühr) anbieten. Auch wenn der Übergang zwischen Online-Bank und Online-Broker häufig fließend ist, gelten Institute wie Comdirect, Consorsbank, DKB oder ING als Direktbanken. Beispiele für Online-Broker sind Flatex oder Smartbroker. Online-Broker können aber auch zu bestimmten Bankengruppen gehören, wie S-Broker (Sparkassengruppe), Geno-Broker (VR-Gruppe) oder Maxblue (Deutsche Bank).  

Depots beim Robo-Advisor 
Wertpapierdepots können auch bei digitalen Vermögensverwaltern, sogenannten Robo-Advisorn, geführt werden. Bei einem Robo-Advisor handelt es sich um ein auf algorithmischen Modellen basierendes Computerprogramm, welches die Investmentziele und die Risikoneigung des Anlegers analysiert und daraus eine optimierte Anlagestrategie ableitet. Darauf basierend erfolgt die Konstruktion des Portfolios durch Investitionen in ausgewählte Vermögenswerte. In der Regel handelt es sich dabei um preisgünstige Aktien-ETFs, das sind börsennotierte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Referenzindex, zum Beispiel die des DAX, nahezu eins zu eins abbilden. Für das Depotmanagement verlangen Robo-Advisor eine Servicegebühr. Der Vorteil von digitalen Vermögensverwaltern liegt darin, dass sich der Anleger in der Regel nicht um die Betreuung und Steuerung seines Depots selbst kümmern muss (Full-Service-Robos). Das spart mitunter jede Menge Zeit und Arbeit. Zu den in Deutschland bekanntesten Robo-Advisorn gehören unter anderem cominvest, Scalable Capital, Quirion oder Liquid. 

Zum Ratgeber Robo-Advisor

Depots für Fonds 
Auch klassische Investmentfonds werden in Depots verwahrt und gehandelt. Anleger haben dabei die Möglichkeit direkt bei der Fondsgesellschaft ein Depot zu eröffnen. Denn viele große Fondsanbieter wie Union Investment, Deka oder DWS bieten ihren Kunden ein eigenes Fondsdepot an, über das sie Fonds der Gesellschaft kaufen und verwahren, Spar- und Auszahlpläne nutzen und von günstigen Tausch- und Wiederanlagekonditionen profitieren können. Die meisten Fondsdepots können auf Wunsch des Kunden online geführt werden. Dafür gibt es in der Regel vergünstigte Depotgebühren. 

Wie lange dauert eine Depoteröffnung und wann ist der Handel möglich?

Die Dauer der Depot-Eröffnung unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Manche Online-Banken senden nach erfolgter Antragstellung und Legitimierung dem Kunden die Zugangsdaten fürs Depot per Post zu. Das dauert in der Regel zwei bis fünf Tage. Erst dann ist im Normalfall der Handel möglich. Andere Broker aktivieren das Depot bereits unmittelbar nach erfolgter Identifikationsprüfung per VideoIdent. In diesem Fall kann sofort gehandelt werden. Je nach Anbieter sollten Sie vorsichtshalber von ca. 2 Wochen ausgehen, bis alle Zugangsdaten etc. bei Ihnen eingegangen sind.

Kann ich ein Aktiendepot von einem Broker zu einem anderen übertragen?

Ja, das geht. Die meisten Online-Banken und Online-Broker bieten hierfür einen Depotwechsel-Service an. Zuerst müssen Sie allerdings ein Depot bei Ihrem Broker nach Wahl eröffnen. Ist das geschehen, loggen Sie sich in Ihren persönlichen Bereich ein und klicken auf dem entsprechenden Online-Service „Depot übertragen“ oder „Depot wechseln“. Über ein Online-Formular ermächtigen Sie dann die neue Bank, Ihr altes Depots zu übertragen. Sie haben dabei die Wahl zwischen einer Komplettübertragung oder dem Transfer einzelner Wertpapiere. Alles, was Sie dazu benötigen ist die Depotnummer beziehungsweise die Zugangsdaten ihres bisherigen Brokers. Der Abschluss erfolgt über eine digitale Unterschrift oder durch Eingabe einer TAN.

Warum sich ein Depotwechsel auszahlen kann

Mit einem Depotwechsel können Sie mitunter viel Geld sparen. Depot-Vergleiche zeigen, dass das je nach Tradingverhalten bis zu mehrere Hundert Euro pro Jahr sein können. So hat die Stiftung Warentest die jährlichen Kosten von 34 Depots unterschiedlicher Anbieter untersucht. Am teuersten schnitten dabei durchweg die Depots von Filialbanken ab. Bei einem „mittleren Depot“ (Anlagevolumen von 50.000 Euro, Wertpapierbestand 12 Positionen, 12 Order pro Jahr) lagen die jährliche Kosten pro Jahr in der Gruppe zwischen 313 und 612 Euro, während die günstigsten Online-Depots die gleichen Leistungen schon unter 100 Euro angeboten haben. Anleger können durch einen Depotwechsel aber nicht nur die laufenden Kosten reduzieren, sondern häufig auch von Sonderaktionen profitieren. Viele Banken und Broker bieten Neukunden für eine bestimmte Zeit vergünstigte Konditionen an (zum Beispiel reduzierte Ordergebühren) oder gewähren Gutschriften. 

Wie lange dauert ein Depotübertrag?

Ein Depotübertrag kann bis zu mehreren Wochen in Anspruch nehmen, auch wenn es der Umzugsservice von Online-Banken häufig anders suggeriert. Denn die Bearbeitungsdauer hängt nicht alleine von dem Institut ab, auf das die Papiere übertragen werden, sondern auch von der Mitwirkung der bisherigen Depotbank, den Lagerstellen der Wertpapiere und etwaigen weiteren in den Übertragungsprozess eingebundenen Stellen. Insbesondere bei der Übertragung von ausländischen Wertpapieren muss meist mit einer längeren Bearbeitungsdauer gerechnet werden.

Entstehen für einen Depotübertrag Kosten?

Der Depotübertrag als solcher muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs immer kostenfrei frei. Denn ein Depotanbieter kommt bei der Übertragung von Wertpapieren lediglich seiner gesetzlichen Pflicht zur Herausgabe der Papiere nach, weshalb er keine Gebühren für diesen Schritt berechnen darf. Angefallene Fremdgebühren dürfen allerdings an den Anleger weitergeben werden. Beachte: Wollen Sie Ihr Depot auf eine im Ausland ansässige Bank oder Broker übertragen, dann kann es sehr wohl sein, dass Ihnen Übertragungsgebühren in Rechnung gestellt werden.

So klappt der Depotwechsel

Damit der Depotübertrag möglichst reibungsfrei über die Bühne geht, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Prüfen Sie, ob alle Wertpapiere auf das neue Depot übertragen werden können Wertpapiere, die beim neuen Depotinhaber nicht handelbar sind (zum Beispiel ausländische Aktien), können auch nicht transferiert werden. Dasselbe gilt für Bruchteile an Investmentfonds. Geben Sie in diesem Fall die Bruchteile an die Fondsgesellschaft zurück oder beauftragen Sie die alte Depotbank mit dem Verkauf.
  • Haben Sie Ihre Weisungen im Ihrem Depotübertragsauftrag vollständig und unmissverständlich erteilt? Das spart mitunter unnötigen Ärger.
  • Während des Depotwechsels hat der Anleger auf die zu übertragenden Wertpapiere keinen Zugriff, sodass deren Verkauf in dieser Zeit nicht möglich ist. Er kann in dieser Phase zum Beispiel nicht auf einen Kurssturz reagieren oder Gewinne realisieren. Daher sollte die Übertragung kritischer Papiere möglichst in ruhigen Börsenzeiten durchgeführt werden.
  • Sollten nach zwei bis drei Wochen noch nicht alle Wertpapiere übertragen worden sein, fragen Sie bei Ihrer Depotbank nach. Bleibt die Nachfrage erfolglos, wenden Sie sich an die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).
  • Nach erfolgtem Depotübertrag sollten Sie prüfen, ob alle Wertpapiere korrekt und mit den richtigen Daten übertragen worden sind. Vergewissern Sie sich auch, dass die Anschaffungswerte korrekt übermittelt wurden. Diese werden bei einer späteren Besteuerung benötigt.
  • Wird das alte Depot nicht mehr genutzt, sollte dessen Löschung beauftragt werden. Ansonsten entstehen mitunter unnötige Depotführungsgebühren.

Depot und Steuern: Welche steuerlichen Aspekte muss ich beim Depot berücksichtigen?

In Deutschland unterliegen Kapitalerträge grundsätzlich einer Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Unter die Abgeltungssteuer fallen auch Kapitalerträge aus Wertpapieren bzw. Wertpapiergeschäften. Das können zum Beispiel Zinsen, Dividenden, Fondsausschüttungen, Kursgewinne bei Veräußerung oder Erträge aus Termingeschäften sein. Fallen in Ihrem Depot solche Erträge an, wird die darauf fällige Abgeltungssteuer automatisch von der Depotbank an den Fiskus abgeführt. Es sei denn, Sie haben einen Freistellungsauftrag gestellt. Die Obergrenze hierfür wird durch den Sparerpauschbetrag vorgegeben. Er liegt bei Ledigen bei 801 Euro pro Jahr und bei 1.602 Euro bei Verheirateten/Lebenspartnern. Das heißt, Kapitalerträge sind in dieser Höhe pro Jahr steuerfrei. Wer mehrere Depots oder Konten unterhält kann den Freistellungsauftrag auch auf mehrere Banken und Broker splitten. Bei den meisten Direktbanken und Brokern kann die Höhe des Freistellungsauftrag im Online-Verfahren selbst eingegeben und verändert werden.

Tipp: 
Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter dem Abgeltungssteuersatz können Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung die Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte mit dem niedrigeren Steuersatz beantragen. Ihr Finanzamt prüft die für Sie günstigere Lösung (Günstigerprüfung) und erstattet gegebenenfalls "zu viel" gezahlte Steuern.

Tipp:
Sind Sie Rentner, Student oder Minderjährig? Dann könnten Sie komplett von der Abgeltungssteuer befreit sein. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihrer Bank oder ihrem Broker eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) vorlegen können. Die NV-Bescheinigung kann von jeder natürlichen Person beim Finanzamt beantragt werden, wenn das Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 9.408 Euro liegt (Stand: 01.01.2020) und Sie deshalb keine Einkommenssteuer zahlen müssen.

Beachte steuerliche Sonderregelung bei Fonds: 
Die Besteuerung von Fonds und ETFs erfolgt seit 2018 in pauschalierter Form. Dies gilt sowohl für im Inland als auch für im Ausland aufgelegte Fonds. Die steuerliche Vorbelastung auf Fondsebene wird pauschal ausgeglichen, indem Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen beim Anleger teilweise steuerfrei bleiben (sog. Teilfreistellung). Wie hoch der steuerfreie Anteil ist, richtet sich nach der Art des Fonds. Der verbleibende Teil unterliegt der Abgeltungsteuer. Erfolgt keine oder eine nur geringe Ausschüttung, wird ersatzweise eine sogenannte Vorabpauschale besteuert.

Welche Nachweise erhalte ich über den Steuerabzug?

Deutsche Privatanleger erhalten von ihrer Depotbank eine Jahressteuerbescheinigung, in der alle relevanten Angaben zum Steuerabzug vermerkt sind.

Können Verluste aus einem Wertpapier steuerlich angesetzt werden?

Ja. Verluste aus Wertpapiergeschäften werden von der Depotbank automatisch mit bereits realisierten Gewinnen und Erträgen aus Wertpapieranlagen verrechnet. Zuviel gezahlte Abgeltungssteuer wird zurückerstattet. Eine Ausnahme bilden Verluste aus der Veräußerung von Aktien. Solche können nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien ausgeglichen werden. Dazu ein Beispiel: Sie haben zwei Aktien im Depot. Die erste verkaufen Sie mit einem Gewinn von 100 Euro, die zweite mit einem Verlust von 40 Euro. Abgeltungssteuerpflichtig wären in diesem Fall nur 60 Euro. Die Depotbank führt zu diesem Zweck zwei Verlustverrechnungstöpfe, die zur Gegenrechnung mit abzugspflichtigen Kapitalerträgen dienen: den Verlustverrechnungstopf „Aktien“, in den nur die Verluste aus der Veräußerung von Aktien eingestellt werden, und den Verlustverrechnungstopf „Sonstige“, in den die übrigen Verluste bzw. negativen Kapitalerträge (z. B. gezahlte Stückzinsen) einfließen.


Was geschieht mit Verlusten, die von der Bank nicht verrechnet werden konnten („Verlustüberhang“)?

Diese Verluste wird die Bank automatisch ins nächste Kalenderjahr übertragen und mit den in diesem Kalenderjahr bezogenen Kapitalerträgen verrechnen. Der Verlust geht damit steuerlich nicht verloren. Ein Verlustübertrag ins neue Jahr unterbleibt, wenn der Kunde bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres unwiderruflich die Ausstellung einer Verlustbescheinigung bei der Bank beantragt. Dies ist dann sinnvoll, wenn der „Verlustüberhang“ im Rahmen der Veranlagung zur Verrechnung mit Kapitalerträgen des laufenden Jahres genutzt werden soll. Zum Beispiel weil diese bei einer anderen Bank mit Abgeltungsteuer belastet wurden oder im Ausland realisierte Kapitalerträge erst in der Veranlagung durch das Finanzamt mit Abgeltungsteuer zu belasten sind.

Fallen bei einem Depotübertrag Steuern an?

Wer Wertpapiere mit Gewinn verkauft, muss auf den Veräußerungserlös Abgeltungssteuer zahlen. Ein Depotübertrag wird steuerlich aber nicht als Verkauf betrachtet, vorausgesetzt der Inhaber des alten und des neuen Depots sind identisch. Dann teilt die abgebende Depotbank der übernehmenden Depotbank die Anschaffungsdaten der Wertpapiere mit. Die übernehmende Bank kann somit auch nach einem Depotübertrag das korrekte steuerliche Ergebnis aus einem (späteren) Verkauf oder einer endfälligen Einlösung der Wertpapiere ermitteln.

Anders verhält es sich, wenn es sich bei Inhaber des alten und neuen Depots um verschiedene Personen handelt, etwa wenn Eltern ihr Depot auf ein Kind übertragen wollen. Dann handelt es sich um einen sogenannten Gläubigerwechsel. Steuerlich wird der Übertrag dann beim abgebenden Depotinhaber als Veräußerung und beim aufnehmenden Depotinhaber als Anschaffung der Wertpapiere betrachtet. Das ist ein wichtiger Punkt, weil der Inhaber des alten Depots gegebenenfalls Abgeltungssteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) auf etwaige Veräußerungsgewinne zahlen muss.

Wie sicher ist ein Depot?

Die Wertpapiere, die Ihre Bank oder Ihr Broker für Sie in einem Depot verwahrt, verbleiben grundsätzlich in Ihrem Eigentum. Die Papiere werden von der Depotbank lediglich treuhänderisch verwaltet. Sollte das Institut Insolvenz anmelden, haben Sie daher einen Anspruch auf Herausgabe der verwahrten Wertpapiere. Ähnliches gilt, wenn Sie Ihr Vermögen in Investmentfonds angelegt haben, und die Investmentanteile bei der Fondsgesellschaft verwahrt werden. Auch hier fallen im Pleitefall die verwahrten Investmentanteile nicht in die Insolvenzmasse der Gesellschaft, sondern müssen an Sie herausgegeben werden. Für beide Fälle gilt: Sie müssen Ihre Ansprüche schriftlich beim Insolvenzverwalter geltend machen.

Guthaben das auf dem Referenzkonto des Depots geparkt sind, werden, sofern es sich um ein Konto bei einer in Deutschland zugelassenen Bank handelt, von der gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Eine entsprechende Einlagensicherung gilt auch EU-weit. 

Sonstige Fragen und Antworten rund ums Depot

Nachfolgend finden Sie weitere spannende Details zum Wertpapierdepot.

Kann ich auch ein Gemeinschaftsdepot eröffnen?

Sie können Depotkonten auch als Gemeinschaftskonten führen. Im Falle eines Gemeinschaftskontos, etwa bei Verheirateten, müssen die Personalien von beiden Depotinhabern angegeben werden. Das Gemeinschaftsdepot wird in der Regel als Oder-Konto geführt. Das heißt, jeder Kontoinhaber kann allein über das Depot verfügen. Wenn Transaktionen nur durch die beiden Depotinhaber gemeinsam möglich sein sollen, spricht man von einem Und-Konto.

Ich möchte ein Depot für meine Kinder eröffnen. Ist das möglich?

Ein Depot für Minderjährige kann nur mit Erlaubnis des oder der Erziehungsberechtigten eröffnet werden. Der bzw. die Erziehungsberechtigten haben zugleich die Vollmacht über das Depot. Die Eröffnung eines Depots für Kinder bzw. Minderjährige gestaltet sich in der Regel unkompliziert, wenngleich bei bestimmten Anbietern die Eröffnung im Online-Verfahren nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist.

Welche Wertpapiere eigenen sich für ein Depot für Kinder?

Einige Online-Broker schließen zum Schutz von Minderjährigen von Vorneherein komplexe oder sehr riskante Wertpapiere wie Derivate aus. Besonders gut geeignet sind dagegen Anlagen, die das Risiko breit streuen. Dazu zählen insbesondere Fonds und ETFs (Indexfonds). 

Was ist beim Referenzkonto zu beachten?

Bei dem Referenzkonto handelt es sich in der Regel um ein Girokonto, das aber nicht zwangsweise bei der depotführenden Bank geführt werden muss. 

Tipp: 
Wer häufig mit Wertpapieren handelt, sollte darauf achten, dass auf dem Referenzkonto immer genügend Liquidität vorhanden ist, um bei sich eröffnenden Marktchancen sofort handeln zu können. Ansonsten müsste erst Geld auf das Referenzkonto überwiesen werden und das kann dauern und die Marktchance ist möglicherweise vertan.

Kann ich auch bei meiner Hausbank ein günstiges Online-Depot eröffnen?

Bei den meisten Banken und Sparkassen ist das möglich. Ein Online-Depot bei der Hausbank ist zwar meist günstiger, als die Aufträge in der Filiale aufzugeben, aber für gewöhnlich auch teurer als die Depotführung und der Wertpapierhandel über eine Direktbank oder einen Online-Broker.

Was ist ein Musterdepot und für wen ist es sinnvoll?

In einem Musterdepots sind alle Transaktionen rein fiktiv. Die virtuellen Käufe und Verkäufe orientieren sich aber an den echten Börsenkursen. Börsenneulinge können auf diesen Weise den Handel mit Wertpapieren üben ohne dabei Gefahr zu laufen, reale Verluste zu erleiden. Aber auch für erfahrene Anleger können Musterdepots nützlich sein, etwa um bestimmte Anlagestrategien risikolos durchzuspielen. Die meisten Banken und Broker bieten Musterdepots kostenlos an.

Zum onvista-Musterdepot

Kann ich Depots vererben oder verschenken?

Ja. Wenn Sie Ihr Depot vererben oder verschenken, kommt es zu einem Gläubigerübertrag, allerdings zu einem unentgeltlichen. In diesem Fall ist die Übertragung nicht abgeltungssteuerpflichtig.

Was ist ein CFD-Broker?

Die Leistungen von CFD-Brokern unterscheiden sich etwas von denen klassischen Brokern. Bei einem CFD-Broker wie Nextmarkets ordern Sie keine an der Börse gehandelten Wertpapiere wie Aktien oder ETFs. Stattdessen schließen Sie einen Differenzausgleichsvertrag (Contract for Difference, kurz CFDA) mit dem Broker ab. CFDs sind Anlageinstrumente, mit denen Sie an steigenden - oder fallenden Kursen unterschiedlicher Basiswerte mit einem Hebel teilnehmen können. Wegen der Hebelwirkung gehen CFDs mit dem hohen Risiko einher, schnell viel Geld zu verlieren. CFDs eignen sich daher nur für spekulative und erfahrene Anleger.

Was ist ein Forex-Broker?

Eine spezielle Art von Online-Broker ist der sogenannte Forex-Broker, auch als FX-Broker oder Devisenbroker bezeichnet. Ein Forex-Broker stellt Anlegern und Tradern eine spezielle Handelsplattform zur Verfügung, über die Devisen beziehungsweise Währungspaare (zum Beispiel Euro/US-Dollar) mit einem Hebel gehandelt werden können.