Telekom: Wie die Tochter, so die Mutter - Prognose wird angehoben

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Der Bonner Dax Konzern macht es heute seiner Tochter nach und erhöht die Prognose. Bei Anlegern kommt so ein Schritt bekanntlich gut an, die Aktie der Telekom startet allerdings mit einem Minus in den Handelstag. Trotzdem gehören die Bonner in diesem Jahr zu den besten Werten im Dax. Hinter Bayer und der Deutschen Börse ist die Telekom mit einem Plus von rund 10 Prozent einer der wenigen Werte im deutschen Leitindex die eine positive Performance in diesem Jahr vorweisen können.

Klitzekleiner Schritt nach vorn

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (Ebitda AL) des Jahres 2022 solle bei mehr als 36,6 Milliarden Euro liegen und damit etwas besser als bislang in Aussicht gestellt, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Freitag in Bonn mit. Verglichen mit dem Vorjahreswert auf Pro-Forma-Basis - also ohne Veräußerung der Geschäfte in Rumänien und den Niederlanden - wäre das eine geringfügige Verbesserung.

Das Betriebsergebnis ohne Verzerrung durch Endgeräte-Vermarktung (Core Ebitda AL) soll nunmehr bei mehr als 35,6 Milliarden Euro liegen. Auch hier wäre das etwas besser als zuvor vom Vorstand in Aussicht gestellt. Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow AL) soll mit mehr als zehn Milliarden Euro ebenfalls leicht höher ausfallen als zuvor angepeilt. Im Vorjahr lag der Wert bei 8,8 Milliarden Euro. Die Prognosen werden auf Basis konstanter Wechselkurse gestellt.

Kein Kandidat für spektakuläres Umsatz-Wachstum

Im ersten Quartal stieg unterdessen der Umsatz um 6,2 Prozent auf gut 28 Milliarden Euro. Dabei profitierte Europas größter Telekom-Konzern von seinen Service-Umsätzen, die überproportional stark wuchsen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (Ebitda AL) stieg dank günstiger Wechselkurse und Veräußerungen um fast sieben Prozent auf 9,9 Milliarden Euro.

Beim Gewinn sieht es anders aus

Der Konzernüberschuss lag im ersten Quartal mit 3,9 Milliarden Euro mehr als viermal so hoch wie im Vorjahr. Das lag aber maßgeblich an der teilweisen Veräußerung von Glasfaser Plus sowie dem Abschluss der Transaktion in den Niederlanden. Doch auch um diese Effekte bereinigt lag der Nettogewinn mit 2,2 Milliarden Euro fast doppelt so hoch als noch vor einem Jahr.  

Aktie bleibt ein solides Investment

Der Ruf als langweiligste Aktie im Dax wird die Telekom wahrscheinlich nicht mehr loswerden. Auch die Prognose-Erhöhung hört sich alles andere als spektakulär an, aber die Aktie hat in den vergangenen Tagen und Wochen gegen den allgemeinen Trend zugelegt. Während der Dax seit Jahresanfang mehr als 13 Prozent verloren hat, liegt die Aktie der Telekom über 10 Prozent im Plus. Damit schleicht sich die Telekom auch wieder in kleinen Schritten an ihr Mehrjahreshoch bei fast 19 Euro ran. 

In der aktuellen Phase ist die langweiligste Aktie im Dax eher ein Fels in der Brandung mit Potenzial. Anleger sollten die Papiere daher nicht aus den Augen verlieren. Sollte der Kurs über 19 Euro ziehen, dann könnte auch nicht sehr lange dauern, bis die 20 Euro überschritten wird. Viele Analysten sehen das Kursziel klar oberhalb dieser runden Marke. Daher ist die Telekom-Aktie doch nicht so langweilig.

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