CO2-Entnahme aus Atmosphäre soll in EU vorangetrieben werden

dpa-AFX · Uhr

BRÜSSEL (dpa-AFX) - In der EU soll die Entnahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre künftig besser überwacht und überprüft werden können. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder verständigten sich in der Nacht zum Dienstag auf einen freiwilligen Zertifizierungsrahmen für den Kohlenstoffabbau, wie sie mitteilten. Dieser freiwillige Rahmen solle den hochwertigen Kohlenstoffabbau fördern und vereinfachen sowie Greenwashing entgegenwirken.

Grundlage der Verhandlungen war ein Vorschlag der EU-Kommission. Zwar sei es am wichtigsten weniger CO2 zu emittieren, hieß es von der Brüsseler Behörde bei der Vorstellung. Gleichzeitig müssten verbleibende Emissionen aber ausgeglichen werden - etwa indem CO2 aus der Atmosphäre entfernt wird. Ein EU-weiter Rahmen stelle Anforderungen an die Überprüfung und Zertifizierung der CO2-Entnahme durch Dritte und stärke so die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Zertifizierungsverfahren, hieß es.

Die Verordnung deckt verschiedene Arten der CO2-Entnahme ab - etwa die dauerhafte Speicherung des Gases durch industrielle Technologien oder durch klimafreundliche Landwirtschaft, wie das Parlament mitteilte.

Die neuen Regeln trügen zum Ziel der EU bei, bis 2050 klimaneutral zu sein, hieß es. Sie müssen noch von den Ländern und dem Europaparlament formal angenommen werden.

CO2-Entnahme waren auch auf der vergangenen Weltklimakonferenz in Dubai ein stark diskutiertes Thema, da manche Ölstaaten zur Bekämpfung der Erderwärmung eher auf solche Technologien statt auf konsequenten Klimaschutz setzen wollen - wovor Klimaforscher eindringlich warnen.

Die Umweltorganisation WWF kritisierte die Pläne. "Ein neuer Ablasshandel wird das Klima nicht schützen", sagte Viviane Raddatz, Klimachefin bei WWF Deutschland. Wer seine eigenen Emissionen über fragwürdige Speicherprojekte kompensiere, verschließe die Augen vor den wirtschaftlichen und naturwissenschaftlichen Notwendigkeiten. "CO2-Minderungen sind von Entnahmen streng zu unterscheiden - leider lässt die EU in ihrer Einigung die Grenze verschwimmen."/rdz/DP/jha

Neueste exklusive Artikel