Fico lädt Selenskyj im Erdgasstreit zu Gespräch ein

Reuters · Uhr
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Prag/Danzig (Reuters) - Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat im Erdgasstreit den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Gesprächen eingeladen.

Ficos Büro veröffentlichte am Montag einen offenen Brief an Selenskyj, in dem ein Treffen in der Slowakei nahe der ukrainischen Grenze vorgeschlagen wurde. Dabei könnten technische Lösungen für das Problem der Erdgasdurchleitung erörtert werden, hieß es. Kurz darauf schrieb Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst X: "Ok. Kommen Sie am Freitag nach Kiew." Eine Antwort darauf von Fico lag zunächst nicht vor.

Zum Jahresende war ein Transitvertrag zwischen den Kriegsparteien Russland und Ukraine ausgelaufen. Damit kamen am Neujahrstag die russischen Erdgasexporte über die Pipelines durch die Ukraine zum Erliegen. Auch die Slowakei ist betroffen. Der Schritt war erwartet worden, die meisten EU-Staaten wie Deutschland versorgen sich aus anderen Quellen wie etwa mit Flüssigerdgas (LNG) aus den USA. Auch die Slowakei verfügt über alternative Bezugsmöglichkeiten.

Fico macht jedoch geltend, dass das EU-Land seine eigenen Transiteinnahmen verliere und zusätzliche Gebühren zahlen müsse. Aufgrund des höheren Erdgaspreises nach dem Wegfall von rund 13,5 Milliarden Kubikmetern (bcm) Gas im vergangenen Jahr - darunter etwa drei bcm für die Slowakei - seien Europa Kosten in Milliardenhöhe entstanden, argumentiert er. Fico strebt eine Wiederaufnahme der Lieferungen an. Er will zudem allgemein die Beziehungen seines Landes zu Russland verbessern. Am 22. Dezember sprach er in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Durchleitung, was zu scharfer Kritik aus der Ukraine führte. Die Slowakei hat ihre Militärhilfe an die Regierung in Kiew eingestellt.

(Bericht von Jan Lopatka, Jason Hove and Yuliia Dysa; Geschrieben von Scot W. Stevenson; redigiert von Birgit Mittwollen; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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