Dax Tagesrückblick 17.12.2025

Dax kann Marke von 24.000 Punkten nicht halten - Rüstungswerte steigen

onvista · Uhr
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Dax als Wort auf Chart
Quelle: Adobe Stock/Mediaparts

Nichts geht mehr am deutschen Aktienmarkt: Kurz vor Ende des Börsenjahres 2025 scheinen die Investoren ihre Bücher zu schließen und keine Risiken mehr eingehen zu wollen. Der Leitindex Dax rutschte am Mittwoch im späten Handel erstmals seit Anfang vergangener Woche wieder unter die runde Marke von 24.000 Punkten. Zum Ende eines von geringen Börsenumsätzen geprägten Handels stand für den Dax ein Minus von 0,48 Prozent auf 23.960 Punkte zu Buche.

Nach dem Anstieg des Dax bis Mitte Dezember und der jüngsten Stagnation über 24.000 Punkten kann von einer vorweihnachtlichen Jahresendrally keine Rede mehr sein. "Nachhaltige Kauflaune will beim deutschen Leitindex aktuell einfach nicht aufkommen", bemerkte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners.

Zur Zurückhaltung unter den Anlegern dürfte die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag beigetragen haben. Angesichts sich aufhellender Wachstumsaussichten dürfte die EZB "die Bremse ziehen" und die Leitzinsen nicht weiter senken, schrieb Jörg Held, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter Ethenea. Da sich die Inflation bei zwei Prozent einpendle, bestehe "keine Notwendigkeit für hektische Zinsschritte nach unten oder oben".

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Mittwoch 0,6 Prozent auf 29.866,36 Zähler. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, schloss ebenfalls 0,6 Prozent niedriger.

Hoffnung auf Milliardenfreigabe belebt Rüstungswerte

Die zuletzt wieder unter Druck geratenen Rüstungswerte profitierten von einem Bericht der "Financial Times" über die anstehende Freigabe deutscher Milliardenaufträge. Demnach soll der Bundestag voraussichtlich noch an diesem Mittwoch Rüstungsausgaben von über 50 Milliarden Euro genehmigen. Die Aktien von Rheinmetall verzeichneten ein Kursplus von circa 1,8 Prozent. Für Renk und Hensoldt ging es um etwa 1,3 beziehungsweise 2,7 Prozent nach oben.

Die Titel deutscher Autohersteller zeigten sich nach einem EU-Vorschlag zu den Änderungen am Verbrenner-Aus etwas schwächer. Für die Papiere von BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen ging es zuletzt um knapp 0,8 bis zwei Prozent nach unten.

“Angesichts erhöhter Erwartungen an eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen CO2-Politik für den Automobilsektor gehen wir davon aus, dass das angekündigte Paket bestenfalls als 'im Rahmen' liegend oder sogar als moderate Enttäuschung angesehen wird.“

UBS-Analyst Patrick Hummel

Mögliche US-Vergeltung belastet Siemens und DHL

Die Dax-Werte Siemens und DHL rückten nach einem Bericht über mögliche Vergeltungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten mit Verlusten zwischen eins und zwei Prozent in den Anlegerfokus. SAP stiegt hingegen um circa 0,1 Prozent.

Wie es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters heißt, droht die US-Handelsbehörde USTR nach einer Anfang Dezember verhängten EU-Strafe gegen die Kurznachrichten-Plattform X mit einem Gegenschlag - als Ausgleich für die angebliche Benachteiligung von US-Firmen, während Europäer in den USA frei agieren könnten.

Die Ionos-Aktien fielen nach einem verdüsterten Ausblick des Internet-Dienstleisters um fast 0,8 Prozent. Das zu United Internet gehörende Unternehmen kürzte sein Wachstumsziel für 2025, beließ das Gewinnziel aber unverändert.

Südzucker unter Druck nach enttäuschender Prognose

Die Titel von Südzucker reagierten mit minus 5,9 Prozent auf einen gedämpften Ausblick des Nahrungsmittelkonzerns. Analyst Oliver Schwarz von Warburg Research sprach von enttäuschenden Aussichten auf das neue Geschäftsjahr, in dem Südzucker von einem weiter schwierigen Markt ausgeht. Enttäuschend seien vor allem fehlende Fortschritte bei der Profitabilität. Die Analysten von MWB Research stuften die Aktien daraufhin "Sell" ab.

Detaillierte Geschäftszahlen samt Ausblick bescherten den Aktien von Thyssenkrupp Nucera einen Kursanstieg von etwa 6,7 Prozent. Neuigkeitswert hatte die Aussage, dass das Management ein weiterhin robustes Chlor-Alkali-Geschäft erwartet.

(mit Material von dpa-AFX)

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