
Ein durchwachsener Arbeitsmarktbericht aus den USA hat die Rekordjagd im Dax am Freitag weiter angetrieben. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex erstmals bis auf 25.281 Punkte und ging letztlich 0,5 Prozent höher bei 25.262 Zählern ins Wochenende. In der ersten Handelswoche des neuen Jahres hat der Dax damit knapp drei Prozent zugelegt. Der MDax legte derweil am Freitag 0,3 Prozent auf 32.167 Punkte zu.
Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sprach von einer klar erkennbaren Schwäche am Jobmarkt der USA. Die US-Notenbank Fed habe daher Raum für mehr Zinssenkungen, als es die Projektionen derzeit vorsehen. "Die Zahl der netto neu geschaffenen Stellen blieb hinter den Erwartungen zurück und so festigt sich das Bild, wonach der US-Arbeitsmarkt deutlich an Dynamik verloren hat", kommentierte Helaba-Experte Ralf Umlauf.
Derweil trieben geopolitische Risiken die Ölpreise weiter an. Nach dem Angriff auf Venezuela richtete US-Präsident Donald Trump auch Drohungen in Richtung Iran. Die Anleger sollten trotz der glänzenden Fassade an der Börse die Warnlampen also nicht gänzlich ignorieren, mahnte Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades. Noch zeige der Dax zwar keine Anzeichen von Schwäche, die Devise vieler Investoren laute aber: "Zum Verkaufen noch zu früh, für einen massiven Neueinstieg vielleicht schon etwas spät."
MDax auf Hoch seit 2022 – Auto1 an der Spitze
Deutliche Zugewinne bei Einzeltiteln gab es vor allem im Mittelwerte-Index MDax. Aktien von Teamviewer gewannen zum Handelsschluss 5,7 Prozent. Der Softwarekonzern erreichte sein Umsatzziel für 2025. Noch stärker stieg der Kurs des Internet-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 mit plus 6,2 Prozent, womit sie gut 30 Euro kosteten.
Hintergrund der Rally ist eine positive Einschätzung der Aktie durch die US-Investmentbank Goldman Sachs. Analyst James Tate hatte in einem Quartalsausblick ein hohes Kursziel von 39 Euro genannt. Das bei 31,50 Euro liegende Hoch seit November 2021 bleibt damit greifbar.
Experte Tate schrieb in einem am Freitag vorliegenden Ausblick auf das vierte Geschäftsquartal, dass er der Handelsplattform Autohero eine Absatzentwicklung über dem Konsens und den Zielsetzungen zutraue. Er betonte, die Voraussetzungen bei Auto1 für das Jahr 2026 seien bei offenbar anhaltenden Marktanteilsgewinnen vielversprechend. Autohero erreiche schnell die gewünschte Größe in einem attraktiven Marktumfeld, das nur Platz für einen Gewinner biete.
(mit Material von dpa-AFX)






