Dax dreht kurz vor Handelsschluss ins Minus - Telekom-Aktie legt zu

Nach einem kräftigen Kursanstieg am Vormittag - beflügelt von guten Siemens-Zahlen - stieg der Dax im Handelsverlauf zeitweise über die Marke von 25.200 Punkte und lag zeitweise etwa 1,5 Prozent im Plus. In einem heftigen Sell-Off kurz vor Handelsschluss verlor der Index allerdings dann noch knapp 400 Punkte vom Tageshoch und schloss am Ende des Tages dann noch im Minus mit 0,11 Prozent bei 24.827 Punkten.
Der Goldpreis verlor am Nachmittag innerhalb weniger Minuten über 100 Dollar je Feinunze, Silber gab sechs Prozent nach. Die Gründe für den Kursrutsch sind aktuell noch unbekannt.
US-Inflationsdaten im Fokus
Gespannt warten die Anleger auf Inflationszahlen, die am Freitag in den USA auf der Agenda stehen. Diese sind der nächste wichtige Baustein, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank beurteilen zu können. Ein überraschend guter US-Jobbericht hatte am Vortag noch für Gegenwind gesorgt. Nach Angaben der Landesbank Helaba war er ein zweischneidiges Schwert, weil mit den Konjunktursorgen auch die Zinssenkungshoffnungen schwinden.
Siemens-Aktie kann Gewinne nicht halten
Mit einem Kurssprung um mehr als sechs Prozent auf ein Rekordniveau über 270 Euro waren Siemens-Aktien am Vormittag zwischenzeitlich der größte Gewinner im deutschen Leitindex. Allerdings gab die Aktie das Gros der Zugewinne im Handelsverlauf wieder ab und lag am Ende des Tages nur noch ein Prozent im Plus. Zu den anfänglichen Kursgewinnen bei Siemens trug am Donnerstag bei, dass Siemens nach einem starken Geschäftsjahresauftakt seine Ergebnisprognose erhöhte. Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank sah darin eine positive Überraschung und stellte die These auf, dass eine weitere Anhebung der Ziele im Jahresverlauf als Kurstreiber folgen könnte.
Telekom-Aktien größter Gewinner im Dax
Tagesgewinner im Dax mit einem Zugewinn von über sechs Prozent waren die Anteilsscheine der Deutschen Telekom. Anleger hakten hier durchwachsene Resultate von T-Mobile US ab. Analyst Mathieu Robilliard von Barclays sah sich von den Neuigkeiten der US-Tochter und guten Aussichten in Deutschland insgesamt ermutigt und bezeichnete den eingepreisten Abschlag als zu ausgeprägt. Den Aktien gelang ein Hoch seit September.
Heidelberg Materials verliert zweistellig
Heidelberg Materials-Aktien fielen am Nachmittag deutlich und lagen zum Handelsschluss gut zehn Prozent im Minus nach Aussagen des Bundeskanzlers Friedrich Merz über eine mögliche Lockerung der Klimaschutzvorschriften. Merz deutet an, dass das EU-Emissionshandelssystem überarbeitet oder verschoben werden könnte, was den bisherigen Wettbewerbsvorteil des Unternehmens beeinträchtigen würde.
Heidelberg Materials würden unter einem möglichen Aufweichen der EU-Pläne besonders deutlich leiden. Der Konzern hat bisher als Profiteur stärkerer Klimaschutzmaßnahmen gegolten, da er eine branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im Produktionsprozess innehat. Anleger hatten daher bislang Kostenvorteile für den deutschen Zementhersteller gesehen, sobald die Ausgabe kostenloser Zertifikate gestoppt wird.
Anfang Februar hatte das "Handelsblatt" bereits unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten über eine Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU berichtet. Seither hat die Heidelberg-Materials-Aktie 18,5 Prozent eingebüßt. (mit Material von dpa-AFX)





