Dax rutscht deutlich ab - steigende Ölpreise verunsichern Anleger

Der Dax hat am Donnerstag erneut deutlich nachgegeben. Bis zum Handelsschluss verlor der Leitindex 1,61 Prozent auf 23.815 Punkte. Damit beendete der Dax die am Vortag begonnene Erholung wieder. Als Belastungsfaktor erwiesen sich dabei erneut steigende Ölpreise, die den Index am Nachmittag in die Verlustzone drückten. Der MDax rutschte um 2,2 Prozent auf 29.688 Zähler ab, während der Euro Stoxx 50 1,5 Prozent verlor.
Skepsis und Vorsicht unter den Investoren sind unverändert groß. Die Energiepreise seien gestiegen und die physischen Lieferungen aus der Region unterbrochen, schrieb Analyst Felix-Antoine Vezina-Poirier vom Analysehaus BCA Research. Sollte die Inflation infolge des Kriegs im Nahen Osten und daher höherer Energiepreise dauerhaft steigen, sollten Anleger in Aktien und Anleihen untergewichtet sein. Cash und Rohstoffe seien in diesem Fall die Alternativen.
Der Iran feuerte am Donnerstag erneut Raketen auf Israel ab. Gleichzeitig hat Aserbaidschan den Iran für einen Drohnenangriff in der autonomen Exklave Nachitschewan verantwortlich gemacht und mit Vergeltung gedroht. Der iranische Generalstab wies Berichte über Drohnenangriffe auf Aserbaidschan zurück.
Die israelische Luftwaffe beendete derweil nach Angaben eines Militärsprechers ihre zwölfte Angriffswelle gegen den Iran. Neben Zielen in Teheran seien Angriffe auf das Hauptquartier einer Spezialeinheit der iranischen Sicherheitskräfte in der Provinz Albors geflogen worden, hieß es. In Teheran seien unter anderem Ziele der Revolutionsgarden angegriffen worden. Neben Dutzenden Kommandozentren seien Waffenlager und Waffenproduktionsstätten Ziel der Angriffe gewesen.
DHL und Merck nach schwachen Ausblicken mit Verlusten
Hierzulande läuft die Saison der Quartalsbilanzen auf vollen Touren. Der Logistikriese DHL gab einen verhaltenen Ausblick für 2026, der Kurs fiel daraufhin um gut fünf Prozent. Der Chemie- und Pharmakonzern Merck rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang. Die Aktien gaben als größter Verlierer im Dax um sieben Prozent nach.
Eine Kaufempfehlung der Citigroup verhalf den Aktien von Airbus zu einem Plus von 1,5 Prozent. In der zweiten Reihe büßten Aktien von Ströer 4,3 Prozent. Die Gewinnprognose des Werbedienstleisters für 2026 habe arg enttäuscht, hieß es von JPMorgan.
Im SDax verteuerten sich Jenoptik um 5,5 Prozent. Etwas überraschend steigt der Optikspezialist zum 23. März in den MDax auf. Auch Salzgitter und der Motorenbauer Deutz rücken in den MDax auf. Absteigen in den SDax müssen dafür Teamviewer, Fielmann und Carl Zeiss Meditec. Im Leitindex Dax gibt es keine Änderungen.
Die Papiere des Anlagenherstellers Dürr verloren 3,5 Prozent. Analysten monierten eine schwache Prognose des Unternehmens für die zu erwartenden Aufträge. Starke Geschäftszahlen des Software-Entwicklers GFT Technologies ließen den Kurs um fast 11 Prozent nach oben springen.
Gold dreht ins Minus - Kurs näher sich 5.000-Dollar-Marke
Der Kurs des Euro sank am Donnerstag. Am Devisenmarkt bleibt der Iran-Krieg mit höheren Öl- und Gaspreisen das bestimmende Thema. Am Nachmittag sank der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung auf 1,1578 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1618 (Mittwoch: 1,1649) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8607 (0,8584) Euro.
Der Dollar bleibt nach Einschätzung von Marktbeobachtern vorerst als Krisenwährung gefragt, während der Euro im Gegenzug unter Druck steht. Die starke Verteuerung von Rohöl und Erdgas steht im Mittelpunkt des Interesses. "Dies weckt Inflationssorgen und die Angst davor, dass die Notenbanken die bisher als möglich erachteten Zinssenkungen verschieben oder die Leitzinsen sogar erhöhen", heißt es in einer Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen, Helaba. Am Mittwoch hatte sich die Lage etwas entspannt, doch am Donnerstag legten die Preise für Öl und Gas wieder zu.
Der Goldpreis drehte nach anfänglichen Gewinnen in die Verlustzone. Zuletzt kostete eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) 5.078 US-Dollar, das waren 1,7 Prozent weniger als am Mittwoch. In Euro gerechnet ging es um 1,2 Prozent nach unten. Wie bei den Aktienmärkten auch löste der Konflikt im Iran starke Preisbewegungen bei Gold aus. Nach einem Sprung zum Wochenanfang bis auf rund 5.400 Dollar gab Gold die Gewinne wieder ab. Üblicherweise gilt das Edelmetall als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten und profitiert von Unruhe an den Märkten.
(mit Material von dpa-AFX)





