Dax Tagesrückblick 19.03.2025

Dax bricht auf tiefstes Niveau seit April 2025 ein - Immo-Aktien besonders schwach

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Quelle: Pavel Ignatov/Shutterstock.com

Verlustreicher Tag an den Börsen: Der deutsche Leitindex Dax hat am Donnerstag erneut einen schweren Verlust erlitten. Eine Eskalation im Krieg zwischen dem Iran und den USA sowie Israel vergraulte die Investoren. Bei den jüngsten Attacken gerieten sowohl iranische Gasfelder sowie die weltgrößte LNG-Fördereinrichtung in Katar unter Beschuss. Das trieb den Ölpreis an und fachte neue Inflationsängste an.

Der Dax verlor deshalb 2,82 Prozent auf 22.839 Punkte. Das war einer der größten Kursrückgänge der vergangenen Wochen, wenngleich der Index zu Beginn des Konflikts größere Tagesverluste verbuchte. Die Marke von 23.000 Punkten, die zuletzt als Unterstützung fungierte, ist damit verloren. Außerdem notiert der Dax nun so tief wie seit Ende April 2025 nicht mehr.

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Ein Händler analysiert Marktdaten.

In der zweiten Reihe verlor der MDax 3,71 Prozent auf 28.423 Punkte. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 2,14 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB), die den Leitzins an diesem Tag zwar wie erwartet unverändert beibehielt, warnte vor deutlich unsichereren Aussichten durch den Krieg im Nahen Osten. "Er hat Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge."

Mit dem israelischen Angriff auf das bedeutende iranische Gasfeld "South Pars" habe der Iran-Krieg "eine neue Eskalationsstufe erreicht", sagte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden." Dabei ist die deutsche Wirtschaft besonders anfällig. "Wegen der hohen Exportabhängigkeit vieler Sektoren würde eine globale Konjunkturabkühlung Deutschland besonders stark treffen", konstatierte Aktienexperte Andreas Lipkow von CMC Markets.

Immobilien-Aktien mit besonders großen Verlusten

Hierzulande neigt sich die Berichtssaison der Unternehmen dem Ende zu und die letzten Nachzügler legten ihre Geschäftszahlen vor. Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia verdiente zwar im vergangenen Jahr wegen höherer Mieteinnahmen mehr, doch im schwachen Umfeld sackte die Aktie um 12,2 Prozent ab.

JPMorgan-Analyst Neil Green verwies auf die Inflationsrisiken und daher steigende Anleiherenditen, die der Branche Probleme bereiten. Viele Immobilienkonzerne haben hohe Schulden und reagieren deshalb besonders sensibel auf Änderungen des Zinsumfelds. Die Aktien von TAG und LEG Immobilien verloren deshalb 7,5 respektive 7,7 Prozent.

Positiv stachen dagegen nach laut Goldman Sachs "beruhigenden Quartalszahlen" die Aktien von United Internet und deren Töchter Ionos und 1&1 hervor. Ionos sprangen im MDax um 9,2 Prozent nach oben, United Internet gewannen 2,6 Prozent und 1&1 stiegen um 3,3 Prozent.

Lanxess sackten dagegen um 11,5 Prozent ab und waren Schlusslicht im MDax. Die Ziele des Chemiekonzerns für 2026 lägen unter den Erwartungen, schrieb Barclays-Analyst Anil Shenoy. Der freie Barmittelzufluss sei schwach ausgefallen und die Nettoverschuldung etwas höher als von ihm erwartet.

Euro nach Zinsentscheid der EZB fester, Gold deutlich schwächer

Der Kurs des Euro stieg nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1510 US-Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent höher als am Morgen. Zeitweise erreichte der Euro ein Tageshoch bei 1,1539 Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1489 (Mittwoch: 1,1500) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8703 (0,8695) Euro.

Die EZB hat die Leitzinsen trotz Sorgen vor einer neuen Inflationswelle wegen des Iran-Kriegs wie erwartet unverändert belassen. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent. Allerdings erwartet die Notenbank wegen des Ölpreisschocks und steigender Energiekosten einen Inflationsschub im Euroraum. Sie hat ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben: "Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Er drohe die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu bremsen.

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Ein Tanker wird beladen.

Harsche Verluste gab es auch bei Edelmetallen, die sonst als Krisenwährung in turbulenten Börsenphasen gefragt sind. Gold verlor bis zum Handelsschluss in Frankfurt rund 4,6 Prozent, eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete 4.614 US-Dollar und damit so wenig wie seit Mitte Januar nicht mehr. In Euro rutschte der Unzenpreis um fünf Prozent ab. Das sind für Gold außergewöhnlich starke Bewegungen. Bei Silber ging es sogar um über sieben Prozent auf rund 70 Dollar bergab.

Auf den Edelmetallpreisen lastet die Aussicht auf steigende Zinsen, bedingt durch einen Inflationsschub. Die zinslosen Metalle verlieren dann gegenüber Anleihen an Attraktivität, obwohl sie oft auch als Inflationsschutz genannt werden. Allerdings mahnten Analysten, dass in den Preisen nach der enormen Rally 2025 viel Spekulation stecke und Gold aufgrund der zuletzt hohen Volatilität nicht als "sicherer Hafen" gefragt sei.

(mit Material von dpa-AFX)

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