Amazon: Gewinn um 29 Prozent rückläufig – Rallye vorerst gestoppt – Chance oder Risiko?

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Amazon: Gewinn um 29 Prozent rückläufig – Rallye vorerst gestoppt – Chance oder Risiko?

Der amerikanische Internet-Gigant konnte mit seinem vorgelegten Zahlenwerk nur zum Teil überzeugen. Während der Umsatz kräftig in die Höhe schnellte, musste Amazon beim Gewinn deutliche Abstriche verzeichnen. Die Coronapandemie fordert auch beim Konzern von Jeff Bezos seinen Tribut. Sowohl beim Gewinn, als auch beim Ausblick. Nachbörslich wurden die Zahlen von den Anlegern nicht sehr freundlich aufgenommen.

Gewinn je Aktie klar unter Vorjahr und Erwartungen

Das Amazon den Wert aus dem Vorjahr übertrifft, dass stand in Zeiten der Corona-Pandemie nicht auf den Zetteln der Experten. Allerdings blieb der Bezos-Konzern auch klar unter dem niedriger angesetzten Schätzungen. Im ersten Quartal fuhr Amazon einen Gewinn je Aktie von 5,01 Dollar ein. Die  Analysten hatten im Schnitt mit 6,48 Dollar gerechnet. Im Vorjahresquartal standen 7,09 Dollar in den Büchern von Amazon. Unterm Strich fiel der Gewinn im ersten Quartal um rund 30 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.

Kosten deutlich gestiegen

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte von Amazon, dass der Gewinn niedriger ausfällt, da der Internet-Riese in sein eigenes Wachstum investiert. So dürfte es jetzt auch wieder sein. Während sehr viele US-Konzerne Arbeitnehmer entlassen haben, hat Amazon eine

eine Einstellungsoffensive angesichts des großen Kundenansturms auf seine Lieferdienste gestartet. Dies hat zum einen den Gewinn geschmälert und zum anderen auch die neuen Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des Konzerns. Zudem sind die Versankosten Amzons um 49 Prozent auf etwas mehr als 10 Milliarden Dollar in die Höhe geschnellt.

Umsatz zieht kräftig anDie Erlöse von  Amazon machten einen kräftigen Satz um 26 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar und übertrafen damit klar die Erwartungen der Analysten. Nach 59,70 Milliarden im Vorjahreszeitraum beliefen sich die Prognosen der Experten auf 71,62 Milliarden Dollar.Gewinn dürfte auch in Q2 belastet sein„Vom Online-Shopping über AWS bis hin zu Prime Video und Fire TV zeigt die aktuelle Krise die Anpassungsfähigkeit und Beständigkeit des Amazon-Geschäfts wie nie zuvor, aber es ist auch die schwierigste Zeit, die wir je hatten“, sagte Gründer und CEO Jeff Bezos bei der Verkündung der Zahlen. Daher könnte Amazon im zweiten Quartal sogar ein Minus verzeichnen. Allerdings aus guten Gründen. „Unter normalen Umständen würden wir im zweiten Quartal einen Betriebsgewinn von mindestens 4 Milliarden Dollar erwarten. Dies sind jedoch keine normalen Umstände. Stattdessen gehen wir davon aus, dass wir die gesamten 4 Milliarden Dollar und vielleicht sogar ein bisschen mehr für COVID-bezogene Maßnahmen ausgeben werden, um unsere Produkte sicher zu den Kunden zu bringen und die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Spanne für das Betriebsergebnis fiel daher sehr breit aus. Sie liegt bei minus bis plus 1,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz soll  zwischen 18 und 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ansteigen.

Amazon denkt wie immer weitsichtig

In der Vergangenheit hat Jeff Bezos schon oft bewiesen, dass er genau zum richtigen Zeitpunkt den Gewinn für Investitionen in die Zukunft zurückstellt. Die Corona-Pandemie dürfte den Amazon-Gründer zwar auch ein gutes Stück zu diesem Schritt gezwungen haben, aber das spielt keine so große Rolle. Das die Anleger Amazon nachbörslich abstrafen, weil der Internet-Riese „nur“ 2,5 Milliarden Dollar verdient hat, zeigt ein wenig, wie sehr doch einiges an der Börse aus dem Ruder gelaufen ist. Wie viele börsennotierte Konzerne weltweit würden sich nach so einem Ergebnis die Finger lecken? Aber die Börsianer fordern immer mehr, immer mehr.

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Die Vergangenheit hat auch immer wieder gezeigt, dass Amzon zu Unrecht abgestraft worden ist, wenn man den Gewinn in die Zukunft investiert hat. Daher dürfte der Rücksetzer eher eine Chance als ein Risiko sein. Auch die Analysten bleiben nach Zahlen und Ausblick positiv gestimmt für Amazon.

Goldman hebt Ziel auf 3.000 Dollar

Die US-Investmentbank hat das Kursziel für Amazon nach Quartalszahlen von 2900 auf 3000 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf „Conviction Buy List“ belassen. Das Umsatzwachstum des Onlinehändlers und Internetkonzerns habe sich beschleunigt, doch hätten die wegen der Corona-Krise gestiegenen Kosten auf dem Gewinn gelastet, schrieb Analyst Heath Terry in einer am Freitag vorliegenden Studie. Langfristig sollte sich das Umsatzwachstum positiv auswirken.

Von Markus Weingran

Foto: hadrian / Shutterstock.com

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