Drei Fragen an Bernecker: Lohnt sich vor der Aufspaltung ein Einstieg in IBM, wird Morphosys mit der Constellation-Übernahme glücklich und droht jetzt eine größere Marktkorrektur?

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In unserer heutigen Ausgabe fragen wir nach einer Einschätzung zum Morphosys-Deal, ob sich ein Einstieg in IBM vor der Aufspaltung lohnt und ob eine größere Marktkorrektur wahrscheinlich ist.

Drei Fragen an Bernecker: Lohnt sich vor der Aufspaltung ein Einstieg in IBM, wird Morphosys mit der Constellation-Übernahme glücklich und droht jetzt eine größere Marktkorrektur?

onvista-Redaktion: Die Märkte haben am Montag deutlich Schlagseite bekommen, konnten sich jedoch fürs erste wieder fangen. Die Stimmung unter Analysten wird jedoch pessimistischer. Morgan Stanley hält nun angesichts der Warnsignale aus den Anleihemärkten, der steigenden Inflation und der weiteren Pandemie-Unsicherheit eine Marktkorrektur von 10 bis 20 Prozent für möglich. Sollte man lieber erst im Herbst wieder an die Börse zurückkehren und vorerst abwarten?

Die kurze Korrektur am Montag ist der Beginn einer etwas längeren Konsolidierung. In zwei Tagen ist sie nicht abgehakt. Die Berichtssaison zeigt, wie unterschiedlich die Ergebnisse der Firmen ausfallen, je nachdem, worauf sich die jeweiligen Veränderungen (in Prozent) beziehen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2020 gewaltig, gegenüber dem ersten Quartal 2021 schon etwas bescheidener. Insgesamt jedoch: Die Richtung stimmt. Völlig unklar ist dagegen die weitere Einschätzung der Anleihenmärkte. Darin liegen unkalkulierbare Risiken zum einen aus Sicht der Pandemielage und zum anderen aus Sicht der direkten geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank. Das ergibt eine Gemengelage, die in den nächsten drei bis sechs Wochen unklar läuft. Wirkliche Gefahren drohen jedoch nicht.

onvista-Redaktion: IBM will sich aufspalten und die jüngeren Geschäfte rund um Cloud und KI unter dem Namen IBM in den Fokus rücken – die jüngsten Zahlen zeigen das Wachstumspotenzial dieser Bereiche. Lohnt sich ein Einstieg vor der Aufspaltung, weil die Bereiche vielleicht noch stärker unterbewertet sind als vom Markt angenommen?

Knock-Outs zur IBM Aktie

Kurserwartung
Aktie wird steigen
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Höhe des Hebels
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IBM war einst Weltmeister in Sachen Technologie und Vorbild für alle. Ebenso wie bei Hewlett Packard wurde umfangreich umgebaut und unglücklich entschieden. In den letzten 20 Jahren versuchten fünf oder sechs Chefs, dem immer noch größten IT-Dienstleister der Welt eine neue Richtung zu weisen. Dieser neue Schwerpunkt soll das Cloud-Business werden. Vertretbar ist der Verkauf von Randbereichen, aber eine eindeutige und für den Markt erklärbare Strategie gibt es noch nicht. Also bleibt IBM ein Hoffnungswert. HP hat es erfolgreicher absolviert. Die Trennung von Enterprise von den Kerngeschäften (Compaq PC) erwies sich als erfolgreich. Wer Geduld hat, kann in ähnlicher Form auf IBM setzen.

onvista-Redaktion: Morphosys und Constellation Pharmaceuticals – ein Deal, mit dem die Anleger einfach nicht warm werden wollen. Die Vorteile sind klar – sollten die vielversprechenden Medikamente von Constellation Erfolg haben, wäre das ein nachhaltiger Hebel für die Geschäfte von Morphosys. Allerdings ist die Übernahme-Partnerschaft zwischen Morphosys und Royalty Pharma bzw. die Konditionen dieses Deals vielen ein Dorn im Auge, da er als teuer angesehen wird. Wie sehen Sie das Chance/Risiko-Verhältnis bei diesem Deal für die Morphosys-Aktie?

Morphosys wagt eine riskante Strategie. Die Ausgangslage war erkennbar, nachdem der Gründer und Chef vor zwei Jahren ohne Kommentar die Bühne verließ. Sachkommentare gab es dazu nicht. Inzwischen halbierte sich der Marktwert und insgesamt blieb nur noch ein Drittel des früheren Marktwertes übrig. Aktuell sind es noch 1,8 Mrd. €. Der Kauf des amerikanischen Krebsspezialisten wird nicht in der Sache, aber im Preis kritisiert. Damit haben deutsche Analysten stets Probleme, wie auch in anderen Fällen sichtbar wurde. Die Amerikaner zahlen grundsätzlich höhere Preise für Firmen, in denen ein Potenzial steckt. Das lässt sich nicht am aktuellen Umsatz oder Gewinn festmachen, sondern insbesondere in der Medizin mit langfristigen Vorteilen der sogenannten Pipeline als Ergebnis der Forschung. Reicht der inzwischen getestete Tiefstkurs aus, diese Risiken richtig eingepreist zu haben? Eine Basis um 50 € müsste reichen.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Foto: Bernecker

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