Heimversorgung in der Virus-Krise stützt Geschäft von Unilever

Reuters

Düsseldorf (Reuters) - Hamsterkäufe vor allem von Knorr-Suppen und Magnum-Eiscreme haben das Geschäft des Konsumgüterkonzerns Unilever in der Coronakrise gestützt.

Im zweiten Quartal sanken die Umsätze lediglich um 0,3 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro, statt wie von Analysten prognostiziert um 4,3 Prozent. In den USA zogen die Erlöse des Konsumgüterkonzerns, dessen Produktpalette von Dove-Seife über Lipton-Tee bis hin zu Pfanni-Kartoffelpüree reicht, sogar um 7,3 Prozent an, in einigen Kategorien sogar um 20 Prozent, wie Finanzvorstand Graeme Pitkethly am Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr sorgten zudem deutlich niedrigere Marketingkosten für einen Gewinnanstieg um 10,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, obgleich die Erlöse um 1,6 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro schrumpften.

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kurssprung von 8,7 Prozent. "Die starke Leistung von Unilever in diesem Zeitraum und eine zunehmend fokussierte Strategie haben bei den Anlegern für einen Seufzer der Erleichterung geführt", kommentierte Analyst Richard Hunter von Interactive Investors.

"Wir haben die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens unter Beweis gestellt", erklärte Konzernchef Alan Jope. Der Einbruch der Nachfrage von Produkten für Restaurants, Schulen oder Kinos, die in der Corona-Krise teilweise geschlossen waren, wurde ausgeglichen durch mehr Lebensmittel-Einkäufe der privaten Verbraucher, die sich während des Corona-Lockdown zu Hause versorgen mussten. Finanzvorstand Pitkethly warnte jedoch vor zu viel Zuversicht. In letzter Zeit habe es in einigen Regionen wie Lateinamerika und Afrika einen raschen Anstieg von Coronavirus-Fällen gegeben. Hinzu komme ein Anstieg der Gewalt in Mexiko, was die Geschäfte schwierig mache.

Der Vorstand kündigte zudem an, einen Teil des Teegeschäftes, zu dem die Marken Lipton und Pukka gehören, mit einem Umsatz von insgesamt zwei Milliarden Euro abgeben zu wollen. Das Teegeschäft in Indien und Indonesien bliebe aber im Konzern. Ende Januar hatte Unilever das Teegeschäft ins Schaufenster gestellt.

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