Kutzers Zwischenruf: Freut Euch, Anleger, trotzdem!

Hermann Kutzer

Vorab möchte ich nachdrücklich begrüßen, was der onvista-Börsenfuchs in seinem gestrigen Kommentar herausgestellt hat. Dazu passen auch meine heutigen Gedanken zu den jüngsten Ergebnissen der Marktforschung. Und der Dax erfüllt die optimistischen Erwartungen der Börsen-Bullen, denn er lässt sich durch die Verschärfung des Lockdowns nicht von seinem Pfad abbringen.

Die Headline der Nürnberger GfK: „Mehrheit der Deutschen freut sich nicht auf Weihnachten.“ Denn eine umfangreiche Befragung hat ergeben, dass trotz allem rationalen Verständnis für die Kontaktbeschränkungen 59 Prozent der Bundesbürger angeben, sich in diesem Jahr nicht richtig auf Weihnachten zu freuen. Insbesondere fehlen den Verbrauchern die vorweihnachtlichen Rituale, wie zum Beispiel Weihnachtsfeiern, Besuche auf dem Weihnachtsmarkt, Treffen mit Freunden oder Kulturveranstaltungen. Das ist nachvollziehbar. Doch liegt es nicht auch an den Konsumenten selbst, in einem dramatisch veränderten Umfeld nach Möglichkeiten für eine angemessene Gestaltung der Festtage zu suchen?

Man kann es auch positiver sehen, denn die GfK-Erhebung zeigt auch, dass ein nicht unerheblicher Teil gelassen beim Thema Weihnachten bleibt. Die Hälfte der Deutschen sagt, es sei nicht schlimm, dass Weihnachten in diesem Jahr anders sei. Circa ein Viertel der Menschen freut sich sogar mehr auf Weihnachten als in früheren Jahren. Interessant ist hierbei ein Blick auf die jüngeren Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren. In dieser Altersgruppe sind es 40 Prozent, die sich mehr auf das Weihnachtsfest freuen als sonst.

Eine nette (und nützliche!) Geste ist die weihnachtliche Liste von Geschenkideen des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland), denn auch aus der Finanzwelt es gibt eine bunte Palette von sinnvollen Präsenten für Erwachsene und Kinder. Dazu gehören natürlich Bücher wie Benjamin Graham: „Intelligent Investieren“ (für manche Investoren eine Art Investment-Bibel), Robert G. Hagstrom: „Warren Buffett Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie“ und vom legendären Börsen-Altmeister André Kostolany: „Die Kunst, über Geld nachzudenken“. Wer eher spielerisch die Börse und deren Abläufe kennenlernen möchte, hat die Auswahl zwischen einigen Brettspielen: „Das Börsenspiel“ von Ravensburger ist zwar schon aus dem Jahr 1972, aber irgendwie immer noch aktuell. „Big Money“ (ebenfalls von Ravensburger): Bei dem Spiel geht es um Investments, den Aufbau eines Finanzimperiums und natürlich darum, so viel Geld zu verdienen wie möglich. „Geld und Börse“ (von Lego) ist ein Börsenspiel um Spekulationen, Investitionen und Einfluss und Macht.

Fast schon der Klassiker unter den Anlagegeschenken, der jedes Jahr aufs Neue empfohlen wird, ist der Aktienfonds- oder ETF-Sparplan für den Nachwuchs. Da solche Sparpläne langfristig, also über einen Zeitraum von zehn oder 15 Jahre, ausgerichtet sind, ist die Verlustwahrscheinlichkeit in der Regel gering.

Ich möchte ergänzen, geschätzte Anleger, dass Sie die vielfältigen Möglichkeiten checken sollten, die Gold und Silber bieten (von Minenaktien, Fonds, physischem Edelmetall bis zum Schmuck - sowie ebenfalls Sparpläne). Auf alle Fälle: Freuen Sie sich auf Weihnachten auch wenn’s im Krisenjahr schwerfällt, und machen Sie das Beste draus!

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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