Opposition in Belarus erkennt Wahlsieg Lukaschenkos nicht an

Reuters

Minsk/Moskau (Reuters) - Die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja erkennt das offizielle Auszählungsergebnis nicht an, nach dem Amtsinhaber Alexander Lukaschenko die Präsidentenwahl gewonnen hat.

Sie betrachte sich als Wahlsiegerin, nicht Lukaschenko, sagte sie am Montag vor Journalisten. Es habe massive Manipulationen bei der Abstimmung gegeben. Tichanowskajas Berater erklärten, die Opposition verlange eine Neuauszählung der Stimmen in Wahllokalen, wo Probleme aufgetreten seien. Zudem fordere die Opposition Gespräche mit den Regierenden über einen friedlichen Machtwechsel.

Den vorläufigen offiziellen Ergebnissen zufolge hat Lukaschenko 80 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. Seine Hauptrivalin, die frühere Englisch-Lehrerin Tichanowskaja, kam danach auf 9,9 Prozent der Stimmen.

Nach der Wahl am Sonntag waren Tausende Menschen in der Hauptstadt Minsk und anderen Orten auf die Straße gegangen, um gegen den Wahlsieg von Lukaschenko zu protestieren, der das Land seit 1994 autoritär regiert. Es kam zu harten Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Die Polizei habe rund 3000 Menschen festgenommen, meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das belarussische Innenministerium. Ein Mensch wurde Bürgerrechtlern zufolge getötet, als er von einem Gefangenentransporter der Polizei überfahren worden sei. Westliche Beobachter stuften die Abstimmung - wie alle anderen Wahlen seit 1995 in dem Land - als weder frei noch fair ein.

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