RCEP: Eine gigantische neue Freihandelszone, die die Karten in der globalen Wirtschaft neu mischt

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RCEP: Eine gigantische neue Freihandelszone, die die Karten in der globalen Wirtschaft neu mischt

Was passiert, wenn die dynamischste Wirtschaftsregion der Welt den Freihandel ausruft? Der Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen verstärkt den Warenaustausch und führt bei den involvierten Unternehmen zu deutlichen Kosteneinsparungen. Die Konsequenz ist ein stärkeres Wirtschaftswachstum innerhalb einer Freihandelszone. Die Chinesen haben nun Nägel mit Köpfen gemacht.

Eine gigantische neue Freihandelszone

In Asien entsteht die größte Freihandelszone der Welt. Nach acht Jahren Verhandlungen ist es Peking gelungen, neben sich weitere 14 Partnerländer der Region (Indien ist nicht dabei) zu einer Freihandelszone zusammenzuschließen. Die sog. „Regional Comprehensive Economic Partnership“ (RCEP) umfasst fast 30 % der Weltbevölkerung und erwirtschaftet aktuell mit einem BIP von knapp 28 Bio. $ etwas mehr als 30 % der globalen Wirtschaftsleistung.

Bis 2025 wird der Anteil am weltweiten BIP auf mehr als 35 % wachsen. Das ist nur einen Hauch weniger als die Amerikaner und die Eurozone dann zusammen auf die Waage bringen werden und konservativ geschätzt. Eine Wachstumsbeschleunigung oberhalb der aktuellen IWF-Schätzungen infolge des Deals ist darin nicht berücksichtigt. Zum neuen Abkommen zählen Handelsaspekte - insbesondere Zölle -, aber auch intellektuelle Rechte, doch keine Vereinheitlichungen bei Umweltschutz oder Arbeitnehmerrechten. Daraus lassen sich zwei wichtige Erkenntnisse ableiten:

Man sollte dabei sein

Erstens: Ein langfristiges Engagement über ETFs, aber auch gezielten Einzelwerten in dieser Region ist Pflicht. Es sollt fester Bestandteil eines jeden Portfolios sein mit einer Gewichtung von 15 bis 20 %. Die RCEP-Regeln werden chinesischen, japanische, koreanische oder vietnamesische Unternehmen begünstigen, wenn es darum geht neue Märkte zu erschließen.

Antrieb für die westliche Welt?

Zweitens: Die Amerikaner und die Eurozone geraten unter Handlungszwang. Dies ist eindeutig ein positiver Aspekt. Vor diesem Hintergrund können sich die USA Abschottungstendenzen wie unter Trump schlicht nicht mehr leisten. Ein engeres Zusammenrücken beider Wirtschaftsräume ist fast Pflicht. Auch Indien, welches bei RCEP zunächst außen vor ist, muss sich in eine Richtung bewegen. Ein umfassendes EU-Indien-Abkommen wäre komplex, sollte nun aber schneller vorangetrieben werden.

Der Dax hinkt hinterher

Fazit: RCEP erhöht den Druck auf die Staaten einer zuletzt zunehmend bilateralen Welt den Rücken zu kehren. Joe Biden als neuer US-Präsident wird im Zuge dessen noch mehr gezwungen sein außenpolitisch in Handelsstreitigkeiten zu deeskalieren. Für die Märkte ist das insgesamt positiv. RCEP setzt aber vor allem die Europäer und hier insbesondere die Autohersteller in ihrer Asien-Strategie unter Druck. Während der DAX weiter vor sich hindümpelt geben die asiatischen Märkte wie z.B. der südkoreanische Kospi Gas. Auch der S&P 500 schaffte ein neues Allzeithoch. Der DAX wird dagegen wohl bis auf weiteres eher ein Langweiler bleiben.

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