Welternährungsprogramm plant Notversorgung des Libanon - Totenzahl auf 154 gestiegen

Reuters

Genf (Reuters) - Angesichts einer drohenden Lebensmittelknappheit nach der Explosionskatastrophe in Beirut plant das Welternährungsprogramm eine Notversorgung für den Libanon.

Geliefert werden sollten Weizenmehl und Getreide für Bäckereien und Mühlen, wie die UN-Organisation am Freitag erklärte. Zudem sollten Tausende Familien mit Lebensmittelpaketen versorgt und dem Land logistische Unterstützung angeboten werden. Das WFP sei besorgt, dass die Explosion in einer Lagerhalle und der Schaden am Hafen, wo auch der Getreidespeicher zerstört wurde, die ohnehin schon düstere Ernährungssituation, die sich durch die schwere Finanzkrise des Landes und die Covid-19-Pandemie zusätzlich verschlechtert habe, noch weiter verschärfen werde.

Die Zahl der Todesopfer der verheerenden Explosion am Dienstag stieg inzwischen auf 154, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA unter Berufung auf Gesundheitsminister Hamad Hasan meldete. Zudem müsse jeder fünfte der 5000 Verletzten in einem Krankenhaus behandelt werden. 120 Verletzte seien in einem kritischen Zustand.

Auch andere UN-Hilfsorganisationen schlugen Alarm und warnten vor schweren Folgen für die Bevölkerung im Libanon. Das ohnehin geschwächte Gesundheitssystem sei zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Wegen Schäden an Krankenhäusern sei eine Kapazität von 500 Klinikbeten verloren gegangenen. Zudem seien zahlreiche Container mit einer großen Menge an medizinischer Ausrüstung zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus zerstört worden. Dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge ist der Bedarf an Notunterkünften massiv. Rund eine Viertelmillionen Menschen wurden den Behörden zufolge durch die Katastrophe obdachlos.

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