Dem Euro steht die nächste turbulente Woche bevor
Das Fazit des jüngsten Wochenausblicks zum Währungspaar Euro/Dollar vom vergangenen Montag ("Euro steigt nach Japan-Sorgen auf neues Jahreshoch") lautete wie folgt:
“Mit dem Ausbruch über die 1,18er-Marke und damit auf ein neues Jahreshoch haben die Käufer nun endgültig wieder das Kommando übernommen. Oberhalb von 1,18 Dollar muss tendenziell mit einer Trendfortsetzung Richtung 1,19 Dollar und höher gerechnet werden. “
Ich hatte für die abgelaufene Handelswoche zwar Kurse Richtung "1,19 Dollar und höher" erwartet. Aber was dann im Wochenverlauf geschah, war so für niemanden zu prognostizieren. Am Dienstagabend stieg das Paar nach Kommentaren von US-Präsident Donald Trump zeitweise auf über 1,2075 Dollar. Am folgenden Tag ging es dann nach Kommentaren von US-Finanzminister Scott Bessent wieder in die Gegenrichtung.
Der Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch spielte erwartungsgemäß keine Rolle. Die Abwärtsbewegung bekam dann aber am Freitag neue Dynamik mit der Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell. Eine total verrückte Handelswoche für den US-Dollar.
Ausblick:
Am Donnerstagnachmittag wird der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlicht. Beobachter gehen aktuell nicht von einer Zinsänderung aus. Am Freitag werden dann die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten publiziert. Mit dem ADP-Report für den Privatsektor gibt es am Mittwochnachmittag wie gewohnt bereits einen ersten Vorgeschmack auf die Daten vom Freitag.
Inflationsdaten stehen zwar in den kommenden Tagen "nur" aus der Eurozone an (Mittwochvormittag) an. Dafür stehen am Montag- und am Mittwochnachmittag die ISM-Indizes für das verarbeitende Gewerbe und den Servicesektor in den USA auf dem Kalender. Alleine von den anstehenden Wirtschaftsdaten schon eine sehr interessante Handelswoche. Berücksichtigt man noch die aktuelle Diskussion um den Powell-Nachfolger Warsh dürfte es erneut ein überdurchschnittlich volatiler Handel werden.
Charttechnischer Ausblick:
Nach der "inversen V-Umkehr" (grau) im Tageschart unten hat sich das kurzfristige Chartbild zu Ungunsten des Euro gedreht.
Eine inverse V-Umkehr im Tageschart beschreibt eine scharfe Aufwärtsbewegung, die nach einem schnellen Kurssturz ebenso abrupt wieder nach unten dreht. Sie signalisiert, dass die Käufer die Bewegung nicht halten konnten und der Markt stark überkauft war. Wichtig ist dieses Muster, weil es häufig auf eine kurzfristige Trendwende oder zumindest eine deutliche Korrektur hindeutet.
Die nächste wichtige Unterstützung um 1,1800 Dollar dürfte bereits in der ersten Wochenhälfte in den Fokus der Händler geraten. Ausgehend von dieser Marke ist in den kommenden Tagen tendenziell mit Stabilisierungsversuchen zu rechnen nach dem jüngsten Abverkauf. Wird diese Zone allerdings nachhaltig unterboten, wären weiter fallende Euro-Kurse wahrscheinlich.

Wichtige Daten & Termine im Wochenverlauf:
Montag: 16 Uhr ISM-Manufacturing-Index USA
Dienstag: nur Daten aus der zweiten Reihe
Mittwoch: 11 Uhr Konsumentenpreise Eurozone, 14:15 Uhr ADP-Report, 16 Uhr ISM-Service-Index USA
Donnerstag: 14:15 Uhr EZB-Entscheid, 14:45 EZP PK
Freitag: 14:30 Uhr US-Arbeitsmarktbericht
Bleib auf dem Laufenden: Im Newsletter "Schlusskurs" kommentiert onvista-Redaktionsleiter Georg Buschmann immer Freitagmorgen das Börsenthema der Woche, zeigt, welche Aktien und Themen die onvista-Community bewegen und gibt dir die drei Termine an die Hand, die in der nächsten Woche an der Börse wichtig werden. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.