Konzernchef verabschiedet sich mit Rekord-Rendite von ABB

Reuters · Uhr
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Zürich (Reuters) - ABB-Konzernchef Björn Rosengren erntet zum Schluss seiner gut vierjährigen Amtszeit die Früchte seines Konzernumbaus: Getrieben von einem brummenden Stromverteilungsgeschäft kletterte der Gewinn des Schweizer Unternehmens im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 1,1 Milliarden Dollar.

Rosengren gab sich am Donnerstag selbst gute Noten: "ABB ist in sehr guter Verfassung." Dank höherer Volumen und Preissteigerungen kletterte die operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) auf den Rekordwert von 19,0 (Vorjahresperiode 17,5) Prozent und übertraf damit die Analystenschätzungen. Bremsend wirkte das Geschäft mit Maschinenautomation und Robotik.

"Als ich anfing, wusste ich natürlich, dass ABB in der Lage ist, mit den Besten auf dem Markt mitzuhalten", sagte Rosengren. "Aber ABB leistet heute mehr, als ich zu Beginn erwartet hätte." Der Schwede trimmte den Konzern auf Rendite. So übertrug er den einzelnen Geschäften auf Kosten der Konzernzentrale mehr Eigenverantwortung. Im Zuge eines Konzernumbaus trennte er sich zudem von mehreren Unternehmensteilen. Die Gewinnspanne von 10,2 Prozent bei seinem Amtsantritt hat sich inzwischen fast verdoppelt.

"ABB hat zum Abschied von CEO Rosengren erneut geliefert", kommentierte ZKB-Analyst Bernd Laux den Quartalsabschluss. "Die Margenlücke zu den Hauptwettbewerbern wurde nahezu vollständig geschlossen." Weil Auftragseingang und Umsatz etwas unter den Erwartungen ausfielen, fiel der Aktienkurs um 5,4 Prozent. Seitdem Rosengren das Steuer übernahm, haben die Aktien aber um 140 Prozent zugelegt und damit den Rivalen Siemens und den europäischen Industriesektor insgesamt weit hinter sich gelassen.

"WIR SEHEN GUTE GELEGENHEITEN"

ABB profitiert dabei auch von Megatrends wie der Abkehr von fossiler Energie in der Transportbranche und den Bemühungen um Energieeffizienz bei Gebäuden. Gleichzeitig förderten die Schrumpfung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und steigende Arbeitskosten die Nachfrage nach Automatisierung in der Industrie.

Wachstumslokomotive ist für ABB vor allem das Elektrifizierungsgeschäft, das für die Energiewende bei Transport, Fabriken und Städten zentrale Produkte liefert. "Die Elektrifizierung ist eines der wichtigsten Instrumente und Lösungen zur Abkehr von fossilen Brennstoffen und zur Förderung der Nachhaltigkeit auf dem Markt", sagte Rosengren.

Das Elektrifizierungsgeschäft wird gegenwärtig von Morten Wierod geleitet, der Rosengren Anfang des kommenden Monats als CEO ablöst. Er trete in große Fußstapfen, erklärte der Norweger. ABB werde unter seiner Führung am bisherigen Geschäftsmodell und auch an den Zielen festhalten. ABB hat für 2024 eine Gewinnspanne von etwa 18 Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll 2024 auf vergleichbarer Basis um rund fünf Prozent zulegen. Wierod bekräftigte zudem, dass er mehr Kapital für organisches Wachstum und auch für Zukäufe bereitstellen wolle. "Wir sehen gute Gelegenheiten im Markt."

(Bericht von Oliver Hirt, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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