Harris startet aggressiv in den Wahlkampf - "Wollen wir Chaos, Angst und Hass?"

Reuters · Uhr

Milwaukee (Reuters) - Die mögliche US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamala Harris, hat auf ihrer ersten Wahlkampfveranstaltung den Republikaner Donald Trump scharf angegriffen.

In einer 17-minütigen Rede ging Harris aggressiv vor und verglich ihren Hintergrund als ehemalige Staatsanwältin mit Trumps Akte als verurteilter Straftäter. Die Vize-Präsidentin erklärte zudem, sie werde sich bei ihrer Wahl für die Ausweitung des Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen, die Erleichterung des Beitritts zu Gewerkschaften und die Bekämpfung von Waffengewalt einsetzen. Die Punkte stehen im Kontrast zu den Plänen von Trump.

"Donald Trump will unser Land zurückentwickeln", so Harris vor tausenden jubelnden Zuhörern in einer Schule in einem Vorort von Milwaukee in Wisconsin - einem umkämpften Bundesstaat, der für den Wahlausgang von großer Bedeutung ist. "Wollen wir in einem Land der Freiheit, des Mitgefühls und der Rechtsstaatlichkeit leben oder in einem Land des Chaos, der Angst und des Hasses?", fragte Harris. Die lautstarke Kundgebung stand im Kontrast zu den gedämpfteren Veranstaltungen, die Amtsinhaber Joe Biden abgehalten hatte. Biden hatte sich am Sonntag auf Druck aus den eigenen Reihen aus dem Kandidaten-Prozess für die Wahl am 5. November zurückgezogen. Die Demokraten hoffen, dass die 59-Jährige Harris die unter dem 81-jährigen Biden erlahmende Kampagne wiederbeleben kann.

In einer landesweiten Umfrage von Reuters/Ipsos, die am Montag und Dienstag durchgeführt wurde, lag Harris bei den registrierten Wählern mit 44 Prozent vor Trump, der auf 42 Prozent kam. Die Zahlen haben aber nur begrenzte Aussagekraft, weil bei der Wahl nicht die landesweiten Stimmen zusammengezählt werden. Jeder Bundesstaat wird separat gewertet und nur der Sieger bekommt Wahlmänner-Stimmen des Bundesstaats.

Hatte es in der vergangenen Woche noch Forderungen gegeben, dass es bei einem Rückzug von Biden nicht automatisch auf Vize-Präsidentin Harris bei der Kandidatur für die Wahl im November hinauslaufen dürfe, war davon in dieser Woche nichts zu spüren. Die meisten Delegierten haben sich hinter Harris gestellt. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP unter den Demokraten ergab laut AP, dass Harris mit mehr als 2500 Delegierten deutlich über der Zahl von 1976 liegt, die sie für eine Nominierung benötigt.

Trump und seine Verbündeten versuchen, Harris mit einigen unpopulären Maßnahmen von Biden in Verbindung zu bringen, etwa der Umgang mit dem Ansturm von Migranten an der Südgrenze zu Mexiko. In einer Telefonkonferenz mit Reportern drückte Trump seine Zuversicht aus, Harris besiegen zu können. Er verwies darauf, dass ihre vorherige Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2020 nicht einmal bis zur ersten landesweiten Nominierungswahl überlebt habe. "Wenn sie ihren Wahlkampf so führt, wie sie ihn geführt hat, dann vermute ich, dass sie nicht allzu stark sein wird", sagte Trump.

Bei den Wahlen im November geht es auch um die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Die Demokraten wollen dabei zumindest ihre Mehrheit im Senat behaupten. Sie müssen aber mehrere Sitze in Bundesstaaten verteidigen, in denen Trump vorn liegt.

(Bericht von Jarrett Renshaw, Nandita Bose, Doina Chiacu, Jason Lange, Stephanie Kelly, Bianca Flowers, Susan Heavey und Daniel Trotta; geschrieben von Ralf Bode; redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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