Flughafen Rom setzt auf Wachstumsschub durch ITA-Deal von Lufthansa

Reuters · Uhr

Rome (Reuters) - Für den internationalen Flughafen Rom Fiumicino tun sich mit der Übernahme der italienischen staatlichen ITA Airways durch die Lufthansa mehr Wachstumschancen auf.

Der Airport könne als Drehkreuz für Langstreckenflüge noch bedeutender werden, sagte Marco Troncone, Chef der Betreibergesellschaft Aeroporti di Roma (ADR), in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir erwarten eine weitere Stärkung der Qualität unseres Verkehrs", ergänzte er. Das Potenzial als Knotenpunkt sei noch nicht voll ausgeschöpft. Der an der Küste südwestlich von Rom gelegene Flughafen könne erweitert werden und neue Ziele in Mitteleuropa, dem Nahen Osten oder Asien anbieten.

Die Lufthansa kann bei ITA mit zunächst 41 Prozent einsteigen, muss dafür aber Auflagen der EU-Kommission erfüllen, die unter anderem auch Zugeständnisse an Konkurrenten am Airport Rom vorsehen. Wenn diese final abgesegnet sind, kann ITA voraussichtlich zur Jahreswende die fünfte Netzwerk-Airline der Lufthansa-Gruppe werden. Bis 2027 soll die Alitalia-Nachfolgerin vollständig übernommen werden. Rom Fiumicino soll das sechste Drehkreuz der Gruppe zum Umsteigen auf Langstreckenflüge nach Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel werden. Der Aeroporto Leonardo da Vinci, wie er vollständig heißt, hat nach Worten von Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Vorteil, dass er ausgebaut werden kann. Das ermögliche der Gruppe mehr Flüge nach Lateinamerika, Nordafrika und den Mittleren Osten.

Nach einer Studie des Beratungsunternehmens TRA hatte ITA Airways 2023 bei Interkontinentalflügen in Italien einen Marktanteil von weniger als zehn Prozent, in diesem Jahr soll er auf zehn bis zwölf Prozent zulegen - es gibt also noch Luft nach oben. ITA werde als Teil des Lufthansa-Netzes den Vertrieb verstärken, erwartet Flughafenchef Troncone. Das könne noch mehr Fluggäste von außerhalb Europas anlocken und mehr Bodendienste bei den Airlines bedeuten. Gespräche über eine Erweiterung der Lounge-Einrichtungen von ITA an dem Flughafen, der mit über 40 Millionen Passagieren im Jahr der größte des Landes ist, laufen schon.

(Bericht von Angelo Amante; geschrieben von Ilona Wissenbach. Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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