Jeder vierte Erwerbstätige leistet körperlich schwere Arbeit

Berlin (Reuters) - Schwere körperliche Arbeit gehört für viele Erwerbstätige bis ins höhere Alter hinein zum Arbeitsalltag.
Ein Viertel der rund 42,3 Millionen Erwerbstätigen von 15 bis 74 Jahren verrichtet mindestens die Hälfte der Arbeitszeit anstrengende körperliche Arbeit, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dazu zählen unter anderem das Heben schwerer Gegenstände sowie Arbeiten in schmerzhaften oder ermüdenden Positionen - aber auch das Anheben von Personen, etwa in der Pflege. Der Anteil ist bei Männern (28 Prozent) höher als bei Frauen (21 Prozent).
Unter jungen Erwerbstätigen ist der Anteil derer, die körperlich schwer arbeiten, besonders hoch: Er liegt bei 32 Prozent der 15- bis 24-jährigen. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 25 Prozent. In den Altersgruppen von 35 bis 64 ist der Anteil mit 24 Prozent nur etwas geringer. Unter den 65- bis 74-jährigen Erwerbstätigen verrichten noch 15 Prozent in mindestens der Hälfte ihrer Arbeitszeit körperlich anstrengende Tätigkeiten.
"Vor allem in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Baugewerbe ist schwere körperliche Arbeit weit verbreitet", erklärten die Statistiker. Jeweils etwas mehr als jeder zweite Erwerbstätige in diesen Wirtschaftszweigen muss dies tun. Im Gastgewerbe sind es 40 Prozent. "Wie viel Arbeitszeit Erwerbstätige mit körperlich schwerer Arbeit verbringen, hängt auch mit ihrem Bildungsstand zusammen." So liegt der Anteil bei Erwerbstätigen mit niedrigerem Bildungsniveau wie einem Haupt- oder Realschulabschluss ohne beruflichen Abschluss bei 45 Prozent. Bei mittlerem Bildungsniveau - wie Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung - sinkt er auf 30 Prozent. Haben Erwerbstätige ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau, wie ein abgeschlossenes Studium oder einen Meistertitel, liegt der Anteil bei neun Prozent.
Auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte verrichteten häufiger körperlich anstrengende Arbeit: Auf mehr als ein Drittel (35 Prozent) trifft das zu. Unter den Erwerbstätigen ohne Einwanderungsgeschichte sind es 22 Prozent. "Der Unterschied liegt zumindest teilweise auch in durchschnittlich niedrigeren Bildungsabschlüssen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte begründet", teilte das Bundesamt mit. Die Daten basieren auf dem sogenannten Mikrozensus von 2022.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Myria Mildenberger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)