UN-Blauhelme fordern Deeskalation - Israel bombardiert libanesische Dörfer

Reuters · Uhr
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Beirut/Jerusalem (Reuters) - Angesichts der schweren Kämpfe an der israelisch-libanesischen Grenze hat die UN-Beobachtermission Unifil am Freitagmorgen zu einer sofortigen Deeskalation aufgerufen.

"Wir sind besorgt über die zunehmende Eskalation jenseits der Blauen Linie und fordern alle Akteure auf, unverzüglich zu deeskalieren", sagte Unifil-Sprecher Andrea Tenenti der Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf die Grenzlinie zwischen dem Libanon und Israel. In den vergangenen zwölf Stunden habe es eine "starke Intensivierung der Feindseligkeiten" in dem Unifil-Einsatzgebiet gegeben.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen im Libanon wurden am Freitag im Süden des Landes zunächst mindestens drei Dörfer Ziele von israelischen Luftangriffen. Der Fernsehsender Al-Manar der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz zeigte Aufnahmen von Rauchsäulen, die von einem der Angriffe stammen sollten. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs lag zunächst nicht vor. Den Sicherheitskreisen zufolge waren am Vortag vier Menschen bei dem israelischen Bombardement verletzt worden. Ob es sich um Hisbollah-Mitglieder handelte, war nicht klar. Israel erklärte, man habe Hunderte Raketenwerfer der Islamisten angegriffen.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah hatte unmittelbar nach dem Beginn des Gazakrieges am 7. Oktober ihre Raketenangriffe auf israelisches Grenzgebiet intensiviert. Zehntausende Menschen auf beiden Seiten haben inzwischen ihre Häuser verlassen. Die zunehmenden Kampfhandlungen an der Grenze schüren Sorgen, dass sich der Gaza-Konflikt zu einem regionalen Flächenbrand ausweiten könnte. In ihn könnten auch der Iran und die USA hineingezogen werden. Unifil wurde 1978 ins Leben gerufen. Die etwa 10.500 Blauhelmsoldaten aus 50 Staaten sollen unter anderem die Sicherheit in der Grenzregion sichern.

(Bericht von Tom Perry, James Mackenzie und Maayan Lubell; Geschrieben von Scot W. Stevenson; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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