US-Insider - Chinesisches Atom-Boot im Sommer in Hafen gesunken

Reuters · Uhr
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Washington/Taipeh (Reuters) - In China ist US-Regierungskreisen zufolge im Sommer eines der neuesten atomgetriebenen U-Boote der Volksrepublik gesunken.

Das Kriegsschiff sei im Mai oder Juni an einem Pier in einem Hafen untergegangen, sagte ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Es sei nicht klar, was zum Sinken des U-Bootes geführt habe und ob es Kernbrennstoff an Bord gehabt habe. Der Vorfall werfe viele Fragen auf, etwa zur Qualität der Ausrüstung, zu Rechenschaftspflichten des chinesischen Militärs und zur Aufsicht über den von Korruption geplagten Bereich, so der US-Insider. Es wäre nicht überraschend, wenn die Marine versuchen würde, einen solchen Untergang zu vertuschen, hieß es.

Zuerst hatte das "Wall Street Journal" über den Vorfall berichtet. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington wollte sich inhaltlich nicht dazu äußern. "Wir sind mit der von Ihnen erwähnten Situation nicht vertraut und können derzeit keine Informationen zur Verfügung stellen", hieß es lediglich.

Der taiwanische Verteidigungsminister Wellington Koo verwies am Freitag in Taipeh auf verschiedene Geheimdienst-Informationen und Überwachungsmethoden, nannte aber keine Details. China betrachtet Taiwan als eigenes Territorium, Taiwan beobachtet daher die militärischen Aktivitäten Chinas genau.

Im Juni waren im Internet Bilder eines chinesischen Atom-U-Boots kursiert, das in der Meerenge von Taiwan in der Nähe von taiwanischen Fischern auftauchte. Das US-Unternehmen Planet Labs, das sich auf Satellitenbilder spezialisiert hat, hatte im Juni Fotos veröffentlicht, die den Angaben zufolge Kräne im Hafen von Wuhan zeigten, wo das U-Boot angedockt gewesen sein könnte.

China verfügt über mehr als 370 Kriegsschiffe und stellt damit die größte Marine der Welt. Gebaut wird derzeit auch eine neue Generation von atomar bewaffneten U-Booten. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge verfügte China im Jahr 2022 über sechs ballistische Raketen-U-Boote mit Nuklearantrieb, sechs Angriffs-U-Boote mit Nuklearantrieb und 48 Angriffs-U-Boote mit Dieselantrieb. Die USA gehen davon aus, dass diese Flotte bis 2025 auf 65 und bis 2035 auf 80 U-Boote anwächst.

Am Mittwoch hatte China mitgeteilt, erfolgreich einen Start einer ballistischen Interkontinentalrakete mit einem simulierten Gefechtskopf in den Pazifischen Ozean durchgeführt zu haben. Das hatte international Besorgnis über die nukleare Aufrüstung des Landes hervorgerufen.

(Bericht von Idrees Ali, Phil Stewart, David Brunnstrom, Jonathan Landay und Ben Blanchard. Geschrieben von Ralf Bode, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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