Weltnaturkonferenz COP16 vor dem Scheitern - Streit um Finanzierung

Reuters · Uhr
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Cali (Reuters) - Auf der Weltnaturkonferenz COP16 in Kolumbien ist eine Einigung auf eine Finanzierung des globalen Artenschutzes immer unwahrscheinlicher.

Die Delegierten von fast 200 Staaten besprachen am Mittwoch in Cali, die Beratungen über das Ende des Gipfels am Freitag hinaus fortzusetzen. "Es ist offensichtlich, dass die Diskussionen hier nicht vollständig abgeschlossen werden können", sagte Sprecher des Sekretariats der UN-Konvention über biologische Vielfalt, David Ainsworth.

Kern der Auseinandersetzungen um die Finanzierung des Artenschutzes ist die vor zwei Jahren von reichen Ländern gemachte Zusage, bis 2025 jährlich 20 Milliarden Dollar dafür bereitzustellen. Bis 2030 sollte der Betrag zudem auf 30 Milliarden Dollar jährlich ansteigen. Um dies zu erreichen, war auf der COP15 im Jahr 2022 unter anderem ein Globaler Biodiversitäts-Rahmenfonds vereinbart worden. In den Fonds sind bisher nur etwa 400 Millionen Dollar geflossen.

Die diesjährige Weltnaturkonferenz hatte zum Ziel, die Finanzierungsquellen für den Naturschutz zu erweitern. Allerdings konnten sich die Delegierten nicht auf einen zweiten Fonds für die Natur einigen. Brasilien und andere Entwicklungsländer forderten eine stärkere Aufsicht über die Finanzierung des Naturschutzes. Sie kritisierten, der bereits existierende Biodiversitäts-Rahmenfonds werde von den reichen Ländern dominiert.

"Die Finanzmittel für die biologische Vielfalt sollten dorthin fließen, wo die biologische Vielfalt ist", sagte der brasilianische Chefunterhändler Andre Correa do Lago vergangene Woche, als er die Einrichtung des neuen Fonds forderte. "Die Stimme der Länder, die eine größere Last zu tragen haben, sollte mehr zählen als sie es tut." Die Leiterin der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union, Florika Fink-Hooijer, widersprach: "Es reicht nicht aus, immer nur über einen neuen Fonds zu diskutieren." Es gebe bereits den Biodiversitäts-Rahmenfonds. "Ich denke also nicht, dass wir uns ablenken sollten, indem wir sagen: 'Oh, jetzt brauchen wir einen anderen Fonds.'"

Der Vertreter der UN-Konvention über biologische Vielfalt, Ainsworths, schlug vor, eine neue Gruppe für die Fortsetzung der Verhandlungen zu gründen. Oder aber die Debatten in einem UN-Gremium fortzusetzen.

(Bericht von Jake Spring, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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