Derzeit keine Anzeichen für Sabotage bei Flugzeugabsturz in Vilnius

Vilnius (Reuters) - Ein technisches Problem ist möglicherweise die Ursache für den Absturz eines DHL-Frachtflugzeugs am Montag in Litauen.
"Nach allem, was wir haben und wissen, gibt es keine Anzeichen dafür, dass es sich um einen Sabotageakt gehandelt haben könnte", sagte Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas am Mittwoch. Eine Analyse von Videoaufnahmen zeige, dass es bei der Landung keine äußeren Einwirkungen auf die Boeing 737 gegeben habe. Zudem hätten die überlebenden Besatzungsmitglieder erklärt, es habe vor dem Absturz weder Chaos noch Besorgnis im Flugzeug gegeben. Demnach wurde auch kein Rauch an Bord wahrgenommen.
"Wir tendieren zur technischen Version", sagte auch Vilmantas Vitkauskas, Leiter des Krisenzentrums. "Wenn wir zusätzliche Daten erhalten, könnten wir unsere Richtung ändern, aber im Moment haben wir sie nicht." Hinweise auf GPS-Störungen gebe es nicht. Das Satellitennavigationssystem sei nicht zur Landung verwendet worden. Die Systeme des Flughafens Vilnius, die zur Orientierung ankommender Crews verwendet würden, hätten bei Tests wie gewohnt funktioniert, sagte er.
Bei dem Absturz des von DHL beauftragten Frachtflugzeugs in der Nähe des Flughafens war am Montag ein Mensch ums Leben gekommen. Die drei übrigen Insassen wurden verletzt.
Der Verdacht auf Sabotage stand nach dem Absturz im Raum, da es bereits Fälle von in Brand geratenen Paketen gegeben hat. So untersucht die Staatsanwaltschaft mehrere Brände, die durch Brandsätze verursacht wurden, die in Paketen in einem Lagerhaus in Leipzig versteckt waren.
(Bericht von Andrius Sytas, geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Thomas Seythal)