Ifo: Nur jedes zweite Bundesland im dritten Quartal mit Wachstum

Berlin (Reuters) - Nur die Hälfte der 16 Bundesländer hat dem Ifo-Institut zufolge im dritten Quartal ein Wirtschaftswachstum geschafft.
Vor allem ostdeutsche Länder wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern expandierten von Juli bis September stärker als der bundesweite Durchschnitt, wie die Münchner Forscher am Freitag zu ihren Berechnungen mitteilten. Die stärksten Rückgänge beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) gab es demnach in Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg. "Die Aufhellung der Konsumlaune auf der einen Seite und die Probleme der Industrie auf der anderen Seite lassen die Wachstumsraten der Länder deutlich auseinanderfallen", fasste Ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann die Ergebnisse zusammen.
In Brandenburg legte das BIP den Angaben zufolge mit plus 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal am kräftigsten zu. "Damit setzte dieses Bundesland seinen Erholungskurs der vergangenen Quartale fort", hieß es. Es verzeichnete demnach auch im Vergleich zum Vorjahr ein überdurchschnittliches Wachstum von 1,8 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern ist im Vorjahresvergleich sogar an der Spitze mit 3,3 Prozent.
"Schlusslicht bildete im dritten Quartal Hamburg", so das Ifo. Dort sank die Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und lag damit sogar um 1,1 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. In Bayern und Baden-Württemberg verringerte sich das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 beziehungsweise 0,6 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang 0,9 beziehungsweise 1,3 Prozent. Den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten mit jeweils minus 1,9 Prozent Bremen und Schleswig-Holstein.
Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft insgesamt legte im dritten Quartal nur um 0,1 Prozent zum vorangegangenen Vierteljahr zu, wofür vor allem steigende Konsumausgaben sorgten. Auch gemessen am Vorjahr reichte es nur zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)